Tag Archives: Horror

It Comes at Night

Der Starttermin des beim Overlook Filmfestival gefeierten Horrorthrillers IT COMES AT NIGHT wurde kürzlich vom September in den Januar verschoben. Besucher des Fantasyfilmfests bekamen dieses kleine Juwel allerdings schon zu sehen. Nun kommt der Film endlich auch regulär in die Kinos. Weshalb man sich diesen Film nicht entgehen lassen sollte, dass verrate ich in meiner Kritik.

Read more

2017 – Die Plätze 10 bis 1

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge werde ich mit den Top 10 meiner Lieblingsfilme 2017 nun endgültig mit dem vergangenen Jahr abschließen. Ein kurzes Abschlussfazit: Ich habe so viele Filme wie noch nie gesehen und habe mich erstmals auch ein wenig ausführlicher mit Produktionen auseinandergesetzt, die nicht regulär ins Kino gekommen sind. Dabei habe ich dann tatsächlich eine Handvoll Perlen entdeckt und ärgere mich etwas, dass ich Direct-to-DVD-Produktionen erst jetzt in meinen Jahrescharts berücksichtige. Unter allen Filmen, die ich gesehen habe, waren diesmal doch ein paar mehr Graupen dabei, als zuletzt. Wobei sich diese mitnichten bloß im Mainstreamkino ausmachen lassen. Es nervt mich, dass Big-Budget-Filme immer stärker von oben herab betrachtet werden, auch wenn sich manch ein Film nicht wundern braucht, wenn er das Image des Blockbusters nachhaltig schädigt. Trotzdem gibt es in absolut jedem Genre und jeder Produktionsgröße starke und schwache Filme. 2017 war für mich aber vor allem das Jahr des Horrorfilms. Als Genrefan freut mich das ganz besonders, genauso wie ich an dieser Stelle gern (mal wieder) eine Lanze für das deutsche Kino brechen möchte, das dieses Jahr wirklich stark aufgestellt war. Nun aber genug in der Vergangenheit geschwelgt – Zeit, für die letzten ehrenwerten Nennungen:

Read more

Das startet am 4. Januar 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 04. Januar 2018 und damit begrüßen wir ein neues Filmjahr, das direkt mit einem spektakulären Knall beginnt. Die Rede ist von „Greatest Showman“, der auch aufgrund großer Werbekampagnen einen starken Start erwischen dürfte. Da es außerdem keine Genrekonkurrenz gibt, könnte sich auch „Insidious 4“ gut schlagen, der der Presse vorab allerdings nicht gezeigt wurde. Einen einmaligen Start erlebt der Animationsfilm „Die Dschungelhelden“ am 7. Januar, die Dokumentation „Score“ ist ein Muss für alle Kinoliebhaber und der Oscar-Bait „Das Leuchten der Erinnerung“ enttäuscht.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

GREATEST SHOWMAN  | Regie: Michael Gracey | USA 2017

P.T. Barnum stammt aus einfachen Verhältnissen. Aber er hat einen Traum: Er will die Menschen begeistern! Gemeinsam mit seiner Frau Charity und seinen beiden Töchtern Caroline und Helen kauft er ein altes Kuriositätenkabinett und ringt verzweifelt um Besucher, bis er beschließt, eine Zirkusshow auf die Beine zu stellen, wie sie die Welt noch nie gesehen hat. Er rekrutiert Artisten und Freaks, Gaukler und Künstler und inszeniert ein spektakuläres Event, das fortan jeden Abend ausverkauft ist. Doch nicht nur innerhalb der Gruppe kommt es bald zu Spannungen, auch Teile der Gesellschaft protestieren gegen Barnums Truppe. Er beschließt, Kontakt mit dem Theaterregisseur Philip Carlyle aufzunehmen, der bei den Oberen Zehntausend ein- und ausgeht. Und auch die Bekanntschaft mit der umwerfenden Sängerin Jenny Lind lenkt das Leben der Barnum-Familie in ganz neue Bahnen… 

Das berauschende Musical „Greatest Showman“ ist das Kinospektakel des Winters und ein Pflichttermin für jeden, dessen Augen mal wieder so strahlen sollen, wie beim aller ersten Besuch im Zirkus. Zu sehen gibt’s unter anderem einen Hugh Jackman in Höchstform und zu hören neun eingängig-mitreißende Popsongs, die man anschließend nicht so schnell aus dem Kopf bekommt.


