Schlagwort-Archiv: Christian Alvart

Das startet am 9. Januar 2020

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 9. Januar 2020, dessen größte Starts wir bislang nicht sehen konnten. Im Falle von „Underwater – Es ist erwacht“ wird sich das vermutlich auch nicht ändern. Bislang sind keinerlei Infos außer des Starttages an die Öffentlichkeit gelangt, obwohl der Sci-Fi-Horrorfilm von William Eubank mit Kristen Stewart und Vincent Cassel hervorragend besetzt ist. Die Neuauflage von „The Grudge“ dagegen wird bereits in wenigen Tagen an dieser Stelle Thema sein. Ansonsten gibt’s mit „Queen & Slim“, „Little Joe“ und „Milchkrieg in Dalsmynni“ einen ersten Schwung Programmkinoware, an den sich Ende des Jahres hierzulande vermutlich keiner mehr erinnern wird.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

MILCHKRIEG IN DALSMYNNI | Regie: Grímur Hákonarson  | ISL/DK/DE/FR 2019

Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes will Inga (Arndís Hrönn Egilsdóttir) ihrer beruflichen Misere ein Ende setzen. Den Schuldigen für die Probleme hat sie längst ausgemacht: die lokale Kooperative, die ihre Monopolstellung gnadenlos ausnutzt und die Bauern mit mafiösen Methoden drangsaliert. Doch Inga gibt nicht klein bei. Mit Einsatz von sozialen Medien, mutigen Mitstreitern und sogar stinkender Gülle macht die patente Kämpferin ihren Standpunkt klar. Dabei legt sie sich mit der alles beherrschenden, scheinbar übermächtigen Kooperative an, um ihr Ziel zu erreichen: die Gründung einer Gegengenossenschaft. Trotz heftigem Widerstand steht Inga ihre Frau im Kampf David gegen Goliath. Und eines Tages scheint es so, als hätten ihre Bemühungen tatsächlich Erfolg. Doch vielleicht hat Inga ihre Gegner unterschätzt…

Vor der exotischen Kulisse des isländischen Milchviehbetriebs erzählt „Sture Böcke“-Regisseur Grimur Hákonarson eine astreine Mafia-Geschichte, angeführt von einer starken Frauenfigur. Das macht „Milchkrieg in Dalsmynni“ trotz Längen zu einem angenehm unkonventionellen Genrebeitrag, dem es gegen Ende leider etwas an Biss fehlt.


QUEEN & SLIM | Regie: Melina Matsoukas  | CAN/USA 2019

Auf dem Rückweg nach seinem ersten Date wird ein junges schwarzes Paar wegen einer Nichtigkeit von einem Polizisten angehalten. Als die Situation aus dem Ruder gerät, erschießt Slim den Polizisten in Notwehr, um die junge Anwältin Queen zu retten, die diesen Polizeiübergriff nicht einfach hinnehmen will. Die Dashcam-Aufnahme des Vorfalls macht die beiden für die Staatsgewalt zu eindeutigen „Polizistenmördern“, aber gleichzeitig auch zu heldenhaften Symbolfiguren, während das Video zum viralen Hit wird. All der Schmerz über unschuldig getötete Schwarze, das Trauma andauernder Polizeiwillkür und die anhaltende Wut über ein immer noch rassistisches System entladen sich in einer Welle der Unterstützung und Proteste für die beiden Flüchtenden. So beginnt eine gefährliche Odyssee, auf der die zwei sich immer näherkommen und ein tiefes Verständnis und eine bedingungslose Liebe füreinander entwickeln.

Es ist ein interessanter Ansatz, den Melina Matsoukas mit ihrem ambitioniert inszenierten Drama „Queen & Slim“ verfolgt. Doch anstatt zwei zu Unrecht beschuldigten Mördern bei ihrer Flucht zuzusehen, wird das Publikum Zeuge eines stylischen Roadmovies, dessen zwei Protagonisten keinerlei Chemie miteinander haben.


