Meine Filmflops 2013 – Die Plätze 20 bis 11

Schon letztes Jahr begann ich meinen cineastischen Jahresrückblick mit meinen ganz persönlichen Flops des vergangenen Kinojahres. Getreu dem Motto „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen!“ lasse ich Euch die kommenden Tage an einem kleinen Streifzug durch 2013 teilhaben und präsentiere Euch an dieser Stelle meine eigens zusammengestellten Jahrescharts, ohne auf die objektive Qualität Rücksicht zu nehmen! Zur Auswahl standen knapp 150 von mir gesichtete Filme, die in diesem Jahr entweder ihren Direct-to-DVD-Start hatten oder 2013 im Kino gestartet sind. Wiederaufführungen bekannter Filme oder Kinoevents wurden dabei nicht berücksichtigt. Viel Spaß!

20

Deutsche Filmemacher sind nicht per se unfähig, gute Horrorproduktionen abzuliefern. Filme wie „Hell“ oder sogar TV-Movies wie „Gonger“ beweisen, dass Suspense aus dem eigenen Land funktionieren kann. Rein inszenatorisch betrachtet ist auch ZIMMER 205 recht gelungen, wäre das Skript nicht derart zusammengeklaut, dass man um Vergleiche mit dem offenbar angestrebten Standard nicht umher kommt. Ganze Plotlines wurden 1:1 aus Filmen wie „Ring“ entnommen und auf deutsche Gefilde übertragen.  Dass man an die Intensität der als Vorlage dienenden J-Horrorfilme nicht heranreicht, verwundert angesichts des zwar ambitionierten, der Aufgabe aber nicht gewachsenen Casts nicht. Daran ändert auch das um einen Twist nach dem anderen bemühte Finale nichts.

 

19

Und wieder ist alles nur geklaut. Diesmal lässt man zwar das Horrorgenre links liegen, vergeht sich jedoch dreist an „Men in Black“ und „Supernatural“, um hieraus eine langweilige, vorhersagbare und zu keinem Zeitpunkt packende Story zu spinnen. R.I.P.D. – REST IN PEACE DEPARTMENT bietet dem Zuschauer ein Cop-Duo (immerhin amüsant: Ryan Reynolds und Jeff Bridges), das sich eineinhalb Stunden lang durch ein um Originalität bemühtes Drehbuch kämpft, das sogar an einfachsten Storyentwicklungen scheitert. Auch die CGI-Animationen, die für derartige Blockbuster-Verhältnisse nicht einmal besonders anspruchsvoll daherkommen, befinden sich maximal auf niedrigem Computerspiel-Niveau. Lediglich das 3D holt in den entscheidenden Momenten einiges aus der ihm gebotenen Vorlage heraus.

 

18

Til Schweiger und Will Smith haben eines gemeinsam: Sie zerren ihre (mehr oder weniger talentierten) Zöglinge gern vor die Kamera und das am liebsten noch direkt an ihre Seite. AFTER EARTH ist ein Paradebeispiel dafür, weshalb diese Strategie nicht immer aufgeht. Anders als es das Plakat vermuten lässt, stehen in diesem postapokalyptischen Sci-Fi-Thriller nicht etwa beide im Mittelpunkt, sondern der sich einmal mehr als unausstehlich arroganter Schnösel entpuppende Jaden versucht, den ganzen Film allein zu tragen. Dies wäre ihm vielleicht gelungen, wenn er einen Funken Charisma oder gar Sympathie ausstrahlen würde, doch weit gefehlt. Vor Jaden Smith werden sogar die teils atemberaubenden Naturaufnahmen zu einer Nichtigkeit, denn an sich ist der Film kein solches Desaster, wie in den Medien behauptet.

 

17

Erneut trifft sich ein kleiner Teil der US-Amerikanischen Comedy-Elite, um unter der Leitung von Adam Sandler die Sau rauszulassen. War dies im ersten Teil noch amüsant und aufgrund des netten Überthemas „Erwachsene wollen noch einmal Kind sein“ durchaus sympathisch, bietet KINDSKÖPFE 2 nur noch einen müden Aufguss aller schlechten Elemente seines Vorgängers. Angefangen bei einem grottig animierten CGI-Hirsch über ins Unerträgliche wiederholte Rülps- und Furzwitze bis hin zu nervtötenden Randfiguren geht der einstmals vorhandene Grundgedanke komplett flöten und man fragt sich doch glatt, wie Regisseur Dennis Dugan es geschafft hat, ein derart hochkarätiges Ensemble von seinem missratenen Projekt überzeugen zu können.

 

16

Mit KOKOWÄÄH 2 machte Til Schweiger nicht nur die Fehler des ersten Teils der Kuckuckskind-Komödie noch einmal, sondern packt auch noch so einige obendrauf. Die von vielen Seiten als süß beschriebene Emma Schweiger hat die Zeit zwischen Teil eins und Teil zwei nicht genutzt, um an ihrem Schauspiel zu feilen. Nach wie vor wirken ihre Sätze auswendig aufgesagt und nehmen dem Film so schon jegliche Dynamik. Einige der Randfiguren lässt das Drehbuch kaum nachzuvollziehende Wandlungen durchlaufen und das Grundgerüst der Geschichte steht auf solch wackelig-konstruierten Beinen, dass der Film selbst keine Daseinsberechtigung besitzt. Lediglich Schweighöfer als eine satirische Darstellung seiner selbst liefert wahres Comedy-Gold.