SCORE – EINE GESCHICHTE DER FILMMUSIK | Regie: Matt Schrader | USA 2016

Wodurch wird eine Filmmusik unvergesslich? „Score – Eine Geschichte der Filmmusik“ zeigt, wie einige der berühmtesten Filmthemen der Kinogeschichte konzipiert wurden und wie die Entwicklungsstufen eines Soundtracks vom leeren Notenblatt bis zum fertigen Score verlaufen. Die bekanntesten Filmmusikkomponisten – alle Meister ihres Fachs – teilen in diesem Dokumentarfilm ihre Erfahrungen und ihr Know-How mit uns, den Zuschauern. „Score – Eine Geschichte der Filmmusik“ demonstriert, welche Macht und welchen Einfluss die Filmmusik hat. Regisseur Matt Schrader veranschaulicht in seinem Film die Entwicklungsprozesse und dokumentiert, wie die Komponisten die Musik zusammenstellen und den Film so untermalen, dass er beim Publikum unmittelbar intensive Reaktionen auslöst.

In „Score – Eine Geschichte der Filmmusik“ gibt Regie-Newcomer Matt Schrader einen Einblick in die faszinierende Welt der Score-Komposition und nimmt sich viel Zeit, um sämtliche Facetten von Job und Branche zu erläutern. Selbst für themenfremde Zuschauer ergibt sich so – auch dank der vielen brandaktuellen Beispiele – ein kurzweiliges Filmerlebnis mit informativem Mehrwert.


DIE SPUR  | Regie: Agnieszka Holland, Kasia Adamik | POL/DE/CZ/SWE/SK/FR 2017

Janina Duszejko, eine pensionierte Brückenbauingenieurin, lebt mit ihren Hunden zurückgezogen in einem Bergdorf an der polnisch-tschechischen Grenze. Die Dorflehrerin für Englisch ist charismatisch, exzentrisch, eine leidenschaftliche Astrologin und strikte Vegetarierin. Eines Tages sind ihre geliebten Hunde verschwunden. Wenig später entdeckt sie in einer verschneiten Winternacht ihren toten Nachbarn und bei dessen Leiche eine Hirschfährte. Weitere Männer sterben auf mysteriöse Weise. Alle hatten ihren festen Platz in der dörflichen Gemeinschaft, alle waren passionierte Jäger. Duszejko, die allgemein als Verrückte angesehen wird, macht sich ihre eigenen Gedanken und ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Dabei weiß sie das unauffällige Erscheinungsbild einer „wirren alten Frau mit Plastiktüte in der Hand“ geschickt zu nutzen. 

Der polnische Thriller „Die Spur“ über Jäger, die zu Gejagten der Tiere werden, besitzt eine spannende Grundlage, die Hauptdarstellerin Agnieska Mandat-Grabka zum Leben erweckt. Doch für eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik ist der Film zu einseitig.


DAS LEUCHTEN DER ERINNERUNG  | Regie: Paolo Virzì | USA 2017

Ella und John sind schon viele Jahre verheiratet. Sie sind alt geworden, beide sind nicht mehr wirklich gesund, ihr Leben wird mittlerweile von Arztbesuchen und den Ansprüchen ihrer erwachsenen Kinder bestimmt. Um ein letztes richtiges Abenteuer zu erleben, machen die beiden ihr Oldtimer-Wohnmobil flott und verlassen stillschweigend ihr Zuhause in Wellesley, Massachusetts. Verärgert und besorgt versuchen die Kinder, sie zu finden, aber John und Ella sind schon unterwegs auf einer Reise, deren Ziel nur sie selber kennen: die US-Ostküste hinunter, bis zum Hemingway-Haus in Key West. Nachts sehen sie sich ihre Vergangenheit auf einem Diaprojektor an, tags begegnen sie dem gegenwärtigen Amerika in amüsanten oder riskanten Situationen. Mit Furchtlosigkeit, Witz und einer unbeirrbaren Liebe zueinander liefern sich die beiden einem Roadtrip aus, bei dem zunehmend ungewiss wird, wohin er sie führt.  

