The Best of Me – Mein Weg zu Dir

Kein Jahr vergeht, ohne dass nicht auch Vorzeigeromantiker Nicholas Sparks einen weiteren Roman aus seiner Feder für die Leinwand adaptieren lässt. Der deutsche Kinostart von THE BEST OF ME – MEIN WEG ZU DIR wurde zwar mehrfach verschoben, Anfang Januar kommen nun aber auch endlich die Zuschauer(innen) hierzulande in den Genuss einer weiteren, bittersüßen Romanze vor der standesgemäßen Kulisse eines lieblichen Küstenstädtchens. Wie gekonnt Regisseur Michael Hoffman den altbekannten Stoff arrangiert, erkläre ich in meiner neuen Kritik.

The Best of Me - Mein Weg zu Dir

Der Plot

Kann Liebe die Vergangenheit überwinden? Mit siebzehn verlieben sich Dawson (Luke Bracey) und Amanda (Liana Liberato) ineinander. Sie werden ein Paar, obwohl ihre Familien nicht unterschiedlicher sein könnten und die Beziehung nach Kräften bekämpfen. Ein Jahr lang hält ihre Liebe stand, bis widrige Umstände und ein Schicksalsschlag die beiden trennen. Erst als fünfundzwanzig Jahre später ein gemeinsamer Freund stirbt, sehen sich Dawson (James Marsden) und Amanda (Michelle Monaghan) anlässlich des Begräbnisses wieder. Erneut sind sie von den Gefühlen füreinander überwältigt. Sie wissen, dass ihre Herzen auf ewig miteinander verbunden sind, doch mit beiden hat es das Leben nicht nur gut gemeint. Beide haben wichtige Entscheidungen getroffen, die sie nachträglich bereuen. Kann ihre Liebe, die schon einmal ihr Leben verändert hat, die Vergangenheit überwinden und eine neue Zukunft für Dawson und Amanda schaffen?

Kritik

Auf den ersten Blick haben die Filme aus der Feder von Nicholas Sparks und die, die unter den wachsamen Augen von Michael Bay entstehen, nicht viel gemeinsam. Der eine liefert Herzschmerz im Akkord, der andere konzentriert sich viel lieber auf Krawall, Stunts und Explosionen. Dass die Kritik zu „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ an dieser Stelle dennoch mit einem Vergleich dieser beiden Filmschaffenden begonnen werden soll, liegt daran, dass sich die vermeintlich so unterschiedlichen Produktionen in ihrer visuellen Ausstattung ähnlicher sind als gedacht. Beide scheinen die Vorzüge eines ausgedehnten Sonnenuntergangs zurückhaltender Stimmungssequenzen vorzuziehen, das Casting konzentriert sich vorzugsweise auf gut gebaute, makellose Young Adults und musikalisch präsentieren sich die Schmachtfetzen Sparks‘ ebenso wenig dezent wie die Materialschlachten seitens Bay. Sowohl Nicholas Sparks, der im Gegensatz zu seinem Kollegen bislang ausschließlich als Autor und Produzent seiner Filme fungierte, als auch Michael Bay konzipieren ihre Filme nach einem klar definierten Erfolgsprinzip, abgestimmt auf eine bestimmte Zielgruppe: Kitsch-Schmonzetten für die Teenie-Mädels, kämpfende Roboter-Aliens für die Herren der Schöpfung. Das ist nicht verwerflich oder gar automatisch kritikwürdig. Immerhin bekommt der Zuschauer mit den Filmen so mehr denn je genau das, was er erwartet. Dennoch lässt sich eine gewisse Gewöhnung an den ewig gleichen Filmstoff so nicht absprechen. Auch Nicolas Sparks‘ neuestes Werk „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ schlägt einmal mehr in die Kerbe sonnengetränkter Drama-Romanzen. Da ist und bleibt wenig Freiraum für die Variation alter Erfolgsmechanismen, doch wenigstens in der Story versucht Regisseur Michael Hoffman („Gambit – Der Masterplan“), die Regeln des Genres so weit auszudehnen wie möglich.