LITTLE JOE – GLÜCK IST EIN GESCHÄFT | Regie: Jessica Hausner | UK/AT/DE 2019

Die alleinerziehende Mutter eines Sohnes (Kit Connor) und Wissenschaftlerin Alice (Emily Beecham) hat sich voll und ganz ihrem Beruf verschrieben. Als Botanikerin hat sie eine purpurrote Blume erschaffen, die eine ganz einzigartige Wirkung hat – bei idealer Raumtemperatur und ausreichender Zuwendung macht ihr Duft die Menschen glücklich! Heimlich nimmt Alice eine der Pflanzen für ihren 13-jährigen Sohn Joe mit nach Hause, sie nennen sie „Little Joe“. Er ist begeistert und fasziniert. Doch je weiter die geheimnisvolle Blume wächst, desto mehr verändern sich die Menschen in Alices Umfeld. Ihr Verdacht wird zunehmend stärker, dass ihre Schöpfung womöglich nicht so harmlos und glückverheißend ist, wie es ursprünglich geplant war. Doch plötzlich ist Alice doch davon überzeugt, dass ihre Blume ungefährlich ist… 

„Little Joe – Glück ist ein Geschäft“ zelebriert einen ansehnlichen Style, hat erzählerisch allerdings kaum mehr zu bieten als die Aneinanderreihung von „Die Körperfresser kommen“-Versatzstücken. Als halb so lange „Black Mirror“-Episode wäre das Sci-Fi-Drama besser aufgehoben.


THE GRUDGE | Regie: Nicolas Pesce | CAN/USA 2020

Detective Muldoon (Andrea Riseborough) ist eine engagierte Polizistin und liebende Mutter eines Sohnes. Doch ihr neuester Fall treibt sich nicht nur an ihre körperlichen Grenzen, als sie eines Tages an einen außergewöhnlichen Tatort gerufen wird. Vor Ort findet sie eine verbrannte Leiche, deren Verschwinden offenbar über eine lange Zeit Niemandem aufgefallen ist. Der Zustand der Toten erinnert den Cop an einen anderen Fall und plötzlich eröffnet sich der jungen Frau eine ganz neue Dimension des Grauens. Vor einiger Zeit trieb ein Fluch in Japan sein Unwesen, der die Bewohner eines Hauses einer nach dem anderen dezimierte. Nun hat es dieser Fluch offenbar bis in die Vereinigten Staaten gebracht und fordert nun nach und nach immer mehr Todesopfer. Ob es Detective Muldon gelingt, den Fluch aufzuhalten?

Nicolas Pesce inszeniert zweifellos ambitioniert schon vielfach erzählten Stoff. Doch da ihm ausgerechnet bei der Geschichte selbst die Ideen für neue Impulse fehlen, übernehmen über kurz oder lang wieder einmal die Jump-Scares das Kommando.


UNDERWATER – ES IST ERWACHT | Regie: William Eubank | USA 2019

William Eubank, Regisseur von „The Signal“ und „Love“, legt mit „Underwater – Es ist erwacht“ seinen nächsten Ausflug ins Genrekino vor. Mit dabei: ein hochklassiger Cast, unter anderem bestehend aus Kristen Stewart („3 Engel für Charlie“), T.J. Miller („Ready Player One“) und Vincent Cassel („Alles außer gewöhnlich“).

In dem Science-Fiction-Horrorfilm „Underwater – Es ist erwacht“ geht es um eine Gruppe aus Unterwasser-Wissenschaftlern, die eines Tages bei ihren Arbeiten von einem schlimmen Erdbeben überrascht werden. In dieser Folge wird ihr Unterwasser-Labor verschüttet und die gesamte Crew darin eingeschlossen. Die ohnehin schon missliche Lage für Norah (Kristen Stewart) und ihre Mannschaft wird noch einmal auf dramatische Weise erschwert, als sie merken, dass sie dort unten nicht alleine sind. Etwas hat es auf sie abgesehen…


FREIES LAND | Regie: Christian Alvart | DE 2019

1992 in Ostdeutschland: Über dem Land schwebt die vage Hoffnung auf eine rosige Zukunft, doch auf dem Boden der Tatsachen macht sich Enttäuschung breit. Dieser deutsche Winter der Unzufriedenheit entführt zwei sehr unterschiedliche Ermittler in ein entlegenes Dorf, aus dem zwei Schwestern spurlos verschwunden sind. Zunächst scheint der Fall klar: in den Westen abgehauen sind sie. Wer wollte schließlich nicht dem allzu schnellen Niedergang der Region entfliehen? Die beiden Kommissare Stein und Bach wundern sich zunehmend darüber, dass sich am Verschwinden der Schwestern scheinbar niemand stört. Und auch bei der Kriminalleitung ist man selbst dann kaum interessiert als sich herausstellt, dass bereits früher Mädchen aus dem Dorf verschwunden sind. Als dann die schwer misshandelten Leichen der beiden Schwestern gefunden werden, dämmert Stein und Bach, dass sie es mit einer Mordserie zu tun haben…