„Das Leuchten der Erinnerung“ wäre gern ein lebensechtes Drama über das Älterwerden, lässt Wahrhaftigkeit aber nur in Einzelszenen erahnen. Dazwischen schummeln sich immer mal wieder generische Feelgood-Momente in die Handlung, über die auch die beiden preiswürdigen Hauptdarsteller Helen Mirren und Donald Sutherland nicht hinwegtrösten können.


DIE DSCHUNGELHELDEN – DAS GROßE KINOABENTEUER  | Regie: David Alaux | FR 2017

Der getigerte Pinguin Maurice, sein ebenfalls getigerter Adoptivsohn Junior (ein Fisch), die Fledermaus Flederike, das Koboldäffchen Grummel, der blaue Berggorilla Harry und die beiden Giftfrösche Al und Bob sind die Dschungelhelden. Ein Team aus mutigen Waldbewohnern, das immer dann eingreift, wenn Not am Mann ist oder jemand ihre Hilfe braucht. So auch diesmal, als der gerissene Koalabär Igor versucht, alle Tiere im Urwald gefangen zu nehmen und zu Sklaven zu machen, um explosive Pilze zu ernten, mit denen er den Dschungel später in die Luft sprengen will. Nur eine kleine Gruppe kann sich vor ihm verstecken und schmiedet bereits einen ausgeklügelten Plan, um die anderen Tiere retten: die Dschungelhelden! Doch auf ihrem Plan stoßen sie auf allerlei Gegenwind. Sie müssen zusammenhalten, um ihre Mission zu erfüllen. 

„Die Dschungelhelden – Das große Kinoabenteuer“ bietet den kleinen Zuschauern eineinhalb Stunden kurzweilig-spannende Animationsunterhaltung mit allerlei kulleräugigen Tieren, bei der Figuren und Geschichte allerdings deutlich zu kurz kommen.


LUX – KRIEGER DES LICHTS  | Regie: Daniel Wild | DE 2018

Der schüchterne Endzwanziger Torsten Kachel (Franz Rogowski) lebt mit seiner Mutter (Eva Weißenborn) im Osten Berlins. In der Gestalt von „Lux, dem Krieger des Lichts“ versucht er, die Welt ein bisschen besser zu machen. So verteilt  er zum Beispiel regelmäßig Lebensmittel an Obdachlose, oder hilft auf seinen Streifzügen durch die Stadt Bedürftigen, wo er kann. Ein Filmteam begleitet ihn dabei, um über das soziale Engagement des selbsternannten Real Life Superheros zu berichten. Weil sich das jedoch als recht unspektakulär entpuppt, findet Jan, der Regisseur (Tilman Strauss), keinen Geldgeber für sein Projekt. Schließlich bekundet der gierige Produzent Brandt (Heiko Pinkowski) Interesse, allerdings unter der Voraussetzung, dass Jan ihm sensationelleres Material liefert; denn wo Superheld drauf steht, muss auch Superheld drin sein.

„Lux – Krieger des Lichts“ wäre gern Superheldenpersiflage, -Verbeugung und Mediensatire in einem, ist letztlich aber nichts von alledem. Franz Rogowski spielt erwartungsgemäß stark auf, doch während der 100 Minuten wird man den Eindruck nicht los, der Regisseur wusste mit seinen vielen Ideen selbst nicht so genau etwas anzufangen. Das Ergebnis ist trotz einiger Lichtblicke enttäuschend.


