Tag Archives: Thriller

Destroyer

In Karyn Kusamas Thriller DESTROYER gibt sich Schauspielikone Nicole Kidman einmal mehr von ihrer abgewrackten Seite und wird damit zur Hauptdarstellerin eines Films, der noch viel besser sein könnte, würden sich nicht die Macher einzig und allein darauf verlassen. Mehr dazu verraten wir in unserer Kritik. Read more

Das startet am 28. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 28. Februar, dessen größter Start das solide Remake von „Einer nach dem anderen“ ist – eine norwegische Thrillerkomödie, aus der Regisseur Hans Petter Moland für den internationalen Markt ein typisches Liam-Neeson-Vehikel gemacht hat. Wer es noch ein wenig derber mag, greift vielleicht eher zu „Escape Room“. Der Horrorthriller hat in den USA bereits furiose Ergebnisse erzählt und könnte so etwas wie das „Final Destination“ der aktuellen Generation werden. Keine Sorgen um Zahlen muss sich Theresa von Eltz machen. Sie übernahm die Regie des neuen „Ostwind“-Films; das Franchise liefert seit Jahren sehr solide ab und das wird sich auch diesmal nicht ändern.

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

ESCAPE ROOM | Regie: Adam Robitel | CAN/USA 2019

Zoey (Taylor Russell) ist eine gute Studentin, doch um sich aktiv an den Vorlesungen zu beteiligen, ist sie einfach zu zurückhaltend. Trotzdem hält ihr Dozent große Stücke auf sie, was Zoey veranlasst, an eine Aktion von ihm zu glauben, als sie eines Tages einen geheimnisvollen Würfel zugeschickt bekommt: die Einladung zu einem Abenteuer. Genau wie auch die Adrenalinjunkies Danny (Nik Dodani), Amanda (Deborah Ann Woll) und Ben (Logan Miller) findet sie sich daraufhin eingesperrt in einem sogenannten Escape Room wieder. Gemeinesam muss die Gruppe versuchen, sich mit Geschick und Körperkraft aus dieser misslichen Lage zu befreien. Doch schon wenige Minuten nach ihrem Einzug offenbart der Raum seine Gefährlichkeit. Möglicherweise werden gar nicht alle lebend dem Escape Room entkommen… 

Ein gleichermaßen smarter wie harter Horrorthriller mit klugen Figuren und einem tollen Setdesign, dessen erzählerischer Überbau auch noch funktioniert – „Escape Room“ ist ein erstes kleines Highlight im Genrejahr 2019, auf dessen Fortsetzung wir uns ganz besonders freuen.


THE HATE U GIVE | Regie: George Tillman Jr. | USA 2018

Starr führt praktisch ein Doppelleben: Die 16-Jährige lebt mit ihrer Familie in der hauptächlich von Schwarzen bevölkerten Nachbarschaft Garden Heights, jedoch besucht sie die außerhalb ihrer heimischen Gegend liegende Privatschule Williamson Prep., auf die fast nur Weiße gehen. Obwohl sich Starr in ihrem Schulalltag keine Anfeindungen anhören muss, ist er für sie noch immer ein Spießrutenlauf, da sie sich eingliedern muss, um in keine Schublade gesteckt zu werden. Als sie eines Abends mit ihrem Jugendfreund  Khalil, von einer Party nach Hause fahren will, werden die Beiden von der Polizei angehalten. Einer der weißen Officers findet Khalils Verhalten verdächtig und befiehlt ihm, den Wagen zu verlassen. Als Khalil dennoch weiter mit der sichtbar nervösen Starr auf dem Beifahrersitz spricht, eskaliert die Lage… 

„The Hate U Give“ ist ein brandaktuelles Jugend- und Gesellschaftsdrama, das von der starken Performance von Amandla Stenberg in der Hauptrolle lebt und trotz kleinerer inszenatorischer wie erzählerischer Schönheitsfehler mit Nachhall in Erinnerung bleibt.