Heimkinotipp: LATE NIGHT | Regie: Nisha Ganatra | USA 2019

Das Image der Late-Night-Hostin Katherine Newbury gerät gewaltig ins Wanken, als bekannt wird, dass die Fernsehmoderatorin eine echte Frauenhasserin sein soll. Ihr Team besteht lediglich aus Männern, auch ihre Gags setzen langsam Staub an. Um ihren Ruf zu retten, beordert sie die tollpatschige, aber hochtalentierte Nachwuchsautorin Molly in ihr Team. Sie soll frischen Wind in die alteingesessene Runde bringen und Katherines Show wieder auf den richtigen Kurs führen. Das ist auch bitter nötig, denn wie Katherine mittlerweile mitgeteilt wurde, bleibt ihr nur noch ein Jahr bei ihrem Sender. Aufgrund kontinuierlich sinkender Quoten hat man dort beschlossen, sie zu ersetzen. Also muss Katherine fortan tatsächlich mit Molly an einem Strang ziehen, um die Show, vor allem aber die Karriere der TV-Legende zu retten.

Ohne stets den unangenehmen Zeigefinger zu schwingen und die Schuld für das stete Abfallen des Sendungsimages bei den „alten weißen Männern“ zu suchen, ist Kailings Geschichte ein charmanter Appell an Diversität und das, was folgt, wenn man diese wie selbstverständlich auslebt. Die Pointen treffen ins Schwarze, die emotionalen Aspekte der Geschichte zünden ebenfalls und am Ende steht das unbedingte Streben nach Harmonie und gegen die ausgeprägte Ellenbogengesellschaft. Richtig gut!

Abgeschnitten

Sebastian Fitzeks Psychothriller ABGESCHNITTEN wurde zum Bestseller. Nun hat Genre-Experte Christian Alvart den Stoff für die Leinwand verfilmt. Ob er dem deutschen Spannungskino damit endlich zu seinem verdienten Erfolg verhelfen kann und wie der Film letztlich geworden ist, das verraten wir in unserer Kritik.

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Verlosung: Steig. Nicht. Aus!

Genrespezialist Christian Alvart schickt in seinem High-Speed-Thriller STEIG. NICHT. AUS! Schauspieler Wotan Wilke Möhring in das unangenehme Szenario einer perfiden Entführung, die er nur überlebt, wenn er in seinem Auto und am Handy bleibt. Nun ist der Film auch fürs Heimkino erhältlich. Und aus diesem Anlass verlosen wir in Kooperation mit Euro Video Medien einmal die DVD und einmal die Blu-ray zum Film. Was Ihr tun müsst, um einen dieser Preise abzustauben, erfahrt Ihr weiter unten in diesem Posting.

Auf dem Weg zur Arbeit bringt der Berliner Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) noch schnell seine Kinder Josefine (Emily Kusche) und Marius (Carlo Thoma) zur Schule. Doch bereits kurz nachdem er das Auto startet, erhält er einen Anruf: Der Unbekannte am anderen Ende der Leitung droht damit, eine Bombe, die unter dem Sitz versteckt ist, in die Luft zu sprengen, sollten Karl oder die Kinder versuchen auszusteigen! Vom Auto aus soll Karl in kürzester Zeit eine große Summe Geld beschaffen. Als seine Ehefrau Simone (Christiane Paul) ihn verdächtigt, die gemeinsamen Kinder entführt zu haben, nimmt auch die Polizei die Verfolgung von Karl auf und schaltet Sprengstoffexpertin Pia Zach (Hannah Herzsprung) ein. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit: Der Bombe ausgeliefert und von der Polizei verfolgt, versucht Karl Brendt verzweifelt, seine Kinder und sich zu retten.

„Steig. Nicht. Aus!“ ist ein intensives Thriller-Kammerspiel über einen Mann, dessen Leben von einer funktionierenden Telefonleitung abhängt. Das reduzierte Setting und die simple Grundidee sorgen für Hochspannung, die Action ist stark inszeniert. Lediglich zum Ende hin geht dem Film ein wenig die Puste aus.

