Ryan Cooglers im wahrsten Sinne des Wortes groß gedachter Vampirhorrorfilm BLOOD & SINNERS kombiniert gigantische IMAX-Bilder mit einer intensiven Allegorie auf das Sklavendasein. Dafür gibt’s viele Lobpreisungen, auch wenn die klassischen Genreelemente eher klassisch ausfallen.
Intensive Spannung in beengter Kulisse: Für seinen High-Concept-Thriller DROP – TÖDLICHES DATE schickt „Happy Deathday“-Regisseur Christopher Landon in ein Nobelrestaurant, wo sie mit bedrohlichen Textnachrichten konfrontiert wird. Der Auftakt für ein äußerst kurzweiliges Whodunit-Vergnügen.
Im April und Mai erscheint in den deutschen Kinos eine der besten Filmtrilogien aller Zeiten. OSLO STORIES erzählt in seinen drei Teilen LIEBE, TRÄUME und SEHNSUCHT von einer emotional und sexuell offenen Gesellschaft in der Gegenwart. Dabei legt der Regisseur und Autor Dag Johan Haugerud eine solche Klarheit an den Tag, dass sich der eigene Horizont nach dem Filmgenuss um ein Vielfaches erweitert anfühlt. Grandiose Dialoge und die perfekte Nutzung des Drehorts Oslo machen aus diesem filmischen Dreiklang eine einmalige Kinoreise.
Darum geht’s
Im Zentrum von „Liebe“ stehen Marianne (Andrea Bræin Hovig) und Tor (Tayo Cittadella Jacobsen). Beide arbeiten in einem Osloer Krankenhaus und treffen sich eines Abends zufällig auf eine Fähre. An Bord entspinnt sich ein intimer Dialog über ihre Wünsche an das eigene Sex- und Liebesleben, dessen Inhalt sich auch auf die Leben einiger ihrer Weggefährt:innen auswirkt. Mariannes beste Freundin Heidi (Marte Engebrigtsen) gibt sich zwar sexuell offen, sieht Mariannes sehr freigeistiger Herangehensweise an das Thema Dating allerdings sehr kritisch gegenüber. Der sympathische, alleinerziehende Vater Geologe Ole Harald (Thomas Gullestad) hofft derweil, bei Marianne landen zu können, doch weiß die selbst noch nicht so ganz, ob sie sich auf eine Patchwork-Beziehung einlassen möchte.
Johanne (Ella Øverbye) weiß dagegen ganz genau, was sie will: ihre sympathische Lehrerin Johanna (Selome Emnetu), in die sie sich Hals über Kopf verliebt hat. Doch anstatt in „Träume“ einfach nur aus der Ferne zu schwärmen, sucht Johanne den Kontakt und trifft sich fortan regelmäßig bei ihrer Angebeteten zuhause, um gemeinsam mit ihr zu stricken. Nach einer längeren gemeinsamen Zeit, bricht der Kontakt der beiden Frauen ab – und Johanne macht aus den Geschehnissen einen Roman, den sie anschließend ihrer Mutter (Ane Dahl Torp) und ihrer Großmutter (Anne Marit Jacobsen) zum Lesen gibt. Die beiden sind von den durchaus erotischen Schilderungen ihrer Tochter zunächst irritiert, befinden den Inhalt jedoch für so stark, dass sie Johanne raten, das Buch zu veröffentlichen…
Etwas, was die beiden namenlosen Protagonisten (Jan Gunnar Røise und Thorbjørn Harr) in „Sehnsucht“ vermutlich nicht tun würden. Die zwei als Schornsteinfeger über den Dächern von Oslo arbeitenden Kollegen schildern einander ihre tiefsten Geheimnisse. Doch die Erzählung einer homosexuellen Erfahrung bringt nicht etwa die Freundschaft der beiden ins Wanken, sondern eine eigentlich so perfekt scheinende Ehe…
Kühles Thrillerkino, das seinen Protagonisten einmal rund um den Erdball führt: Der hochelegant inszenierte Thriller THE AMATEUR fühlt sich in vielerlei Hinsicht erfrischend an, gerade weil er nicht mit Action und Krawall punktet, sondern mit starken Dialogen und einem großen Fokus auf seine komplexe Hauptfigur.
Ein weiteres Videospielphänomen bekommt seinen eigenen Film: EIN MINECRAFT FILM ist auf der einen Seite eine Ode an die grenzenlose Fantasie, aber gleichzeitig durchzogen von einem Anarcho-Humor, dessen anvisierte Zielgruppe sich nie so richtig erschließt. Das macht das Endergebnis zu gleichen Teilen faszinierend und frustrierend.