WIE GUT IST DEINE BEZIEHUNG? | Regie: Ralf Westhoff | DE 2019

Steve ist seit fünf Jahren mit Carola zusammen, die beiden sind liebevoll und vertraut miteinander, ein gut eingespieltes Team. Aber dann muss Steve mit ansehen, wie sein Freund Bob aus heiterem Himmel von seiner Freundin verlassen wird, die sich dem gut erhaltenen, aber doch sehr viel älteren Tantra-Lehrer Harald zuwendet. Kleine, fiese Zweifel beginnen Steve umzutreiben: Ist Carola wirklich glücklich mit ihm? Widmen sie sich und ihrer Beziehung genügend Achtsamkeit? Steve, ohnehin angegriffen durch eine berufliche Situation, muss handeln. Selbstoptimierung heißt die neue Devise, körperlich, seelisch und sexuell – und da soll ausgerechnet Harald helfen. Carola erkennt ihren Liebsten nicht wieder. Beraten von ihrer besten Freundin Anette, die für Misstrauen plädiert, entschließt sie sich ihrerseits zu Veränderungen. 

Die Romantic Comedy „Wie gut ist deine Beziehung?“ ist eine zurückhaltend erzählte, dafür umso komischere Bestandsaufnahme eines Langzeitpaares, dessen nicht existente Probleme Ralf Westmann behutsam herausarbeitet. Das macht einfach Spaß!


ASCHE IST REINES WEISS | Regie: Jia Zhang-Ke | CHN/FR 2018

Qiao (Tao Zhao) kommt aus einfachen Verhältnissen, doch sie liebt Bin (Fan Liao), einen lokal sehr einflussreichen Gangster, in dessen Milieu man auch vor Gewalt nicht zurückschreckt. Ihre Liebe zu ihm ist bedingungslos und gleichzeitig genießt sie den Respekt und die Vorteile, die der Frau eines Bandenführers zuteil werden. Eines Tages werden sie von einer rivalisierenden Bande angegriffen. Im letzten Moment greift Qiao zur Waffe. Sie rettet Bin das Leben und wird dafür verurteilt: 5 Jahre verbringt sie im Gefängnis, ohne den Namen Bins preiszugeben, denn der Gebrauch von Waffen ist in ihrem Land verboten. Nach ihrer Entlassung begibt sie sich auf die Suche nach ihm, denn ihre Liebe und ihre Loyalität sind ungebrochen. Doch Bin bleibt verschwunden und das Land, das Qiao auf der Suche nach ihm durchquert, ist kaum wiederzuerkennen.

Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, eine Studie über Schuld und Sühne, ein brachialer Actionfilm und eine Milieustudie über das moderne China – „Asche ist reines Weiß“ ist alles und noch mehr. Ein mitreißender, kraftvoller Film, der sich nur am Ende nicht ganz entscheiden kann, was er denn nun eigentlich aussagen will.

HARD POWDER | Regie: Hans Petter Moland | UK/NOR/CAN/USA/FR 2019

Nels Coxman ist Schneepflugfahrer in einem Wintersportgebiet in den Rocky Mountains. Weil er seinen Job seit Jahren so gewissenhaft erledigt, wurde er just zum „Bürger des Jahres“ ernannt. Nur widerwillig und auf Drängen seiner Frau nimmt der einfache, bescheidene Mann die Ehrung überhaupt entgegen. Kaum wieder daheim, erhält er die Nachricht, sein einziger Sohn sei an einer Überdosis gestorben. Nels kann nicht glauben, dass Kyle überhaupt Drogen konsumiert haben könnte. Da der Fall für die Polizei aber abgeschlossen ist, macht er sich im Alleingang daran herauszufinden, was wirklich passierte. Schon bald wird klar, dass der skrupellose Drogenboss Viking und seine Handlanger hinter allem stecken. Einem cleveren Plan folgend, schaltet Nels die Gangster-Hierarchie, von unten beginnend, einen nach dem anderen aus …

Das US-Remake ist einen Tick gradliniger und bösartiger geraten als das charmant verspieltere Original. Doch auch in dieser Konstellation stimmt die Balance zwischen deftigem Rache-Reißer und düsteren Humor. Liam-Neeson-Fans kommen dank seiner gewohnt stoischen Performance dabei mal wieder voll auf ihre Kosten.


