Five Nights at Freddy’s 2

Das Horror-Sequel FIVE NIGHTS AT FREDDY’S 2 will größer, gruseliger und spektakulärer sein – doch am Ende bleibt er vor allem eines: leblos. Trotz steigenden Budgets und kultiger Vorlage gelingt es der Videospielverfilmung nicht, echte Spannung zu entfachen. Wer auf packenden Horror hofft, findet hier nur ein filmisches Vakuum.

OT: Five Nights at Freddy’s 2 (USA 2025)

Darum geht’s

Über ein Jahr ist vergangen, seit die grauenvollen Ereignisse in Freddy’s Pizzeria die Stadt erschütterten. Die damaligen Geschehnisse sind inzwischen zu einer Legende geworden – einem lokalen Mythos, der so populär ist, dass nun sogar das erste „Fazfest“ gefeiert werden soll. Der frühere Nachtwächter Mike (Josh Hutcherson) und die Polizistin Vanessa (Elizabeth Lail) haben Mikes elfjähriger Schwester Abby (Piper Rubio) die ganze Wahrheit über das Schicksal ihrer animatronischen Freunde immer noch verheimlicht. Doch eines Tages verschwindet Abby unbemerkt, um Freddy, Bonnie, Chica und Foxy heimlich wiederzusehen. Ohne zu wissen, dass sie damit eine verhängnisvolle Kettenreaktion auslöst. Ihre Suche führt zu erschütternden Enthüllungen über die wahren Ursprünge von Freddy’s Pizzeria und weckt einen Schrecken, der Jahrzehnte lang im Dunkeln geschlummert hat…

Kritik

2023 feierte der erste „Five Nights at Freddy’s“ einen furiosen Kinostart: Am Eröffnungswochenende spielte der Film in Nordamerika rund 78 Millionen US-Dollar ein, international kamen weitere 53 Millionen hinzu. Doch bereits in der zweiten Woche folgte der harte Einschnitt. Die Einnahmen brachen um ganze 76 Prozent ein. Ein derart drastischer Rückgang ist ungewöhnlich und deutet meist auf schwache Mundpropaganda hin – oder schlicht darauf, dass der Großteil der ohnehin sehr spitzen Zielgruppe bereits zum Startwochenende ins Kino geströmt war. Zwar stabilisierten sich die Zahlen anschließend, doch das Endergebnis von rund 297,1 Millionen Dollar dürfte weniger der filmischen Qualität zu verdanken sein als vielmehr der enormen Popularität der Videospielvorlage. Seit seiner Veröffentlichung 2014 entwickelte sich das Point-and-Click-Survival-Horror-Game zu einem millionenfach verkauften Kulttitel, der nicht zuletzt durch zahlreiche Let’s-Play-Videos auf Plattformen wie YouTube immense Bekanntheit erlangte. So wuchs eine riesige, äußerst engagierte Fan-Community heran, die schon lange vor konkreten Verfilmungsplänen ein starkes Interesse an einer Leinwandadaption bekundete. Genau dieses fortbestehende Interesse sorgte schließlich dafür, dass trotz parallelem Streaming-Release viele Fans die Kinosäle füllten und der Film zum kommerziellen Hit wurde – zum umsatzstärksten Horrorfilm seines Jahres und zum erfolgreichsten Titel der Produktionsfirma Blumhouse. Und angesichts dieses Erfolges, Einbruch in Woche zwei hin oder her, erscheint die Fortsetzung lediglich als reine Formsache.

Podcasterin Lisa (McKenna Grace) entdeckt die leerstehende Filiale der Freddy Fazbear’s Pizzeria – einen Lost Place.

Vor und hinter der Kamera hat sich seit dem ersten Teil wenig getan. Auch für die Fortsetzung „Five Nights at Freddy’s 2“ nahm Emma Tammi („The Wind“) auf dem Regiestuhl Platz, der mit 51 Millionen US-Dollar noch nie ein solch hohes Budget zur Verfügung stand. Für das Sequel nahm Blumhouse Productions mehr als das Doppelte an Geld in die Hand. Dem Film ist das nicht anzusehen. Wie auch schon der erste Teil ist „Five Nights at Freddy’s 2“ ein inszenatorisch durch und durch uninteressanter Film. Zwar gibt es ein paar winzige Lichtblicke. Das Design der haptischen Animatronics von Jim Henson’s Creature Shop, berühmt für die Muppets & viele Animatronics in Hollywood, ist erneut gelungen und profitiert vom merklichen Gewicht, das Freddy, Chika und Co. auf die Waage bringen. Auch die Ausgestaltung einer neuen Antagonisten-Figur in Marionettenform wirkt in sich stimmig und immerhin in Ansätzen kreativ. In Frontalaufnahme hat sie sogar etwas leidlich Gruseliges. Etwas, was man vom Film insgesamt nun wahrlich nicht behaupten kann.  Wie schon der Franchise-Auftakt, ist auch der zweite Teil äußerst unentschlossen darin, was genau er nun eigentlich sein will. Zwar besitzt der Film Momente, in denen spürbar auf einen (sehr seichten) Jumpscare hingeleitet wird. Auch das Schnellrestaurant und Kinder-Spieleparadies Freddy Fazbear’s Pizza erweist sich einmal mehr als stimmungsvoll gedachtes Set. Die suggestiv-paranoide Kameraarbeit (Lyn Moncrief, „Rache auf Texanisch“) könnte im Zusammenspiel mit dem Setdesign, dessen finsteren Gängen, den Schattenspielen an der Wand und dem Mangel an direkter Beleuchtung eine stimmungsvolle Horrorkulisse ergeben. Doch nichts davon zündet.

