Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen

Vierzig Jahre Hexerei, ein neues Kapitel auf der Leinwand: BIBI BLOCKSBERG – DAS GROSSE HEXENTREFFEN feiert das Kult-Franchise mit Zauber, Pop und Zeitgeist. Zwischen Nostalgie und Moderne lodert ein magisches Abenteuer, das altbekannte Sprüche neu funkeln lässt. Doch nicht jeder Zaubertrank entfaltet seine gewünschte Wirkung.

OT: Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen (DE 2025)

Darum geht’s

Die kleine Hexe Bibi Blocksberg (NALA) reist zum großen Hexentreffen auf den Blocksberg, das nur alle paar Jahre stattfindet. Hier kommen Hexen aus aller Welt zusammen. Auch ihre Freundinnen Schubia (Carla Demmin) und Flauipaui (Philomena Amari) sind selbstverständlich dabei. Voller Vorfreude helfen die drei bei den Vorbereitungen, doch schon bald häufen sich magische Pannen und seltsame Zwischenfälle, die das Treffen in Gefahr bringen. Als alte Regeln, Machtkämpfe und ein geheimnisvoller Zauber die Hexengemeinschaft spalten, erkennt Bibi, dass mehr auf dem Spiel steht als nur das Fest. Gemeinsam mit ihren Freundinnen stellt sie sich mutig den Herausforderungen, deckt die Ursache des Chaos auf und beweist, dass Zusammenhalt, Freundschaft und verantwortungsvolles Hexen wichtiger sind als starre Traditionen.

Kritik

Dass Deutschland eine Hörspiel-Nation mit langer Tradition ist, haben mittlerweile auch die Filmstudios erkannt. Hierzulande gehört die Verfilmung von „Die drei ??? und der Karpatenhund“ zu den erfolgreichsten Titeln des Jahres. Detlev Buck verhalf der nunmehr vier Filme und eine Streamingserie umfassenden „Bibi & Tina“-Reihe zu einem neuen Kultstatus und nun ist mit „Bibi Blocksberg“ ein weiteres Mal die Hörspielreihe dran, aus der die Pferdeabenteuer einst als Spin-Off hervorgingen. Überhaupt ist „Bibi Blocksberg“ ein absolutes Erfolgsmodell. In diesem Jahr feiert die kleine Hexe ihr 45-jähriges Bestehen. Der Film ist sozusagen ein Geburtstagsgeschenk, sowohl an die Fans als auch an Bibi selbst. Denn es gab zwar bereits zwei Leinwandadaptionen der stets in ein grünes T-Shirt gekleideten Heldin, doch die sind mittlerweile auch schon 23 respektive 21 Jahre her. Seither hat sich auch im Bereich der Kinderfilmunterhaltung viel getan. Sowohl was die Sehgewohnheiten des jungen Publikums angeht als auch die tricktechnischen Möglichkeiten, die Geschichten auf die Leinwand zu bringen.

Rosalie Thomass, Friedrich Mücke und NALA sind die Familie Blocksberg.

Darüber hinaus muss man sich im Vorfeld einer Verfilmung natürlich die Gedanken machen, ob man der vorliegenden Reihe treu bleiben, oder sie ganz neu interpretieren will. Beide Fälle können funktionieren. Bei den „Drei Fragezeichen“ dadurch, dass man sich besonders eng an die Vorlage hält und bei „Bibi & Tina“, indem Buck seine knallbunten Popmusicals völlig freidrehen lässt. Im Falle von „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ finden wir uns nun irgendwo dazwischen wieder. Etwas, was im Anbetracht der Regieentscheidung auch ein Stückweit zu erwarten war. Verantwortlich zeichnet hierfür nämlich Gregor Schnitzler, der bereits die „Die Schule der magischen Tiere“-Reihe zu einem absoluten Erfolgsgaranten gemacht hat. So viel sei bereits vorweggenommen: Die leider häufig bei den „Schule“-Filmen durchscheinende Lustlosigkeit (oder auch etwas freundlicher formuliert: die Business as Usual-Mentalität) findet sich bei „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ nicht wieder. Die hier dargebotene Hexencommunity sprüht vor Leben und Detailverliebtheit. Auch dank der durchweg gelungenen Castingentscheidungen. So gibt es aus den Hörspielen bekannte, aber auch zahlreiche neue Figuren, die das bekannte Hexenuniversum mit Bibi sowie ihren beiden Freundinnen Schubia und Flauipaui im Zentrum ergänzen.

„Die leider häufig bei den ‚Schule der magischen Tiere‘-Filmen durchscheinende Lustlosigkeit (oder auch etwas freundlicher formuliert: die Business as Usual-Mentalität) findet sich bei ‚Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen‘ nicht wieder. Die hier dargebotene Hexencommunity sprüht vor Leben und Detailverliebtheit.“

Dass sich ausgerechnet eine nicht-hexische Figur als absoluter Scene Stealer erweist, ist dagegen fast schon ironisch. In seiner ersten Schauspielrolle (nach einem Synchon-Einsatz in Pixars „Elio“) beweist Balthazar Gyan Alexis Kuppuswamy eine beachtliche Leinwandpräsenz und stiehlt seinen magischen Neu-Freundinnen konsequent die Show. Was aber auch ein wenig daran liegt, dass die Newcomerinnen NALA, Philomena Amari und Carla Demmin („Berlin Station“) allesamt noch nicht vollends in ihre Figuren hineingewachsen sind. Das Schauspiel ist passabel, wirkt aber längst noch nicht so intuitiv, wie bei ihren erwachsenen Kolleginnen und Kollegen. Unter diesen tut sich vor allem das Eltern-Duo hervor. Rosalie Thomass („Die Känguru-Chroniken“) und Friedrich Mücke („Wunderschöner“) harmonieren hervorragend als Barbara und Bernhard Blocksberg. Und dass letzterer im Film einen ganz entscheidenden Auftritt bekommt, ist eine nette Geste von Drehbuchautorin Bettina Börgerding („Bibi & Tina – Tohuwabohu total“). Überhaupt keinen bleibenden Eindruck hinterlässt derweil Palina Rojinski („Willkommen bei den Hartmanns“), die der Exzentrik ihrer Kultfigur Karla Kolumna zu keinem Zeitpunkt gerecht wird.