OSTWIND – ARIS ANKUNFT | Regie: Theresa von Eltz | DE 2019

Durch einen Zwischenfall werden Mika (Hanna Binke) und ihr Ostwind auf eine harte Probe gestellt. Mikas Großmutter (Cornelia Froboess), Sam (Marvin Linke) und Herr Kaan (Tilo Prückner) versuchen unterdessen, Gut Kaltenbach am Laufen zu halten, wobei sie Unterstützung von der ehrgeizigen und scheinbar netten Isabell (Lili Epply) bekommen. Dann bringt Fanny (Amber Bongard) die impulsive und kratzbürstige Ari (Luna Paiano) nach Kaltenbach und sorgt damit für mächtigen Wirbel. Ari fühlt sich sofort von Ostwind angezogen und scheint eine besondere Wirkung auf den berühmten Hengst zu haben. Ist es möglich, dass Ostwind und Mika eine weitere Seelenverwandte auf Gut Kaltenbach finden? Und wird Ari es schaffen, Ostwind vor dem skrupellosen Pferdetrainer Thordur Thorvaldsen (Sabin Tambrea) zu schützen?

Der dritten, einmal mehr toll inszenierten Fortsetzung innerhalb der „Ostwind“-Saga wird die schwierige Aufgabe zuteil, die alte Heldin Mika langsam aus der Reihe zu entlassen und dafür die rebellische Ari zu etablieren. Das ist hier hervorragend gelungen, auch wenn der Subplot rund um den bösen Pferdetrainer überhaupt nicht überzeugt. Nicht jeder Film benötigt zwingend einen Antagonisten!


MANOU – FLIEG‘ FLINK! | Regie: Christian Haas, Andrea Block | DE 2019

Manou wächst als Mauersegler bei den stolzen Möwen in Nizza auf. Er lernt schwimmen, fischen und fliegen wie sie. Dabei eifert er seinem Vater nach um eine gute Möwe zu werden. Doch bei der Flugprüfung entdeckt er, dass er das nie erreichen kann. Denn er wurde adoptiert – als Mauersegler unter Möwen bleibt er ein verhasster Eindringling. Dennoch hält seine Familie zu ihm, besonders sein Bruder Luc, der ihn eifrig bewundert. Eines nachts stehlen Ratten ein Ei als Manou Wache hält. Die Möwen sind außer sich und er wird aus der Kolonie ausgeschlossen. Nun sucht er verzweifelt nach neuen Freunden bei den Mauerseglern. Dabei verliebt er sich in Kalifa, was alles noch komplizierter macht. Als Möwen und Mauersegler in großer Gefahr schweben, kämpft Manou für beide und beweist, dass er ein wahrer Kämpfer ist. 

Neben einer handelsüblichen „Glaub an dich, dann kannst du alles schaffen!“-Geschichte erzählt die deutsche Produktion „Manou – Flieg‘ flink!“ auch noch davon, wie Rassismus entsteht und wie er sich bekämpfen lässt. Das ist für einen Animationsfilm, der noch dazu traumhaft schön animiert ist, ein sehr nobler Ansatz.


EIN KÖNIGLICHER TAUSCH | Regie: Marc Dugain | FR/BEL 2017

Frankreich, 1721: Um den Frieden mit Spanien zu besiegeln, fädelt der Regent Herzog Philipp von Orléans einen Prinzessinnentausch ein. Er will den elfjährigen französischen König Ludwig XV. mit der erst vier Jahre alten Tochter des spanischen Königs, Infantin Maria Anna Victoria, verheiraten. Im Gegenzug soll die Tochter Philipps, die zwölfjährige Louise Elisabeth, die Gemahlin des jungen spanischen Thronfolgers Don Luis werden. Madrid willigt ein und schon bald findet der Austausch der beiden Prinzessinnen an der Grenze zwischen den Ländern statt. Doch die königlichen Strategen haben die Rechnung ohne die Vermählten gemacht – denn diese haben ihren eigenen Willen.