INSIDIOUS – THE LAST KEY  | Regie: Adam Robitel | CAN/USA 2018

Schon als Kind ist Elise Rainier (Lin Shaye) in der Lage, Kontakt mit den Toten aufzunehmen. In ihrem Zuhause direkt unter dem Todestrakt einer Justizvollzugsanstalt nimmt sie regelmäßig Erscheinungen Verstorbener wahr und treibt ihren zweifelnden Vater (Josh Stewart) so zur Weißglut. Als eines Tages Elises Mutter ums Leben kommt, eskaliert die Situation: Sie flüchtet und lässt ihren Bruder Christian (Bruce Davison) in der Obhut ihres gewalttätigen Vaters. Viele Jahrzehnte später arbeitet sie als Medium und Parapsychologin und reist mit den sympathischen Geisterjägern Specs (Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampson) durchs ganze Land, um ihre Dienste anzubieten. Da erreicht sie eines Tages ein Anruf: Auf dem Anwesen ihrer Jugend kommt es zu übernatürlichen Vorfällen, was Elises persönlichsten Fall nach sich zieht… 

Langsam reichts! Trotz eines vielversprechenden Anfangs ist „Insidious – The Last Key“ der mit Abstand schlechteste Film des Franchises und taugt nicht einmal mehr als kurzweiliger Gruselschocker.


ALTE JUNGS  | Regie: Andy Bausch | LUX 2016

Vier zerknautschte alte Männer (Nuckes, Fons, Lull und Jängi) haben genug davon wie kleine Kinder behandelt zu werden. Gemeinsam mit ihren Freunden planen sie eine Zukunft jenseits des Altenheims. Nuckes, der Alt-68er, ist die treibende Kraft der Gruppe und er weiß wie man „Widerstand“ organisiert. Der Tod kann warten. Das Leben nicht.

Mit einem großartigen Ensemble, bestehend aus den bekanntesten Stars der luxemburgischen Schauspielerfamilie, hat Regisseur Andy Bausch einen liebevollen und herrlich politisch (un)korrekten Film über eine unangepasste Truppe alter Jungs gedreht. Die Komödie über eine Handvoll Seniorenheimbewohner die den Aufstand üben und es nochmal wissen wollen, ist einer der erfolgreichsten luxemburgischen Filme aller Zeiten und kommt nun auch in die deutschen Kinos!


Heimkinotipp: BARRY SEAL – ONLY IN AMERICA  | Regie: Doug Liman | USA 2017

Das Leben schreibt manchmal Geschichten, die so verrückt sind, dass sie nur wahr sein können. Und nur in Amerika sind den Möglichkeiten dabei keine Grenzen gesetzt – die Geschichte von Barry Seal gehört dazu. Anfang der 80er Jahre hält sich der sympathische Draufgänger Barry durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften in Nicaragua und dem kolumbianischen Kartell um Pablo Escobar. Ein irrwitziges Abenteuer als Waffenschmuggler, Drogenhändler und verdeckter CIA-Agent beginnt.

Der handwerklich astreine „Barry Seal – Only in America“ ist eine launige Kriegsposse, die den Zuschauer bei all dem Spaß an der von Tom Cruise fantastisch verkörperten Lebemann-Figur nie vergessen lässt, dass hinter den wahren Ereignissen eigentlich „nur“ die zweifelhafte Karriere eines Ganoven steckt – eines Ganoven mit mehr Glück als Verstand.

Das startet am 28. Dezember 2017

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 28. Dezember und damit den letzten des Jahres. Mit Yorgos Lanthimos‘ „The Killing of a Sacred Deer“ kommt für aufgeschlossene Genrefreunde nochmal ein richtiger Kracher in die deutschen Kinos. Der französischen Komödie „Voll verschleiert“ ist aufgrund einer überraschend groß angelegten Werbekampagne noch ein kleiner Überraschungserfolg zuzutrauen und mit dem Animationsfilm „Loving Vincent“ schafft es der Golden-Globe-Kandidat auch in die deutschen Lichtspielhäuser. Für Fans von Vincent Van Gogh ist dieser auf jeden Fall ein Muss!

