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Videoabend: Tusk

Kino ist teuer, mit einem gewissen Zeitaufwand verbunden und wer generell nicht gern unter Leute geht, der muss die Stoßzeiten meiden, um einen Film in Ruhe und ohne Störungen genießen zu können. Wenngleich die Videotheken nach und nach vom Online-Streaming verdrängt werden, geht doch nichts über einen gemütlichen Filmeabend auf dem heimischen Sofa. Obwohl die Auswahl riesig ist und Kinofilme immer schneller nach ihrem Start auch auf DVD und Blu-ray Disc erhältlich sind, lohnt sich sich ab und zu, einen Blick auf den Direct-to-Video-Markt zu werfen. Manchmal finden sich hier nämlich echte Perlen, ebenso sehr wie solche, die sich erst im Nachhinein als Rohrkrepierer erweisen. In meiner Rubrik VIDEOABEND möchte ich Euch jede Woche einen Film vorstellen, der es hierzulande nicht oder nur sehr limitiert ins Kino geschafft hat.

Diese Woche widme ich mich dem US-amerikanischen Horrorfilm „Tusk“, der seit dem 7. Mai 2015 auf DVD im Handel erhältlich ist.

Tusk

Für seinen Podcast reist Wallace (Justin Long) durch Amerika und trifft sich mit vielen interessanten Menschen, die ihm ihre Lebensgeschichte erzählen wollen. Eines Tages erhält er einen Brief von einem alten Seefahrer namens Howard Howe (Michael Parks) und Wallace folgt der Einladung des alten Mannes nach Kanada. Als er dort eintrifft, offenbart im Howard eine schier unglaubliche Geschichte. Noch bevor der Journalist seinen Tee austrinken kann, fällt er betäubt in Ohnmacht und wird von Howard auf dessen Anwesen festgehalten, um von diesem Stück für Stück transformiert zu werden – in ein Walross! Während dieser Zeit sorgen sich Wallace Freundin Ally (Genesis Rodriguez) und sein bester Freund Teddy (Haley Joel Osment) um ihn und entschließen sich, seinem Verschwinden auf den Grund zu gehen.

Sony Pictures Home Entertainment bewirbt ihn mit folgendem Zitat: 

Eine surreale, absolut groteske Horror-Komödie!

Kritik

Vor wenigen Wochen erschien der erste Trailer zu Kevin Smiths Horrorkomödie „Yoga Hosers“. Darin bekommen es zwei Girlies mit winzigen, aber nicht minder bösartigen Mini-Soldaten zu tun, die ihnen am Arbeitsplatz, einem Tankstellenkiosk, ans Leder wollen. Das klingt skurril, solange man nicht weiß, dass dieser Film bereits der zweite innerhalb einer Trilogie ist, in der sich „Red State“-Regisseur Smith mit kanadischen Mythen auseinander setzt. Betrachtet man den Auftakt dieser Reihe, ist die Handlung von „Yoga Hosers“ fast schon konventionell; erzählt er doch im ersten Teil „Tusk“ von einem Mann, der von einem Geschichten erzählenden, gern reisenden Greis zu einem Walross umoperiert wird. Das Opfer dieses fragwürdigen Eingriffs ist Justin Long („New Girl“), der das ahnungslose Opfer als wenig sympathischen Hipster-Boy anlegt, dem wir lange Zeit gar nicht so sehr wünschen, dass er aus dieser merkwürdigen Situation überhaupt entkommt. Doch spätestens, wenn der herrlich wahnhaft spielende Michael Perks („Django Unchained“) aufs Parkett tritt, sich vom schwafelnden Märchenonkel in einen gefährlichen Psychopathen verwandelt und seinem Gast erst die Beine und dann so ziemlich jeden Knochen im Körper bricht, um diese anschließend auf groteske Weise so zusammenzubauen, dass tatsächlich so etwas wie ein aus Mensch bestehendes Walross dabei herauskommt, kann man sich kaum entscheiden, ob man sich dem ganzen nun einfach ergeben, oder lieber übergeben soll.