Nach einem Roman von Bestsellerautorin Chantal Thomas, basierend auf wahren Ereignissen, zeichnet der französische Regisseur Marc Dugain ein treffendes Sittenbild des Adels im 18. Jahrhundert


KOMMISSAR GORDON & BUFFY | Regie: Linda Hambäck | SWE 2017

Als der gutmütige, etwas arbeitsmüde Detektiv Gordon (deutscher Sprecher: Sven Brieger), ein Frosch, in seinen Nachmittagskeks beißt, träumt er schon von seiner nahenden Rente. Seit vielen Jahren hat er für Frieden in der Gemeinde des Waldes gesorgt, indem er seine Mitbewohner vor dem gefürchteten Fuchs beschützt hat, doch langsam merkt er, dass seine Zeit als Gesetzeshüter vorbei ist. Zum Glück ist er Buffy (deutsche Sprecherin: Lotta Doll) begegnet, denn die pfiffige und ehrgeizige Maus ist in seinen Augen eine exzellente Nachfolgerin für seine Position. Bevor er sie allerdings zur Hauptkommissarin  berufen kann, müssen sie noch Gordons letzten Fall lösen. Ein Nüssedieb treibt sein Unwesen und es kursiert das Gerücht im Wald, dass der Fuchs dahinter stecken könnte. Gordon und Buffy machen sich an die Arbeit und gemeinsam werden sie den Fall auch bald lösen können!


Heimkinotipp: HALLOWEEN | Regie: David Gordon Green | USA 2018

Seit er vor vierzig Jahren mit einer brutalen Mordserie die amerikanische Kleinstadt Haddonfield terrorisierte und fünf Menschen auf bestialische Weise mit seinem Messer tötete, sitzt der Gewalttäter Michael Myers (Nick Castle), abgeschottet von der Außenwelt, in einer psychiatrischen Anstalt in Haft. Als er zusammen mit anderen hochgefährlichen Insassen verlegt werden soll, passiert die Katastrophe: Der Gefangenentransport verunglückt nachts auf offener Straße und er kann fliehen. Angetrieben von seinem bestialischen Drang zu morden, macht sich Myers auf nach Haddonfield, und der entsetzliche Albtraum beginnt für die Bewohner aufs Neue. Nur Laurie (Jamie Lee Curtis), die dem maskierten Killer seinerzeit nur knapp entkommen konnte, ist vorbereitet, sich dem personifizierten Bösen entgegenzustellen…

Der neue „Halloween“ ist in erster Linie eine Hommage an den Originalfilm von John Carpenter, der vor allem die Liebhaber des Siebzigerjahre-Klassikers zufriedenstellen dürfte. Das ganz große Horrorfilm-Highlight ist er nicht, doch gerade als Genrebeitrag für’s Halloween-Wochenende ist er als  ruhiger Nostalgiehorror mit modernen Elementen einen Blick wert.

Hard Powder

2014 kam mit „Einer nach dem anderen“ ein wunderbar schwarzhumoriger Rachekrimi aus Norwegen auf die deutschen Leinwände. Jetzt hat Hollywood den Streifen mit Liam Neeson in der Hauptrolle neu verfilmt. Ob HARD POWDER mit dem Original mithalten kann, verraten wir in unserer Kritik.

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Escape Room

Der Siegeszug der sogenannten „Escape Rooms“ hat sich längst aus den USA nach Deutschland fortgesetzt. Nun erscheint passend dazu ein Actionhorrorfilm in den Kinos, der das simple Konzept der Rätselräume aufgreift und zu einem schönen Stilmix aus „Saw“, „Final Destination“ und klassischem Abenteuer verwebt. Unsere Kritik zu ESCAPE ROOM verrät mehr.