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

THE KILLING OF A SACRED DEER  | Regie: Yorgos Lanthimos | UK/IRE/USA 2017

Steven (Colin Farrell) ist ein erfolgreicher Herzchirurg und verheiratet mit der Augenärztin Anna (Nicole Kidman). Die beiden unterhalten eine aus Distanz und Anziehung bestehende Ehe und geben sich mitunter kruden Sexspielchen hin. Mit ihren beiden Kindern Bob (Sunny Suljic) und Kim (Raffey Cassidy) leben sie in einem schönen Haus in einem idyllischen Vorort – von außen ergeben sie also eine perfekte Familie. Doch unter der makellosen Oberfläche beginnt es zu brodeln, als der 16-jährige Halbwaise Martin (Barry Keoghan) auftaucht. Der Teenager aus einfachen Verhältnissen freundet sich mit Steven an und versucht ihn, mit seiner Mutter zu verkuppeln. Als sein Plan scheitert, belegt er Stevens Familie mit einem Fluch. 

„The Killing of a Sacred Deer“ ist ein faszinierend-amüsanter Trip in die Hölle menschlicher Abgründe und provoziert dabei nicht bloß mit seinen humoristischen Spitzen, sondern auch mit rabiater Konsequenz.


LOVING VINCENT  | Regie: Dorota KobielaHugh Welchman | UK/POL 2017

Ein Jahr nach dem Tod des begnadeten Malers Vincent van Gogh (Robert Gulaczyk) taucht plötzlich ein Brief des Künstlers an dessen Bruder Theo (Cezary Lukaszewicz) auf. Der junge Armand Roulin (Douglas Booth) erhält den Auftrag, den Brief an einen ehemaligen Freund Vincents auszuhändigen. Das Problem: Der Adressat ist ist mittlerweile bereits gestorben und so muss sich Armand etwas einfallen lassen, um einen anderen Empfänger zu finden. Ein Unterfangen, das der junge Mann zunächst nur widerwillig auf sich nimmt, doch je mehr er über Vincent erfährt, desto faszinierender erscheint ihm der Maler, der zeit seines Lebens auf Unverständnis und Ablehnung stieß. War es am Ende gar kein Selbstmord? Entschlossen begibt sich Armand auf die Suche nach der Wahrheit und entdeckt unbekannte Seiten an dem Künstler. 

Das für einen Golden Globe als „bester Animationsfilm“ nominierte Krimidrama „Loving Vincent“ erweckt die faszinierenden Bilder des Malers Vincent Van Gogh gekonnt zum Leben. Die Geschichte präsentiert sich dagegen unspektakulär.


VOLL VERSCHLEIERT  | Regie: Sou Abadi | FR 2017

Armand und Leila, Studenten der Wirtschaftswissenschaften, sind frisch verliebt. Gemeinsam haben sie Großes vor: Sie wollen nach New York ziehen und dort ein Praktikum bei den Vereinten Nationen absolvieren. Doch kurz vor ihrer Abreise durchkreuzt Leilas Bruder Mahmoud ihre Zukunftsplanung. Zurück von einem längeren Aufenthalt aus dem Jemen, der ihn verändert hat, wendet er sich gegen die romantische Beziehung seiner Schwester zu einem Mann und beschließt, dass Armand in Leilas Leben nichts verloren hat. Armand und Leila bleibt keine Wahl: Um sich überhaupt treffen zu können, muss Armand einen Niqab tragen, sodass er sie unerkannt besuchen kann. Getarnt als Leilas neue beste Freundin „Scheherazade“ geht Armand zuhause ein und aus – und verdreht Mahmoud mit scheuem Wesen und wunderschönen Augen unbeabsichtigt den Kopf. 

„Voll verschleiert“ ist eine angenehm unalberne Komödie mit dem Herz am rechten Fleck, die die teils irrsinnigen Auswüchse des Islam gekonnt offenlegt, ohne diese zu irgendeiner Zeit böswillig abzuwerten. Stattdessen legt Sou Abadi gekonnt den Finger in die Wunde – und das alles im Rahmen einer süßen Liebesgeschichte.


