Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien

Die Abenteuer rund um die beiden scharfzähnigen Teenagerinnen Silvania und Daka gehen in die dritte Runde. In DIE VAMPIRSCHWESTERN 3 – REISE NACH TRANSSILVANIEN geht es ins Land der Vampire, wo eine finstere Königin ein böses Spiel treibt. Wie gut der Film geworden ist, das verrate ich in meiner Kritik. Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien

Der Plot

Die beliebten Vampirschwestern sind wieder da! Inzwischen hat Familie Tepes Zuwachs bekommen, Daka (Laura Roge) und Silvania (Marta Martin) sind stolze Schwestern ihres kleinen Bruders Franz, eines süßen Halbvampir-Babys. Doch während der Vorbereitungen zu seinem ersten Geburtstag, erfährt die Familie, dass Franz in höchster Gefahr schwebt: Die böse Vampirkönigin Antanasia (Jana Pallaske) wünscht sich einen Halbvampir-Jungen als Thronfolger auf ihrem Schloss und hat daher ein Auge auf Franz geworfen. Als Silvania ihre Eltern Mihai (Stipe Erceg) und Elvira (Christiane Paul) versehentlich hypnotisiert und dadurch vorläufig außer Gefecht setzt, gelingt es Antanasia, den kleinen Franz zu entführen. Daka folgt ihr sofort nach Transsilvanien, um ihren Bruder zu befreien. Mit Hilfe von Murdo (Tim Oliver Schulz) kann sie sich Zugang in das Schloss verschaffen. Dort lässt sie sich jedoch in Antanasias Bann ziehen, da diese ihr auf verführerische Weise vorlebt, wovon Daka immer geträumt hat: das freie Vampirdasein! Inzwischen sind auch Silvania und Dirk van Kombast (Michael Kessler) zum Schloss unterwegs. Gemeinsam mit Murdo müssen sie Franz und Daka aus den Händen Antanasias befreien, bevor Franz zum Thronfolger gekrönt wird.

Kritik

Lockte die erste Verfilmung der 2008 von der Romanautorin Franziska Gehm ins Leben gerufenen Bestsellerreihe „Die Vampirschwestern“ noch über 900.000 Besucher in die deutschen Kinos, erreichte die Fortsetzung „Die Vampirschwestern 2 – Fledermäuse im Bauch“ zwei Jahre später nur noch rund zwei Drittel davon. Trotzdem entschied man sich, die Reihe fortzuführen und greift nach dem Weggang von Regisseur Wolfgang Groos (sein aktueller Film: „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“) auf Tim Trachte zurück, der zuletzt für die ungemein unterschätzte Teenie-Komödie „Abschussfahrt“ verantwortlich zeichnete. Entsprechend entspannt darf man sich bei „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ zurück lehnen, denn Trachte setzt nicht bloß den erzählerischen und inszenatorischen Aufwärtstrend der Teenie-Gruselreihe fort. Sein genauer Blick für die Eigenheiten moderner Heranwachsender überträgt er gekonnt auf die alternative Realität dieses Films, in dem Vampire ganz selbstverständlich unter uns weilen. Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen erzählt Trachte dann auch direkt wesentlich stringenter und auch mit der Kulisse des mächtigen transsilvanischen Gruselschlosses tut er dem Zuschauer einen großen Gefallen. Selbst in den dramaturgisch schwächeren Phasen ist „Die Vampirschwestern 3“ atmosphärisch überaus gelungen und macht angesichts der toll aufgelegten Darsteller und der harmlos-schaurigen Grundidee auch darüber hinaus richtig Laune.

Jana Pallaske hat in ihrer Schurkenrolle als Vampirkönigin Antanasia mächtig Spaß!

Jana Pallaske hat in ihrer Schurkenrolle als Vampirkönigin Antanasia mächtig Spaß!

Mehr denn je steht in Tim Trachtes Film eine für Kinder- und Jugendabenteuer entscheidende Wichtigkeit im Fokus: In „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ sind ausschließlich die heranwachsenden Hauptfiguren die Helden. Damit die erwachsenen Co-Stars ihren jungen Kollegen nicht die Show stehlen, entledigt sich das Skript (Sigrun De Pascalis, Ursula Gruber) der beiden wichtigsten erwachsenen Charaktere einfach, bevor es mit dem eigentlichen Abenteuer überhaupt losgeht: Im Zuge einer unkontrollierten Spontanhypnose werden die Eltern von Daka und Silvania in Kleinkinder verwandelt – und müssen mit sich und ihren Problemen zuhause klar kommen, während die beiden Schwestern in Transsilvanien nach ihrem entführten Brüder Ausschau halten. Vermeintliche „Hilfe“ erhalten sie zwar von Michael Kessler („Er ist wieder da“), der einmal mehr in der Rolle des karikaturesk spleenigen Vampirjägers Dirk van Kombast zu sehen ist. Doch im Vergleich zu „Die Vampirschwestern“ und „Fledermäuse im Bauch“ ist van Kombast hier noch eine Spur tollpatschiger und ganz nebenbei auch noch feiger, sodass er für Daka und Silvania alles ist, aber ganz sicher keine Hilfe. Die Jugendlichen und Kinder sind hier also tatsächlich ganz auf sich allein gestellt, wenn sie sich mit der von Jana Pallaske („Männerherzen und die ganz ganz große Liebe“) charmant-schaurig verkörperten Vampirkönigin Antanasia herumschlagen müssen. Das kann für die ganz Kleinen mitunter ein wenig zu düster und gruselig sein; erst recht, weil Pallaskes Figur lange Zeit absolut undurchschaubar ist und „Die Vampirschwestern 3“ dahingehend überraschend unvorhersehbar daherkommt. An anderer Stelle gleicht das Skript diese sehr düstere Grundstimmung mit frischen, durchaus auch albernen Gags aus (nur der sichtbaren Spielfreude von Christiane Paul und Stipe Ercep ist es zu verdanken, dass die kurzen Szeneneinschübe rund um die beiden verzauberten Eltern nicht vollends ins Nervig-überdrehte abdriften). Doch das Gleichgewicht stimmt weitestgehend.