Ihr wollt ihn Euch „Steig. Nicht. Aus!“ auf keinen Fall entgehen lassen? Dann müsst Ihr nichts weiter tun, als den zu dieser Verlosung gehörenden Facebook-Beitrag zu kommentieren. Da sich Wessels-Filmkritik.com immer über neue Follower freut, ist diese Verlosung ausschließlich für meine Facebook-Freunde und Twitter-Follower bestimmt. Einfach Fan werden – schon habt Ihr die Chance auf einen Gewinn! Nach Teilnahmeschluss am 30. September 2018 um 23:59 Uhr wähle ich via Zufallsverfahren den Gewinner oder die Gewinnerin aus und schreibe ihn oder sie über eine Privatnachricht an. Checkt nach Ablauf der Verlosung bitte unbedingt Eure Postfächer, da der Gewinn nach einer Woche ohne Rückmeldung verfällt. Nach Abschluss werden selbstverständlich alle personenbezogenen Daten gelöscht und ihr habt bei der nächsten Verlosung wieder eine neue Chance, zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Der Gewinn kann nicht ausgezahlt werden. Viel Glück!

Das startet am 12. April 2018

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, meiner wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um den Starttag des 12. April, an dem das deutsche Kino triumphiert. Mit „3 Tage in Quiberon“ kommt der Favorit des Filmpreises in die Kinos, „Steig. Nicht. Aus!“ dagegen beweist mal wieder, wie routiniert auch deutsche Filmemacher Genrekino inszenieren können. Große Aufmerksamkeit wird auch „A Queit Place“ geschenkt – zu Unrecht, denn das starke Konzept funktioniert nicht über eine Spielfilm-Lauflänge. Über die Komödie „Der Sex Pakt“ und den Glücksspielthriller „Spielmacher“ dürfen wir indes noch kein Wort verlieren. Die Reviews dazu folgen in den kommenden Tagen.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

3 TAGE IN QUIBERON  | Regie:  Emily Atef | DE/AT/FR 2018

1981 verbringt der Weltstar Romy Schneider (Marie Bäumer) drei Tage mit ihrer besten Freundin Hilde (Birgit Minichmayr) in dem kleinen bretonischen Kurort Quiberon, um sich dort vor ihrem nächsten Filmprojekt ein wenig Ruhe zu gönnen. Trotz ihrer negativen Erfahrungen mit der deutschen Presse willigt die zurückhaltende Schauspielerin in ein Interview mit dem STERN-Reporter Michael Jürgs (Robert Gwisdek) ein, zu dem der von Romy Schneider geschätzte Fotograf Robert Lebeck (Charly Hübner) die dazugehörige Fotostrecke liefert. Aus dem geplanten Termin entwickelt sich ein drei Tage andauerndes Katz- und Mausspiel zwischen dem Journalisten und der Ausnahmekünstlerin, das auch Robert Lebeck und Romys Freundin Hilde an ihre Grenzen bringt…

Als Film über die weltberühmte Romy Schneider ist „3 Tage in Quiberon“ gut, da er die Schauspielerin nicht entmystifiziert. Als Film über die Mechanismen der (Klatsch-)Presse ist er dagegen noch besser – eben weil er sie entmystifiziert.


STEIG. NICHT. AUS!  | Regie: Christian Alvart | DE 2018

Auf dem Weg zur Arbeit bringt der Berliner Bauunternehmer Karl Brendt (Wotan Wilke Möhring) noch schnell seine Kinder Josefine und Marius  zur Schule. Doch bereits kurz nachdem er das Auto startet, erhält er einen Anruf: Der Unbekannte am anderen Ende der Leitung droht damit, eine Bombe, die unter dem Sitz versteckt ist, in die Luft zu sprengen, sollten Karl oder die Kinder versuchen auszusteigen! Vom Auto aus soll Karl in kürzester Zeit eine große Summe Geld beschaffen. Als seine Ehefrau Simone ihn verdächtigt, die gemeinsamen Kinder entführt zu haben, nimmt auch die Polizei die Verfolgung von Karl auf und schaltet Sprengstoffexpertin Pia Zach ein. Es beginnt ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit: Der Bombe ausgeliefert und von der Polizei verfolgt, versucht Karl Brendt verzweifelt, seine Kinder und sich zu retten. 

„Steig. Nicht. Aus!“ ist ein intensives Thriller-Kammerspiel über einen Mann, dessen Leben von einer funktionierenden Telefonleitung abhängt. Das reduzierte Setting und die simple Grundidee sorgen für Hochspannung, die Action ist stark inszeniert. Lediglich zum Ende hin geht dem Film ein wenig die Puste aus.