 

15

Eigentlich ist die schlechte Platzierung von Helge Schneiders Anarcho-Komödie 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE nicht ganz gerechtfertigt. Wer sich auf den dadaistischen Witz des Impro-Spezialisten einlässt, weiß schließlich von vornherein, was ihn erwarten wird. Tatsächlich ist der Streifen, der eine logische Handlung kaum erkennen lässt, für das was er sein will, grandios und provoziert Lacher am laufenden Band. In der richtigen Umgebung, und die bot mir das Kinopublikum während der Vorführung, kann man einen heiteren Abend erleben und einen Schenkelklopfer nach dem anderen genießen. Nach den eineinhalb Stunden Laufzeit ist die Schmerzgrenze jedoch erreicht und die nächste Dosis Helge-Schneider-Humor kann erstmal lange auf sich warten lassen. Noch einmal anschauen ausgeschlossen!

 

14

Nun kommen wir zum ersten Mal an einen Punkt, an welchem sich objektive Qualität und subjektiv empfundenes Gefallen  weit voneinander entfernen. Das Behinderten-Drama THE SESSIONS ist definitiv eindringlich inszeniert und vor allem auf Seiten des männlichen Hauptdarstellers herausragend gespielt. Mich hat dieser Tränen-Provokateur jedoch kalt gelassen und aufgrund seiner offensichtlich berechnenden Award-Absichten sogar leicht geärgert. Zudem trägt das sehr ruhige und stellenweise langatmige Tempo dazu bei, dass im Laufe der Zeit tatsächlich so etwas wie gähnende Langeweile eintritt, was mir für den Film einerseits Leid tut, da er behutsam mit einem sensiblen Thema umgeht. Andererseits hätte man sich dieser Thematik jedoch auf eine viel bessere Art und Weise annähern können.

 

13

Die von den Machern der „Hangover“-Reihe entwickelte Teenie-Komödie 21 & OVER sollte der heranwachsenden Generation ihr ganz eigenes „Hangover“ bieten. Großartig geholfen hat diese lobenswerte Absicht nicht. Die ausschließlich mit Newcomern besetzte Teenie-Party ist auf der einen Seite viel zu brav für eine zünftige Komödie im besagten „Hangover“-Stil, liefert dann jedoch teilweise Gags am Rande der Geschmacklosigkeit, weshalb beide Tonfälle nicht wirklich zusammenpassen. Um Aufmerksamkeit bemüht spielt sich der (immerhin harmonische) Cast durch ein nichtssagendes Skript, das die Kinowelt nicht braucht. Dämliche, wie Sketche aufgemachte Handlungs-Episoden setzen dem nervigen, aber wenigstens weitgehend harmlosen Irrsinn die Krone auf. Ein Film, den die Welt nicht braucht.

 

12

Immerhin hat er mit „Frau Ella“ noch einmal nachgelegt. Sonst wäre 2013 ein unterirdisches Jahr für Matthias Schweighöfer geworden. SCHLUSSMACHER bildet unter den deutschen Kinokomödien dieses Jahres den lieblosesten Vertreter und verärgert aufgrund am Reißbrett entworfener Figuren, stereotypen Entwicklungen und miesen Gags. Gerade letztere sind es, die es tatsächlich schaffen, jeden auch nur ansatzweise zu glücken scheinenden Handlungsbogen wieder komplett zunichte zu machen. Auch die Darsteller spielen sich nervtötend eindimensional und ohne ein Gespür für Timing durch die Story, die – als Road-Trip konzipiert – eigentlich eine nette Idee ist. Doch selbst das nervt, wenn diese nur ein Vorwand ist, um beim Product Placement ordentlich abzukassieren.

 

11

Eigentlich mag ich Kinderfilme. Doch die Komödie SPUTNIK ist ein sehr seltsamer Vertreter seines Genres. Die Mischung aus Jugendabenteuer vor dem Hintergrund der DDR und halbgarer Sci-Fi-Thematik funktioniert auf keiner der beiden Ebenen. Wo zu Beginn nur das lahme Tempo mit viel zu viel Gefühlsduselei negativ auffällt, verheddert sich das Skript ab dem Zeitpunkt, zu dem man sich entschloss, der Story „ein wenig Weltraumflair“ zu verleihen. Dabei wird nie so ganz ersichtlich, welchen Tonfall der Film jetzt einschlagen möchte, wie realitätsnah die Story beibehalten wird, oder ob man sich gar direkt ins Science-Fiction-Fach begeben will. Zusammen mit einem absolut kuriosen, zum Film unpassenden Ende und fragwürdigen Moralvorstellungen lasse ich diese deutsche Produktion meine Top 20 der miesesten Filme 2013 abschließen.

 

In den nächsten Tagen folgt an dieser Stelle meine Flop 10 der Filme 2013.