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Das startet am 21. Februar 2019

Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY, unserer wöchentlichen Vorschau auf die anstehenden Filmstarts. Heute geht es um die Startwoche vom 21. Februar, der mit einer Qualitätsdichte aufwartet, wie wir sie lang nicht mehr gesehen haben. Das reicht von Oscar-Material („Vice“, „Can You Ever Forgive Me?“) über die filmische Aufarbeitung tragischer Schicksale („Der verlorene Sohn“) und knuffiger Insektenabenteuer („Die Winzlinge 2“) bis hin zu echten Skandalen („Der goldene Handschuh“). Doch so richtig spannend ist doch vor allem eines: Wie erfolgreich wird das Remake des Überraschungserfolgs „Ziemlich beste Freunde“ wohl in Deutschland abschneiden?

Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Und wer lieber daheim bleibt, für den habe ich natürlich auch einen hübschen Heimkinotipp parat. Ich wünsche Euch viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!

VICE – DER ZWEITE MANN | Regie: Adam McKay | CAN/ARG/USA 2019

Er gilt als einer der mächtigsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten: Dick Cheney (Christian Bale). Doch das war nicht immer so: Erst schlägt er sich als versoffener Arbeiter durchs Leben, dann droht ihn seine Frau (Amy Adams), ihn aufgrund seines Alkoholproblems zu verlassen. Es ist der dringend nötige Weckruf, denn nachdem er über ein Praktikum erstmals Kontakt mit der US-amerikanischen Politik erhält, scheint er seine wahre Berufung gefunden zu haben. Donald Rumsfeld (Steve Carell) führt ihn in die Gepflogenheiten des Regierungsapparates ein, wo er seine Karriere als Politiker beginnt. Neben George W. Bush (Sam Rockwell) und unter dessen Vater (John Hillner) steigt er sogar zum Verteidigungsminister auf. Doch dieser kometenhafte Aufstieg zu einem der einflussreichsten Politiker der Welt geht mit (Fehl-)Entscheidungen einher, die das Land bis heute prägen…

Überträgt Regisseur Adam McKay sein bereits in „The Big Short“ angewandtes, inszenatorisches Erfolgskonzept einfach nur vom Thema Immobilienblase auf die US-Politik? Schon irgendwie. Macht sein neuer Film „Vice – Der zweite Mann“ entsprechend genauso viel Spaß und ist obendrein so richtig schön bissig? Auf jeden Fall!


CAN YOU EVER FORGIVE ME? | Regie: Marielle Heller | DE 2019

Die Prominenten-Biographin und Katzenfreundin Lee Israel (Melissa McCarthy) hat ihre besten Jahre hinter sich. Nicht einmal ihre Verlegerin steht noch hinter ihr, ihre letzten Bücher haben sich äußerst schleppend verkauft. Doch das Leben in den Siebziger- und Achtzigerjahren ist gerade in New York nicht billig, der Unterhalt will bezahlt werden. Nach Portraits über Katherine Hepburn, Tallulah Bankhead, Estée Lauder und die Journalistin Dorothy Kilgallan mangelt es Israel jedoch an Inspiration. Als sie eines Tages einen handgeschriebenen Brief der Schauspielerin Fanny Brice in ihren Unterlagen findet und ihn einem Antiquitätengeschäft zum Verkauf anbietet, staunt sie nicht schlecht: Mit solchen Schriftstücken lässt sich offenbar eine Menge Geld machen, vor allem wenn der Inhalt stimmt. Gemeinsam mit ihrem Freund Jack (Richard E. Grant) plant sie den ganz großen Coup… 

Mit Leidenschaft und Können begeistert Melissa McCarthy in diesem als Dramedy inszenierten Bio-Pic und wurde dafür völlig zu Recht für den Oscar nominiert. Der Film berührt, bringt uns aber auch zum Lachen und bietet außerdem noch den immer wunderbaren, immer unterhaltsamen Richard E. Grant. Mehr geht kaum.