DER SEX PAKT | Regie: Kay Cannon | USA 2018

Das „erste Mal“ am Tag des Abschlussballs – die drei besten Freundinnen Julie (Kathryn Newton), Kayla (Geraldine Viswanathan) und Sam (Gideon Adlon) schließen einen Pakt, denn sie können „es“ nicht mehr erwarten. Ihre Dates wissen noch nichts von ihrem Glück, genauso wenig wie ihre Eltern. Und so soll es auch bleiben. Doch leider haben sie die Rechnung ohne ihre überfürsorglichen Erziehungsberechtigten (Leslie Mann, John Cena und Ike Barinholtz) gemacht, die sich so schon immer ganz besondere Soren um ihre Sprösslinge machen. Die bekommen nämlich zufällig Wind davon und starten umgehend eine unbeholfene, überaus chaotische und absolut bizarre Nacht-und-Nebel-Aktion, um den Plan ihrer Kinder zu vereiteln. 

Zwischen derben Gags unterhalb der Gürtellinie und im Nichts verpuffenden Pointen verbirgt sich in „Der Sex Pakt“ eine durchaus charmante Geschichte über sich annähernde Eltern und ihre Kinder. Am meisten überzeugt allerdings die Interaktion der Darsteller, die sichtlich Spaß an der Sache hatten.


SPIELMACHER  | Regie: Timon Modersohn | DE 2018

Der vorbestrafte Ex-Fußballer Ivo (Frederick Lau) lernt den hoch talentierten Nachwuchsspieler Lukas kennen. Ivo unterstützt den Jungen bei dessen Traum von der Profi-Karriere – auch um den Schmerz seines eigenen geplatzten Traums zu lindern, denn ihm hätte eine große Karriere bevorgestanden, wäre er nicht auf die schiefe Bahn geraten. Als sich Ivo in Lukas’ Mutter Vera verliebt, scheint sich ihm tatsächlich ein neues Leben zu eröffnen. Doch seine kriminelle Vergangenheit holt ihn ein: Der charismatische Dejan (Oliver Masucci) wird auf Ivo aufmerksam und verwickelt ihn immer weiter in illegale Machenschaften abseits des Fußballsports, als er seine Empfänglichkeit für Sportwetten erkennt. Zu spät merkt Ivo, dass auch Lukas längst Teil von Dejans Plänen ist. Um den Jungen vor dem gleichen Schicksal wie dem eigenen zu bewahren, setzt Ivo alles auf eine Karte. 

In Timon Modersohns Regiedebüt „Spielmacher“ folgt auf jedes Pro ein Contra – das macht den stylischen Glücksspiel-Thriller mit Frederick Lau in einer starken Hauptrolle zu einem zwar interessanten, aber nie so ganz runden Kinoerlebnis.


A QUIET PLACE | Regie: John Krasinski | USA 2018

Die Welt ist nicht mehr die, die sie einmal war. Menschen gibt es kaum noch. Und die wenigen Überlebenden sind zu ewigem Schweigen verpflichtet. So auch die ganze Familie von Lee, der mit seiner schwangeren Ehefrau Evelyn und seinen beiden Kindern Marcus und Regan in einem großen Farmhaus inmitten von Maisfeldern lebt. Hier kämpfen die vier mit jedem Atemzug erneut ums Überleben, denn sobald sie auch nur einen Laut von sich geben, schweben sie in größter Gefahr. Riesige Monster machen Jagd auf alles, was Geräusche von sich gibt und haben einen Großteil der Menschheit bereits vernichtet. Die Familie hat sich in ihrem Zuhause so gut wie möglich mit der Situation arrangiert und vermeidet konsequent jeden Ton. Doch über 400 Tage nach der Invasion der Monster steht die Geburt von Evelyns Baby kurz bevor… 

Das Grundkonzept von „A Quiet Place“ könnte einem Kurzfilm zu absolutem Kultstatus verhelfen – es ist gleichermaßen simpel wie genial. Ausgedehnt auf 90 Minuten ist John Krasinskis Creature-Feature allerdings nur eines von vielen.


DAS ETRUSKISCHE LÄCHELN | Regie: Oded BinnunMihal Brezis | USA 2018

Der alternde Griesgram Rory MacNeil (Brian Cox) hat sein ganzes Leben auf der abgelegenen schottischen Insel Vallasay zugebracht. Hier geht er seiner Alltagsroutine nach, liefert sich Fehden mit einem alten Erzfeind und wähnt sich glücklicher, als sein Sohn, der mittlerweile in die Großstadt gezogen ist. Durch seinen Gesundheitszustand ist er gezwungen, seine geliebte Insel zu verlassen und seinen ebendiesen Sohn in San Francisco zu besuchen. Über die Jahre hat sich Rory von seinem Ian (JJ Feild) entfremdet und es fällt ihm schwer, einen Zugang zu ihm zu finden. Ganz im Gegenteil zu seinem kleinen Enkelsohn, den er schnell in sein Herz schließt. Und so entdeckt der Querkopf neue Seiten an sich und anderen, und erkennt, dass ein Lächeln selbst den Tod überdauert, wenn man wirklich gelebt hat. 