The Best of Me - Mein Weg zu Dir

Gerade im Hinblick auf den Vergleich zwischen Nicholas Sparks und Michael Bay wirkt die Eröffnungsszene von „The Best of Me“ besonders skurril: Ausgerechnet das neunte Drama, das auf einem Roman des 48-jährigen Schriftstellers basiert, beginnt mit einer Explosion – und erinnert somit tatsächlich mehr an einen gängigen Bay-Actioner denn eine klassische Sparks-Liebesgeschichte. Doch dieser erste Eindruck erweist sich erwartungsgemäß lediglich als falsche Fährte. Wie man es aus den Filmen „Safe Haven“, „The Lucky One“ oder „Mit Dir an meiner Seite“ kennt, befindet man sich rasch vor der Kulisse eines idyllischen Küstenstädtchens. Die Hauptdarsteller sind jung, sexy und – natürlich – auf den ersten Blick unsterblich ineinander verliebt. An dieser Stelle hat der Film jedoch immerhin schnell die Darsteller auf seiner Seite: Ob Liana Liberato („Wenn ich bleibe“) und Luke Bracey („G.I. Joe – Die Abrechnung“) oder die erwachsene Version des Teenie-Pärchens, Michelle Monaghan („True Detektive“) und James Marsden („Mädelsabend“): Beiden Mann-Frau-Kombinationen nimmt man die sprühenden Gefühle füreinander ohne Weiteres ab. Mehr noch: Das Zuschauen beim Entdecken der gegenseitigen Liebe kann in seiner Wahrhaftigkeit selbst all denen gefallen, die eher weniger in das Beuteschema des Filmes gehören. Doch trotz guter Ansätze umgeht Michael Hoffman die größten Stolperfallen der typischen Hollywood-Schmonzette nicht und lädt in mancherlei Szene regelrecht zum Fremdschämen ein. Wenn sich Luke Bracey vollkommen selbstironiefrei des T-Shirts entledigt und zu romantischen Streichern Gartenarbeit verrichtet, ist dies ebenso kitschgetränkt wie die permanent von Klischee-Balladen untermalten Bildmontagen, die die einzelnen Stationen einer Bilderbuchliebe zusammenfassen. Verliebten Jugendlichen, vornehmlich Mädels, mag dies vermutlich gefallen. Auch deshalb, weil sich Kameramann Oliver Stapleton („Unterwegs mit Mum“) sichtlich Mühe gibt, die ohnehin schon schönen Bilderbuchlandschaften mit seiner warmen Bildsprache noch eine Spur wundervoller zu gestalten.

The Best of Me - Mein Weg zu Dir

Mit neutralem Stimmungsfang hat diese Form des Filmemachens allerdings nichts zu tun. Wie man es von sämtlichen Sparks-Werken gewohnt ist, gibt auch „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ die Emotionen, die der Film hervorzurufen hat, mit allerhand inszenatorischen Mitteln vor. Farbgestaltung, Musikuntermalung und die Wahl der mehr seichten als herzlichen Dialoge ergeben ein in sich zwar konsequent romantisches, aber nicht ehrliches Werk. Umso mehr wundert da ein genreübergreifender Erzählstrang, der „Mein Weg zu Dir“ mit mal gelungenen, mal bemühten, mal aber auch einfach missratenen Thrillerelementen spannend gestalten soll. Für die Story bedeutet das, dass zwischen der ewigen Liebe des Protagonistenpärchens eine schwierige Familiensituation und ein versehentlicher Todschlag liegen. Der Film verhilft sich somit geschickt zum nötigen Spannungsaufbau abseits sämtlicher Liebeleien und wenngleich „The Best of Me“ niemals als ausschließlicher Thrillride funktionieren würde, sorgt die stilsichere Regieführung von Michael Hoffman dafür, dass sich die spannungfördernde Nebenhandlung ordentlich in die Lovestory integriert. Für den Film als Ganzes ist dies nur förderlich; erhebt dieser nun doch ein wenig mehr Anspruch an sein Publikum denn als alleinige Schmonzette. Doch letzten Endes erweist sich der Verlauf der Geschichte – trotz vermeintlich überraschendem Schlusstwist – auch für ein weniger romantikerfahrenes Publikum als arg vorhersehbar.

Fazit: „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ ist vor allem deshalb kein ärgerlicher Film, da sich Kinogänger abseits der entsprechenden Zielgruppe wohl kaum in eine entsprechende Kinovorstellung verirren werden. Nicholas Sparks konzipiert Romane für Romantiker – entsprechend lieblich gestaltet sich auch die Verfilmung von Michael Hoffman. Für Gelegenheitszuschauer mit einem gewissen Anspruch an ihren konsumierenden Kinostoff erweist sich die Drama-Romanze als zwiespältig: Zum einen überrascht eine unterschwellige Thriller-Note, die der Produktion in manchen Momenten einen gewissen Pep verleiht, zum anderen holt der Regisseur nicht alles aus den Gegebenheiten des Drehbuchs heraus und verlässt sich zu fokussiert auf gängige Kitsch-Mechanismen. Alles in allem bleibt „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ damit aber wohl ein Film, für den man nicht zwingend Geld ausgeben muss. Und wenn überhaupt, dann übertragen sich die stimmungsvollen Bilder spätestens auch auf dem heimischen Fernseher.

 „The Best of Me – Mein Weg zu Dir“ ist ab dem 08. Januar deutschlandweit in den Kinos zu sehen.