In den USA lief „Tusk“ tatsächlich im Kino, konnte jedoch nicht einmal sein minimales Budget von gerade einem 3 Millionen US-Dollar wieder einspielen. Das ist schade, denn gerade durch die geldlich sehr beschränkten Mittel entwickelt der bisweilen äußerst schwarzhumorige Horrorfilm einen nostalgischen Reiz. Wenn man das fragwürdige Meisterwerk des noch fragwürdigeren Chirurgen und ehemaligen Seefahrers Howard zum ersten Mal in ganzer Pracht bewundern darf, ist das aus vielerlei Gründen zum Brüllen komisch: Nicht nur dem Kostüm des Walrosses geht in seiner plumpen Erscheinung jedweder Horror ab, gleichzeitig ist das Kopfschütteln über die durchaus kranke Fantasie des Regisseurs immer auch damit verbunden, dass das Schmunzeln darüber zum Selbstschutz wird. Eigentlich wollen wir uns mit dem Leinwandgeschehen gar nicht so detailliert auseinandersetzen, doch wegschauen kommt ebenfalls nicht infrage. Interessant wird es dann, wenn sich nach dem ersten Schock schließlich erschießt, welch dramatisches Schicksal dieses „Walross-Menschen“ fortan ereilen wird. Denn wenn wir schließlich begreifen, dass das Leben für ihn ab sofort daraus besteht, als dieses monströse Kreatur auf Erden zu wandeln, fragen wir uns: Wie konnten wir nur für einen kurzen Moment überlegen, ob das Schicksal, das dem anfangs so unsympathischen jungen Kerl widerfährt, nicht vielleicht doch ganz recht geschieht?

TUSK stammt von Kevin Smith, auch das Skript zum Film geschrieben hat. Unter den Darstellern finden sich Justin Long, Michael Parks, Haley Joel Osment, Genesis Rodriguez und Johnny Depp. Bei dem Film handelt es sich um eine US-amerikanische Horror-Produktion aus dem Jahr 2014. Der Film ist hierzulande ungekürzt auf DVD erhältlich und ab 16 Jahren freigegeben. Die Länge beträgt 102 Minuten.

Fazit

„Tusk“ ist eine skurrile, in ihrer Thematik teilweise etwas befremdlich wirkende Horrorgroteske, die auf der Zielgeraden überraschend viele Emotionen offenbart. Wer sich wieder einmal abseits des Mainstream unterhalten lassen möchte, findet in dieser offensichtlichen Herzensangelegenheit von Kevin Smith nicht mit amüsanten Effekten gespickten Bodyhorror, sondern auch eine schöne Geschichte über – nun ja – Menschlichkeit.

Mein Tipp: kann man ausleihen!

Stolz und Vorurteil & Zombies

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Meine Filmflops 2015 – Die Plätze 20 bis 11

Einmal im Jahr erlaube ich es mir, in meiner Filmbetrachtung ausnahmsweise sämtliche Objektivität über Bord zu werfen und ein wenig radikaler auf jene Produktionen zurückzublicken, die mir ganz persönlich absolut nicht zugesagt haben. Natürlich nicht ohne meine Lieblinge wenig später umso frenetischer abzufeiern. In den kommenden Tagen lasse ich Euch an einem kleinen Streifzug durch das Kinojahr 2015 teilhaben. Erst kommt das pure Grauen, anschließend die nackte Freude. Dabei nehme ich keine Rücksicht auf mein Kritikerdasein. Was übrigens auch bedeutet, dass in meinen Flops gute und in meinen Tops schlechte Filme auftauchen können – es geht einzig und allein um meinen Filmgeschmack. Zugegeben: In den meisten Fällen stimmen die objektive Wahrnehmung und das persönliche Empfinden dann aber doch ziemlich überein. Wen allerdings die faire Kritik interessiert, ist natürlich gern eingeladen, sich die Besprechungen der verlinkten Filme durchzulesen. 

Nun geht es aber erstmal  um mich und meine Empfehlungen respektive Warnungen vor den größten Rohrkrepierern des Jahres. Zur Auswahl standen 215 von mir gesichtete Filme, die im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2015 im Kino erschienen sind oder in dieser Zeit auf Filmfestivals vorgeführt wurden. Direct-to-DVD-Produktionen wurden dabei nicht berücksichtigt! Read more

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