„Die suggestiv-paranoide Kameraarbeit könnte im Zusammenspiel mit dem Setdesign, dessen finsteren Gängen, den Schattenspielen an der Wand und dem Mangel an direkter Beleuchtung eine stimmungsvolle Horrorkulisse ergeben. Doch nichts davon zündet.“

Es ist im Detail vor allem die fehlende Glaubwürdigkeit, die dem Film immer wieder zum Nachteil gereicht wird. Das kann sich in inszenatorischen Details zeigen. Etwa beim wiederkehrenden Motiv des plötzlichen, still und heimlich vonstattengehenden Auftauchens der Animatronics zwecks Schreckmoment. Obwohl es doch sonst eigentlich einen riesigen Lärm macht, wenn die Figuren hier durch die Gänge schlurfen. Aber auch erzählerisch gelingt es dem Drehbuchautoren Scott Crawthon (schrieb schon den ersten Film und zahlreiche fiktionale Werke aus dem „Freddy’s“-Universum) nicht, die ohnehin nur mäßig spannende Geschichte hier angemessen, wenn nicht gar besser fortzuführen. Die innige Bruder-Schwester-Beziehung zwischen Mike und Abby bleibt weiterhin bloße Behauptung. Zumal die beiden in „Five Nights at Freddy’s 2“ auch kaum noch gemeinsame Szenen haben. Im Laufe der Geschichte macht einfach jeder sein eigenes Ding, von denen Abbys „Ding“ immer noch das spannendere ist. Vor allem ihre Szenen in der Schule mitsamt ätzendem Idiotenlehrer gehören zu den erzählerischen Lichtblicken. Wenn sich Mike dann übrigens doch mal Sorgen um seine jüngere Schwester macht, vergisst „Tribute von Panem“-Star Josh Hutcherson, diesen Umstand auch seinem Gesicht mitzuteilen.

Die Animatronics sind zum Großteil echt, entstanden im Jim Henson’s Creature Shop.

Erneut schlafwandelt sich dieser durch die ihn zu keinem Zeitpunkt fordernde Story. Seinen schweren Verlust, um den sich im ersten Teil noch alles drehte, scheint er ein für alle Mal abgeschlossen zu haben. Auch Albträume oder andere Traumata sind kein Thema mehr. Die in Teil zwei nun aufkeimende Romanze zwischen ihm und Vanessa wird durch die fehlende Chemie im Keim erstickt. Man käme nie auf die Idee, dass aus zwei solch wenig füreinander engagierten Menschen jemals ein Paar werden könnte. Kurzum: „Five Nights at Freddy’s 2“ besitzt keinerlei emotionale Anknüpfungspunkte für sein Publikum. Sowohl die erzählerischen als auch die inszenatorischen Regeln beugen sich der Momentaufnahme. Erlaubt ist, was eben für die Szene erforderlich ist. Nichts hat Konsequenzen. Am Ende ist alles egal. Bleibt die Frage, wer sich „Five Nights at Freddy’s 2“ überhaupt noch anschauen soll. Natürlich die Fans der Vorlage, für die dieses filmische Vakuum immerhin die gewohnten Easter Eggs zu bieten hat. Sehr wohlwollend formuliert, ließe sich „Five Nights at Freddy’s 2“ vielleicht auch noch als „Einsteiger-Horrorfilm“ betrachten. Zumindest sind für ein (sehr!) schreckhaftes Publikum die Zutaten dafür da, hin und wieder zusammenzuzucken. Blut und Brutalität wird einmal mehr nur angedeutet, aber nie gezeigt (in den USA hat der Film ein PG-13-Rating erhalten). Doch selbst ohne Kenntnisse der Horrorfilm-Mechanismen lassen sich die bevorstehenden Jumpscares hier leicht vorausahnen. Doch wenn man sich diese Pro-Argumente für einen Kinobesuch schon verzweifelt aus der Nase ziehen muss, kann man sich ausmalen, weshalb sich außerhalb der Zielgruppe vermutlich niemals jemand in diesen Film verirren wird.

„Wenn man sich diese Pro-Argumente für einen Kinobesuch schon verzweifelt aus der Nase ziehen muss, kann man sich ausmalen, weshalb sich außerhalb der Zielgruppe vermutlich niemals jemand in diesen Film verirren wird.“

Fazit: „Five Nights at Freddy’s 2“ erweist sich als inszenatorisch wie erzählerisch blutleeres Produkt, das selbst mit im Vergleich zu Teil eins erhöhtem Budget keine überzeugenden Akzente setzt. Die wenigen gelungenen Designmomente können die fehlende Spannung, Konsequenz und emotionale Bindung nicht überdecken. Am Ende bleibt ein Film, der fast ausschließlich für Hardcore-Fans funktioniert und darüber hinaus keinen Reiz entfaltet.

„Five Nights at Freddy’s 2“ ist ab dem 4. Dezember 2025 in den deutschen Kinos zu sehen.

One comment

  • War in der Presse und froh als es endlich vorbei war. Keine Ahung warum die Produktionsfirma den durchgewunken hat. So Hardcore Fan kann man gar nicht sein um den gut zu finden, so da man ihn vielleicht sogar noch weiter empfiehlt und der FIlm nicht bereits nach der 1.Woche wegen der schlechten Bewertungen hart floppt. 1 von 5.

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