„Das etruskische Lächeln“ zeigt nichts, was man in anderen Filmen über Generationskonflikte nicht schon besser gesehen hätte und packt noch eine ordentliche Portion Klischees obendrauf. Immerhin die Nebendarsteller und einige intime Momente überzeugen.

PAPA MOLL UND DIE ENTFÜHRUNG DES FLIEGENDEN HUNDES  | Regie: Manuel Flurin Hendry | CH 2017

Ein Wochenende allein zuhause mit den Kindern – und schon bricht bei Papa Moll (Stefan Kurt) das Chaos aus. Das beginnt eines frühen Morgens, als plötzlich kein Wasser mehr aus der Leitung kommt und der kleine Fritz den Wachtmeister Grimm (Erich Vock) mit einem Gummipfeil beschießt. Und dann wird Papa Moll auch noch zu Überstunden verdonnert. Während Papa Moll also das Wochenende in der Schokoladenfabrik des berühmten Gründers Konrad Weich (Pierre Siegenthaler) verbringen muss, entbrennt zwischen seinen Kindern Evi (Luna Palano), Fritz (Maxwell Mare) und Willy (Yven Hess) sowie dem Nachwuchs seines Chefs Stuss ein gnadenloser Kampf: um Zuckerwatte, Schokolade, Strafaufgaben und den berühmtesten Zirkushund der Welt – Katovl Houdini. 

„Papa Moll und die Entführung des fliegenden Hundes“ wirkt wie aus der Zeit gefallen. Damit meinen wir allerdings nicht das positive „zeitlos“, sondern eher das negative „altbacken“. Einen biedereren Kinder- und Familienfilm wird man in diesem Jahr kaum sehen.


LAYLA M. | Regie: Mijke de Jong | NED/BEL/DE 2017

Layla ist ein 18-jähriges Mädchen, geboren und aufgewachsen in Amsterdam. Sie ist klug, launisch, dickköpfig und von marokkanischer Herkunft. In Zeiten ständiger terroristischer Bedrohung, hat sie mit dem steigenden Argwohn gegenüber Frauen mit Kopftuch und bärtigen Männern zu kämpfen, den sie tagtäglich miterleben muss. Doch die anwachsende Frustration, stärkt ihren Glauben. Im Zuge dessen tritt sie einer muslimischen Gruppe bei, die für die islamische Freiheit kämpft. Layla veröffentlicht Filme im Internet und erstellt politische Flyer, die den syrischen Horror und die Grausamkeiten in Gaza zeigen – und gleichzeitig flirtet sie mit dem charismatischen Abdel. Als ihr friedvoller Bruder und sie von der Polizei verhaftet werden, bleibt der gefühlsverletzten und in Angst verlorenen Layla keine andere Möglichkeit den Konflikten mit ihren Eltern zu entfliehen, als von Zuhause wegzulaufen…


 Heimkinotipp: A GHOST STORY  | Regie: David Lowery | USA 2017

Es geschieht ganz plötzlich und unerwartet: C kommt bei einem tragischen Autounfall ums Leben. Doch kurz darauf kehrt sein Geist zurück. Der Illusion verschrieben, seiner Frau M bei ihrem Verlust beizustehen, muss er feststellen, dass er in einer neuen Gestalt, losgelöst von jeglicher Zeit, existiert. Als passiver Beobachter ist er gezwungen, schmerzlich dabei zuzusehen, wie ihm das Leben, das er kannte, entgleitet und die Frau, die er liebte, in eine neue Zukunft entschwindet. Unfähig seine Situation zu akzeptieren, vergehen Tage, Wochen und sogar Jahre, bis C verzweifelt erkennt, dass er womöglich für immer an dieses Dasein gefesselt sein wird. Während sich die Welt um ihn drastisch verändert, verblassen Stück für Stück die Konturen seiner eigenen Existenz.  

„A Ghost Story“ fühlt sich so an, als hätte sich Kinopoet Terrence Malick an der Inszenierung eines Horrorfilms versucht. Herausgekommen ist eine melancholische Trauerstudie in hypnotischen Bildern, die vor allem eines ist: aufregend!

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