DER VERLORENE SOHN | Regie: Joel Edgerton | AUS/USA 2018

Der neunzehnjährige Jared (Lucas Hedges) wächst in einem Baptistenprediger-Haushalt in den amerikanischen Südstaaten auf. Als sein streng gläubiger Vater (Russell Crowe) von der Homosexualität seines Sohnes erfährt, da Jared ungewollt geoutet wird, drängt er ihn zur Teilnahme an einer fragwürdigen Reparativtherapie, wo er seine Homosexualität bekämpfen soll. Vor die Wahl gestellt, entweder seine Identität oder seine Familie und seinen Glauben zu riskieren, lässt er sich notgedrungen auf die absurde Behandlung ein. Seine Mutter (Nicole Kidman) begleitet Jared zu der abgeschotteten Einrichtung, deren selbst ernannter Therapeut Viktor Sykes (Joel Edgerton) ein entwürdigendes und unmenschliches Umerziehungsprogramm leitet. 

Joel Edgerton beweist auch in seiner zweiten Arbeit „Der verlorene Sohn“ sein Händchen dafür, stilsicher und ohne Effekthascherei von zwischenmenschlichen Dramen zu erzählen, die gerade durch ihre zurückgenommene Inszenierung umso mehr Emotionalität und Kraft entfalten.


DIE WINZLINGE – ABENTEUER IN DER KARIBIK | Regie: Hélène Giraud, Thomas Szabo | FR/CHN 2018

Bei einem heimlichen Ausflug in die Kastanienfabrik seines Dorfes landet ein unerschrockener junger Marienkäfer versehentlich in einer Pappschachtel und wird in die weit entfernte Karibik verschifft. Ohne zu zögern, begibt sich sein furchtloser Papa auf eine abenteuerliche Reise, um den geliebten Nachwuchs zu finden. Endlich wieder vereint, stehen die beiden vor einer weiteren Herausforderung: Die Heimat ihrer neuen karibischen Marienkäferfreunde ist in Gefahr, von einer großen Baufirma zerstört zu werden. Denn wird dort erst einmal eine große Ferienanlage errichtet, ist es aus mit der Harmonie. Zum Glück kann unser Held auf seine tierischen Freunde zählen, allen voran die schwarze Ameise und die clevere Spinne, die aus der Heimat zu Hilfe eilen! Gemeinsam entwickeln sie einen ausgeklügelten Plan, um das idyllische Paradies zu retten. 

Da hüpft das Herz: Die Kulleraugen-Tierchen sind zurück. „Die Winzlinge“ sind so niedlich wie eh und je und so überzeugt auch der zweite Kinofilm „Abenteuer in der Karibik“ mit vielen kreativen Ideen.

MEIN BESTER & ICH | Regie: Neil Burger | USA 2017

Der kunstsinnige, querschnittsgelähmte Milliardär Philip (Bryan Cranston) ist auf der Suche nach einem neuen Pfleger. Seine Hausdame Yvonne (Nicole Kidman) ist mehr als irritiert, als in der Bewerberriege plötzlich ein sehr unkonventioneller Kandidat auftaucht. Dell (Kevin Hart) ist vorbestraft und will sich nur eine Bescheinigung abholen, dass er auf Jobsuche ist. Aber Philip entscheidet spontan, dass Dell trotzdem eine Chance bekommt: Weil er einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt hat und seinen potenziellen Boss – im Gegensatz zu Yvonne – nicht wie einen hochsensiblen Pflegefall behandelt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die beiden grundverschiedenen Männer an. Philip blüht sichtlich auf, als Dell ihn auf abenteuerliche Trips mitnimmt. Und auch Dell lässt sich auf Philips Welt ein. Beide werden ziemlich beste Freunde. 

Abgesehen von dem absurden deutschen Filmtitel ist „Mein Bester & ich“ ein gelungenes Remake des französischen Dauerbrenners „Ziemlich beste Freunde“, das mit den altbewährten Mitteln überzeugen kann und hier und da sogar noch ein klein wenig besser ist.


