BEKENNTNISSE DES HOCHSTAPLERS FELIX KRULL | Regie: Detlev Buck | DE 2021

Der gutaussehende und charismatische Halbwaise Felix Krull (Jannis Niewöhner) hat ein Talent dafür, sich mit fesselnden, kurzweiligen Erzählungen und eloquenten Spitzen immer wieder einen Vorteil zu verschaffen. Auch, wenn er es dabei mit der Wahrheit nicht immer ganz genau nimmt. Vorteile, die er dringend benötigt – ist sein gesellschaftlicher Stand doch äußerst ausbaufähig. Innig in eine ähnlich listige Dame der Nacht namens Zaza (Liv Lisa Fries) verliebt, plant er, in einem Pariser Luxushotel an seinem sozialen Aufstieg zu arbeiten und so einen gemütlichen Lebensabend für Zwei zu ermöglichen. Doch der kriminelle Oberkellner Stanko (Nicholas Ofczarek), die undurchschaubare Dauergästin Madame Houpflé (Maria Furtwängler) und der treudoofe Marquis Louis de Venosta (David Kross) stellen für Felix Anlass dar, seine Pläne unentwegt anzupassen… 
Detlev Bucks „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ ist eine beschwingt-galante, eloquent-verschmitzte Adaption der amüsanten Thomas-Mann-Vorlage, die das Flair der Vorlage beibehält, aber den Roman zugleich behutsam-fokussiert für das moderne Kino beschleunigt.
WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER – DAS MAGISCHE SCHWERT | Regie: Eric Cazes | DE 2020
Der kleine Wikinger Wickie (Julius Weckauf) ist ein aufgeweckter, cleverer, aber auch etwas schmächtiger Junge. Sein Vater Halvar (Dietmar Bär) lässt seinen jüngsten Spross daher immer zuhause, wenn es für ihn und seine Wikinger-Crew wieder einmal an die entlegensten Orte des Meeres geht. Eines Tages bringt er ein geheimnisvolles Schwert von seiner Reise nach Hause. Wickie durchschaut die magische Innschrift auf der Waffe sofort, die es dem Halter ermöglicht, alles um sich herum in Gold zu verwandeln. So auch Wickies Mutter Ylva, die in einem unachtsamen Moment zu Gold erstarrt. Unter den Wikingern bricht Chaos aus. Wie können sie Yiva wieder in einen Menschen aus Fleisch und Blut verwandeln? Der junge Krieger Leif (Ken Duken) behauptet, die Antwort zu kennen: Auf einer sagenumwobenen Insel kann der Bann gebrochen werden. Den Wikingern steht erneut eine aufregende Reise bevor. Und der kleine Wickie darf endlich mit! 
Die dreidimensionale Neuinterpretation der bekannten „Wicki“-Geschichten erweist sich über weite Strecken als durchaus kindgerecht. Auch das Design ist gelungen. Und mit einem niedlichen Eichhörnchen als Schwert-Bewacher ist auch noch ein niedlicher kleiner Sidekick dabei. Doch im Großen und Ganzen fährt der Film in allzu bekannten und damit nur selten wirklich aufregenden Gewässern.
AFTER LOVE | Regie: Castille Landon | USA 2021
Tessa (Josephine Langford) steht vor einem aufregenden neuen Kapitel in ihrem Leben. Doch als sie für ihren Traumjob nach Seattle umziehen will, erreichen Hardins (Hero Fiennes Tiffin) Eifersucht und unberechenbares Verhalten einen neuen Höhepunkt. Dieser will nämlich nicht bloß, dass Tessa bei ihr bleibt, anstatt eine Fernbeziehung zu führen. Er wittert auch in jedem Mann, dem Tessa begegnet, eine potenzielle Bedrohung. All das droht ihre leidenschaftliche Beziehung endgültig zu zerstören. Und ihre Situation wird noch komplizierter, als Tessas Vater unerwartet zurückkehrt und schockierende Enthüllungen über Hardins Familie ans Licht kommen. Schließlich stehen Tessa und Hardin vor einer Entscheidung: Werden sie für ihre Liebe kämpfen oder sich für immer trennen? Vor allem die familiären Streitigkeiten treiben die beiden einmal mehr einander in die Arme…