Heike Makatsch ist als Servera auf der Suche nach neuen Schülerinnen für ihr graues Internat.

Überhaupt erweist sich die Verwebung des Haupt-Settings mit dem altbekannten Neustadt als größer Schwachpunkt des Films. Während die Story fast ausschließlich auf dem Schloss und in dessen Umgebung spielt, fühlen sich die Rückbezüge zu aus den Hörspielen bekannten Orten bemüht an. Vor allem die kurzen Auftritte von Karla Kolumna und dem Bürgermeister (Robert Palfrader) wirken behelfsmäßig. Ganz so, als hätte man zwar keinen nachvollziehbaren Grund eines Auftritts gefunden, sie aber trotzdem noch irgendwie einfügen müssen, um die Zuschauenden nicht zu enttäuschen. Das wirkt gehetzt und lässt die detailverliebte Mühe vermissen, mit der „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ in seinen besten Momenten punkten kann. Vor allem, weil die Ausstattung und das Design – von den Kostümen über die Frisuren bis hin zu den Setpieces selbst – den Charme der Vorlage gut treffen. Auch die hin und wieder eingestreuten Computereffekte, insbesondere im Zusammenhang mit Hexereien, sind tricktechnisch auf der Höhe der Zeit. Visuell macht das Leinwandabenteuer also so Einiges her. Und akustisch…

„Die Songs stehen symptomatisch für den durchgehend lockeren Tonfall, der in ‚Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen‘ vorherrscht. Wenngleich der eigentliche Konflikt von gar nicht so geringer Tragweite ist.“

… da sorgt das durch die „Bibi & Tina“-Filme längst Kinderpop-Ohrwurm erprobte Duo aus Peter Plate und Ulf Sommer für manch eingängige Nummer. So ein Banger wie der später zum Techno-Sommerhit avancierte „Mädchen auf dem Pferd“ ist zwar noch nicht dabei, doch Anleihen zum Mitwippen und Mitsummen gibt es auch hier schon vereinzelt. Die Songs stehen ohnehin symptomatisch für den durchgehend lockeren Tonfall, der in „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ vorherrscht. Wenngleich der eigentliche Konflikt von gar nicht so geringer Tragweite ist. Die ein – im wahrsten Sinne des Wortes – graues Internat führende Servera (stark: Heike Makatsch) bringt die nachwachsende Hexen-Generation dazu, für ihre Bedürfnisse einzustehen und sich gegen veraltete Traditionen zur Wehr zu setzen. Da schimmert ein Subtext durch, wie man ihn aus früheren „Bibi Blocksberg“-Hörspielfolgen noch kennt. Denn einst wurden hier ernste Themen wie Kindesmisshandlung, Mobbing oder auch Depressionen verhandelt. Ganz so ernst wird es diesmal nicht. Doch im Großen und Ganzen wird dieser „Bibi Blocksberg“-Film sämtlichen Facetten aus „45 Jahren Bibi Blocksberg“ ganz gut gerecht.

Die Kultfigur Karla Koluma (Palina Rojinski) ist zwar auch dabei, kann aber noch keine Akzente setzen.

Fazit: Insgesamt erweist sich „Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ als liebevoll ausgestatteter und überwiegend stimmiger Beitrag zum Jubiläum, der visuell wie akustisch überzeugt und den Geist der Vorlage respektiert. Schwächen zeigt der Film vor allem in der etwas bemühten Einbindung bekannter Neustadt-Elemente und in teils noch unausgereiften Schauspielleistungen der jungen Hauptdarstellerinnen. Dennoch gelingt es dem Film, zwischen Nostalgie und zeitgemäßer Neuinterpretation eine solide Balance zu finden und Bibis Welt für alte wie neue Fans lebendig zu halten.

„Bibi Blocksberg – Das große Hexentreffen“ ist ab dem 11. Dezember 2025 in den deutschen Kinos zu sehen.

2 comments

  • Antje, ich gehe mit dir konform! Liebe Grüße ❣️

  • Super Film!
    Wir hatten im Vorfeld keinerlei Werbung zu diesem Film gesehen, was wir sehr schade fanden. Hätte uns nicht eine Freundin darauf aufmerksam gemacht, hätten wir ihn vermutlich komplett verpasst. Umso größer war die positive Überraschung: Sowohl die schauspielerischen Leistungen als auch die Handlung haben uns wirklich begeistert.

    Die Gesangsszenen sind hervorragend eingebaut und erinnern stark an die Bibi und Tina Verfilmungen. Insgesamt fühlt sich der Film wie eine gelungene Mischung aus diesen, den klassischen Bibi Hörspielen und ein wenig Hogwarts-Flair an.

    Unsere Tochter – und auch wir als Eltern – sind absolut begeistert, nicht zuletzt, weil es sich um eine deutsche Produktion handelt. Ein ganz besonderes Highlight war das Ende im Kino: Es gab Applaus von den Zuschauern, und viele Kinder sangen gemeinsam das Bibi-Blocksberg-Lied. So ein schönes und mitreißendes Kinoerlebnis hatten wir schon sehr lange nicht mehr.

    Wir hoffen auf viele weitere Filme! 🤗🎬✨

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