DER GOLDENE HANDSCHUH | Regie: Fatih Akin | DE 2019

Hamburg in den Siebzigerjahren. Auf den ersten Blick ist Fritz „Fiete“ Honka (Jonas Dassler) ein bemitleidenswerter Verlierertyp. Seine Nächte durchzecht der Mann mit dem kaputten Gesicht und den schiefen Zähnen in der Kiezkaschemme „Zum Goldenen Handschuh“, wo er in guter Gesellschaft allerlei skurriler Charaktertypen ist, die genau wie er alles im Leben nichts mehr zu haben scheinen, außer ihren Alkohol. Doch genau hier beginnt er auch, ahnungslosen Frauen nachzustellen. Keiner der Stammgäste ahnt, dass der scheinbar harmlose Fiete in Wahrheit ein Monster ist, das seine Opfer zunächst vergewaltigt, anschließend bestialisch ermordet und schließlich zerstückelt, um sie hinter einer kleinen Tür in seiner Küche zu verstauen. Damit kein Geruch nach draußen dringt, verhängt er die Wohnung notdürftig mit Duftbäumen… 

„Der goldene Handschuh“ löst in erster Linie den Wunsch aus, den Film nicht noch ein weiteres Mal zu sehen. Damit hat der Hamburger Regisseur für sein Serienkillerporträt die richtige Intention gefunden. Trotzdem greift Fatih Akin einmal böse daneben, wenn er mit dem Alkohol plötzlich einen Auslöser für Fritz Honkas Taten zu präsentieren scheint.


DIE SCHNEEKÖNIGIN: IM SPIEGELLAND | Regie: Robert Lence, Aleksey Tsitsilin | RUS 2018

Das Mädchen Gerda hilft ihren Eltern und ihrem Bruder, einen kleinen Zauber-Laden zu betreiben. Jeder in Gerdas Familie ist ein Magier – außer ihr selbst. Gerda besitzt keinerlei magische Kräfte. Dadurch eingeschüchtert, fühlt sie sich manchmal nutzlos. Zur gleichen Zeit entscheidet König Harald, amtierender König und ausgezeichneter Wissenschaftler, alle Magier zu verbannen. Mit einem Trick lockt er sie auf sein Schloss und schickt sie durch ein magisches Tor hinein in das Spiegelland, in dem auch die Schneekönigin wohnt. Allerdings funktioniert das Tor nur in eine Richtung. So kann keiner der Magier das Spiegelland eigenmächtig verlassen. Auch Gerdas Familienmitglieder, allesamt Magier, landen im Spiegelland. Als Gerda versucht, dies zu verhindern, endet sie selbst im Gefängnis.Im Spiegelland gibt es für die Magier nur eine Möglichkeit wieder herauszukommen:
durch ein Bündnis mit der Schneekönigin.


Heimkinotipp: DAS SCHÖNSTE MÄDCHEN DER WELT | Regie: Aron Lehmann | DE 2018

Roxy ist neu in der Klasse und verdreht gleich allen Jungs den Kopf. Die schlagfertige 17-Jährige ist gerade von ihrer alten Schule geflogen und hat null Bock auf die anstehende Klassenfahrt nach Berlin. Im Bus freundet sie sich mit dem sensiblen Außenseiter Cyril an, der sie mit seinem Wortwitz überrascht. Cyril ist sofort Feuer und Flamme, rechnet sich aber keine Chancen aus, denn er wird von allen wegen seiner großen Nase verspottet. Roxy interessiert sich außerdem mehr für den attraktiven Rick. Blöderweise ist der ein geistiger Tiefflieger und bringt keine drei Worte am Stück raus. Als auch noch Aufreißer Benno ein Auge auf Roxy wirft, startet Cyril eine waghalsige Verkupplungsaktion, um Roxy vor Bennos falschem Spiel zu schützen: Er schreibt für Rick coole Songs und romantische SMS, damit dieser bei Roxy ganz groß auftrumpft. Wer wird am Ende das Herz des „schönsten Mädchen der Welt“ erobern? 

Aron Lehmanns Versuch, eine klassische Literaturvorlage in einem modernen Setting zu erzählen, geht voll auf! Dank einem hervorragenden Drehbuch, toller Musik und leidenschaftlichen Schauspielern wird „Das schönste Mädchen der Welt“ zu einem der besten Jugendfilme seit langer, langer Zeit.

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