Im dritten Teil der „After“-Reihe dreht sich die Beziehung zwischen Tessa und Hardin (noch immer) im Kreis. Zudem weicht die sich im Vorgänger herausgeschälte, sympathische Naivität einiger irritierender Charakterschwankungen, unter der insbesondere die Figur des Hardin leidet, der in „After Love“ zeitweise nur noch ätzend ist. Trotzdem werden Fans ihren liebgewonnenen Charakteren weiterhin gerne zuschauen. Und die leinwandtaugliche Hochglanzinszenierung macht das Ganze immerhin ansehnlich.
HILFE, ICH HABE MEINE FREUNDE GESCHRUMPFT! | Regie: Granz Henman | DE 2021

Hulda Stechbarth (Andrea Sawatzki) hat den Traum, ihre alte Schule zurück zu erobern, nicht aufgegeben. Doch Direktorin Schmitt-Gössenwein (Anja Kling) und ihr Hausmeister Michalski (Johannes Zeiler) sind gewarnt und lassen sie nicht einmal im Museum nach einer magischen Kur für ihren verfallenden Körper suchen. Wenig später kommt eine neue Schülerin an Felix‘ (Oskar Keymer) Schule. Melanie (Lorna zu Solms) ist zweifellos ein hübsches Mädchen, aber bei Felix Freunden Ella (Lina Hüesker), Mario (Georg Sulzer), Robert (Eloi Christ) und Chris (Maximilian Ehrenreich) kommt sie nicht gut an. Sie halten sie für prollig und verdächtigen sie, hinter Diebstählen zu stecken, die an der Schule passieren. Ella kann schlecht damit umgehen, dass Felix in Melanie verliebt ist. Als ein neues Ziel für die Klassenreise gesucht wird, kann Melanie durchsetzen, in ihre Heimat zu fahren. In Klein-Zauberwitz sei schließlich der Hausgeist Otto Leonhard (Otto Waalkes) geboren worden…
Heimkinotipp: WONDER WOMAN 1984 | Regie: Patty Jenkins | USA/UK/ESP 2020
Es sind die pulsierenden mondänen 1980er-Jahre, in denen wir uns befinden. Es ist eine Ära des Exzesses, in der nichts wichtiger scheint als Besitz. Diana Prince alias Wonder Woman (Gal Gadot) lebt friedlich unter den Sterblichen und hat sich an ihr neues Leben im Verborgenen gewöhnt. Nur ab und an tritt sie noch inkognito als ihr Alter Ego Wonder Woman auf und gibt den Menschen Halt und Hoffnung. In ihrem unauffälligen, zurückgezogenen Leben hütet alte Artefakte. Doch schon bald muss Diana direkt ins Rampenlicht treten und all ihre Weisheit, Kraft und ihren Mut aufbringen, um die Menschheit vor einer Bedrohung zu bewahren, die sie selbst geschaffen hat. Gleichzeitig wird sie mit der Rückkehr ihres ehemaligen Geliebten Steve Travor (Chris Pine) konfrontiert, von dem sie eigentlich dachte, er sei tot. Doch als dieser plötzlich quicklebendig vor ihr steht, überschlagen sich die Ereignisse…

In „Wonder Woman 1984“ kollidieren drei verschiedene Filme. Einer davon funktioniert sehr gut, einer immerhin zur Hälfte und der dritte – ausgerechnet der wichtigste rund um die Titelheldin – kaum. Dieses Aufeinanderprallen drei grundverschiedener Tonfälle hat seinen Reiz, ist aber auch anstrengend. Hinzu kommt, dass Actionfans mit dem Film kaum auf ihre Kosten kommen werden. Alles in allem sind die Veröffentlichungsumstände und ihre Folgen für die Filmbranche spannender als der insgesamt noch solide Film, der damit immer noch deutlich besser ist als Teil eins.