In der ersten Hälfte fügt Tim Trachte dem noch eine weitere Facette hinzu. Der emotionale Konflikt Dakas, die im tiefsten Inneren gern wieder in ihr Heimatland zurück möchte, da sie sich in Deutschland nie so recht heimisch gefühlt hat, mengt der Geschichte auf kindgerechte Weise Themen wie das Finden der eigenen Identität bei und reißt zudem die Frage an, was Heimatverbundenheit bedeutet. Für ältere Zuschauer mag dieser Ansatz eventuell ein wenig zu forciert und plakativ wirken, doch gerade für die Kleinen sind Dakas Figur und ihre Selbstzweifel und Fragen absolut nachvollziehbar. Daran tragen nicht zuletzt auch die beiden Teenie-Mädels bei. Einmal mehr punkten Laura Roge und Marta Martin mit viel Natürlichkeit und intuitiver Spielfreude, sodass man es ihnen anmerkt, dass sie hier bereits zum dritten Mal gemeinsam vor der Kamera zu sehen sind. Ebenso spannend geraten die charakterlichen Entwicklungen in ganz unterschiedliche Richtungen. Die an mit sich und ihrem Leben hadernde Daka verleiht der insgesamt wieder verstärkt auf Humor setzenden Produktion die genau richtige Portion Ernsthaftigkeit und vorsichtige Melancholie, während Silvanias optimistischer Tatendrang die Story immer dann voran treibt, wenn sie für einen Moment zu lang auf der Stelle tritt. Indes können sich Fans auch auf ein Wiedersehen mit Tim Oliver Schulz („Der Club der roten Bänder“) als Vampirband-Frontsänger Murdo freuen, der ganz nebenbei bemerkt wesentlich öfter in deutschen Kino-Produktionen zu sehen sein sollte.

Die Vampirschwestern 3 - Reise nach Transsilvanien

Tim Oliver Schulz gibt sich ein weiteres Mal die Ehre, in die Haut von Vampir-Rockband-Frontsänger Murdo zu schlüpfen.

Zu guter Letzt stimmt in „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ vor allem die technische Aufmachung. Abseits der bereits über den Klee gelobten Kulissenwahl des gruseligen Vampirschlosses fügen sich auch die Computereffekte gut in das reale Setting ein. Besonders amüsant geraten jene Momente, in denen Tim Trachte gängige Pubertätsprobleme auf Vampirgefilde überträgt; die Spontanhypnose ist ein Beispiel davon. Darüber hinaus sorgen gerade die Begegnungen mit „normalen Menschen“ immer wieder für reichlich Situationskomik, in denen auch CGI zum Einsatz kommt. Doch im Gegensatz zu anderen deutschen Genreproduktionen – man denke nur an den letzten Teil der „Edelstein-Trilogie“, wirkt „Die Vampirschwestern 3“ äußerst wertig und liebevoll inszeniert. Der absolut ohrwurmtaugliche Titelsong „Die Anderen“ von Jonas Monar rundet dieses technisch grundsolide Erscheinungsbild ab. Damit richtet sich der dritte Teil der „Vampirschwestern“-Reihe zwar immer noch sichtbar an ein vor allem junges (und angesichts der aufgegriffenen Probleme wohl vornehmlich weibliches) Publikum, doch die erwachsenen Begleitpersonen dürften im Vergleich zu den beiden Vorgängern hier ebenfalls eine gehörige Portion Spaß und vielleicht sogar ein klein wenig Schiss haben.

Fazit: „Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ ist der bisher beste Teil der Reihe und unterhält mit feinem Grusel, jeder Menge Spaß und nachdenklichen Zwischentönen sowohl das große, als auch das kleine Publikum.

„Die Vampirschwestern 3 – Reise nach Transsilvanien“ ist ab dem 8. Dezember bundesweit in den deutschen Kinos zu sehen.

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