DIE FLÜGEL DER MENSCHEN  | Regie: Aktan Arym Kubat | KGZ/DE/NED/FR 2017

Hoch oben in den Bergregionen Kirgisistans geht ein Pferdedieb um. Auf die edelsten Tiere hat er es abgesehen, die den Oligarchen die liebsten Statussymbole sind. Doch dem Pferdedieb geht es nicht um Geld. Er reitet die Tiere in die Freiheit und entlässt sie in die offenen Täler. Zentaur heißt der Pferdedieb, der mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf lebt, in dem es außer viel Gerede der Dorfgemeinschaft nicht mehr viel gibt.. Nur sein altes Kino, das heute als Moschee genutzt wird, erinnert noch an die Zeit, als hier Filme aus Russland und Bollywood von einer anderen Welt erzählten. Zentaur sieht mit Sorge, wie sich die Zeiten geändert haben – die Pferde, einst untrennbar mit der Identität und der Freiheit der Kirgisen verwoben, sind heute eine Ware, von menschlicher Profitgier in einen Stall verbannt.

„Die Flügel der Menschen“ ist eine hoffnungsvolle Geschichte über einen Pferdeliebhaber, der seinen vierbeinigen Freunden die Freiheit schenken will. Das Spiel mit der Sympathie für seine Figur beherrscht Regisseur Aktan Arym Kubat genauso gut, wie der Kameramann das Einfangen der eleganten Tiere vor der Kamera. Doch beim Versuch, der Story darüber hinaus zu noch mehr Gehalt zu verhelfen, vergisst Kubat die eigentlichen Stärken seines Films.


BAMSE – DER LIEBSTE UND STÄRKSTE BÄR DER WELT  | Regie: Christian Ryltenius | SWE 2014

Bamse ist nicht nur der liebste Bär der Welt, sondern auch der stärkste – vor allem, wenn er Omas Donnerhonig schlabbert! Damit ist er unbesiegbar, und Diebe haben keine Chance mehr in seiner Heimatstadt. Reinhard Fuchs gefällt das gar nicht. Böse und gemein wie er ist, bringt er alle gegen Bamse auf. Ihr Plan: Sie kidnappen Bamses Oma, damit sie für den Bären keinen Donnerhonig mehr herstellen kann. Um seine Oma zu retten, begibt sich Bamse zusammen mit seinen Freunden Hopser und Herr Schildkröte auf eine gefährliche Reise durch den Wald der Trolle. Als sie in der Burg der Diebe, in der Bamses Oma gefangen gehalten wird, ankommen, wartet bereits Reinhard Fuchs auf sie.

Der Bamse-Bär ist seit über 50 Jahren einer der populärsten Kinderhelden Schwedens und kommt jetzt endlich mit seinen Abenteuern auch nach Deutschland!


 Heimkinotipp: ATOMIC BLONDE  | Regie: David Leitch | DE/SWE/USA 2017

Berlin, 1989, am Vorabend des Falls der Berliner Mauer. Wenn es schon an einem herkömmlichen Tag im Spionagegeschäft schwer ist zu wissen, wem man vertrauen kann, ist es nun, mitten auf dem Pulverfass, welches die kälteste Stadt der Welt gerade ist, schier unmöglich. Lorraine Broughton, eine ebenso eiskalte wie verführerische Topagentin des MI6, wird nach Deutschland geschickt, um einen brutalen Spionagering auszuheben. Gleich nach ihrer Ankunft gerät Lorraine ins Visier der Killer. Doch sie überlebt und erklärt sich bereit, gemeinsame Sache mit dem waghalsigen Berliner Stationsleiter David Percival zu machen. Ein wachsames Auge auf die beiden wirft der hochrangige CIA-Agent Emmett Kurzfeld, der aus den USA nach Berlin geschickt wurde, um Broughtons Mission aus nächster Nähe zu überwachen.  

„Atomic Blonde“ schwankt im Laufe seiner zwei Stunden extrem: Mal ist er visuell bombastisch, mal eher durchschnittlich, während er erzählerisch die größten Defizite hat. Trotz einer beeindruckenden Charlize Theron bleibt am Ende nur ein durchschnittlicher Actionthriller mit Ausschlägen nach oben.

« Older Entries Recent Entries »