Meine Filmflops 2017 – Die Plätze 10 bis 1

Nachdem ich vor Kurzem die Flop 20 meiner in diesem Jahr gesichteten Filme veröffentlichte, folgen nun die Plätze 10 bis 1 der von mir am meisten verabscheuten Filme 2017. Noch einmal möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die objektive Qualität des Films nicht zwingend etwas mit der Platzierung in dieser Liste zu tun haben muss. Es geht hier einzig und allein darum, wie sich mein Empfinden mein Anschauen dieser Filme veränderte. Es kann also sein, dass ich hier ein wenig schärfer in meiner Wortwahl vorgehe, als ich es in meinen Kritiken handhabe. Für eine objektive Sicht der Dinge verweise ich gern auf die Filmkritiken, die ich in den jeweiligen Platzierungen verlinkt habe. 

An dieser Stelle ist auch noch kurz einmal Platz für einige unehrenwerte Nennungen von Filmen, die es nur ganz knapp nicht in meine Flop 20 des Jahres geschafft haben. Wirklich anstrengend war die schwerfällige Rapper-Soap ALL EYEZ ON ME, genauso wie der schrecklich gespielte und fast schon dreist konstruierte Thriller 5 FRAUEN. Auch im Animationsbereich gab es mit MY LITTLE PONY – DER FILM und DER KLEINE VAMPIR fiese Rohrkrepierer zu sehen. Als entsetzlich überbewertet empfand ich den Oscar-Bait LION, während man Martin Scorseses SILENCE zwar sein Dasein als Herzensprojekt anmerkte, der aber gleichsam auch zäh und anstrengend war. Doch auch unter den Blockbustern gab es dieses Jahr einige Ausreißer nach unten. Dazu zählen der moralisch fragwürdige PASSENGERS, die beiden Science-Fiction-Horrorfilme LIFE und ALIEN: COVENANT, ebenso wie die peinliche Monster-Sause KONG: SKULL ISLAND.  Und über das miserable „Saw“-Sequel JIGSAW reden wir am besten auch nicht weiter… 

10

Der Home-Invasion-Horrorfilm WOLVES AT THE DOOR gehört hierzulande zu den am wenigsten erfolgreichen Filmen in diesem Jahr. Gerade einmal etwas mehr als 3000 Besucher wollten sich dieses Machwerk anschauen, das zu allem Überfluss auch noch vom selben Autor geschrieben wurde, wie die weitaus rühmlichere Neuinterpretation von Stephen Kings „Es“. Entsprechend wurde der Film vorab auch weder der Presse gezeigt, noch erhielt er eine großflächige Vermarktung. Gut so, denn sonst wäre wohl weitaus mehr Zuschauern aufgefallen, dass an diesem Schocker, der sich grob an den Morden der Manson-Family orientiert (respektive orientieren soll), so absolut gar nichts dran ist. Abgesehen davon, dass er weder gruselig, noch blutig, geschweige denn überhaupt auf einer Ebene interessant ist, ist das Werben damit, dass es sich hierbei um eine Nacherzählung wahrer Ereignisse handeln soll, fast schon dreist, denn mit Ausnahme eines dokumentarischen Nachklapps wird zu keinem Zeitpunkt darauf eingegangen, was für Monster hinter den Zugehörigen der Manson-Sekte steckten. Einfach nur peinlich!

9

Es ist kein Wunder, dass mich die Fortsetzung eines Films, von dem mir schon der erste Teil gehörig auf den Geist ging, ebenfalls in den Flops zu finden ist. Die Rede ist von DER HUNDERTEINJÄHRIGE, DER DIE RECHNUNG NICHT BEZAHLTE UND VERWAND, das Sequel zur Bestsellerverfilmung „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Die Geschichte um den rüstigen Rentner, der sich in diesem Fall auf die Suche nach einer seltenen Brause begibt und daraufhin sein ganzes Leben vor seinen Augen Revue passieren lässt, fühlt sich an wie ein europäischer Abklatsch von „Forrest Gump“, nur ohne eine charismatische Hauptfigur und weniger charmant, dafür deutlich alberner. Bei den Kinogängern angekommen, ist die Komödie mit dem unerträglichen langen Titel trotzdem – letztlich kann man das auch kaum wem verübeln, denn so richtig weh tut ein solcher Film ja auch Niemandem. Außer mir – ich würde mir „Der Hunderteinjährige, der die Rechnung nicht bezahlte und verschwand“ noch nicht einmal dann ein zweitens Mal anschauen, wenn der Hunderteinjährige meine Rechnung bezahlen würde.

8

Als Kind war ich ein großer Fan sämtlicher Auswüchse des „Wendy“-Franchises. Ob Zeitschrift, Hörspiel oder TV-Serie, als Pferdenarr habe ich die Geschichten rund um den Reiterhof Rosenborg geliebt. Zum Jubiläum des Magazins hat man der Reihe mit WENDY – DER FILM in diesem Jahr ein eigenes Leinwandabenteuer spendiert. Das Problem daran: Mit „Wendy“ hat dieses überhaupt nichts mehr zu tun. Stattdessen behandelt die Geschichte ein vollkommen generisches Mädchen-trifft-unzähmbares-Pferd-Szenario, nur ohne die Leidenschaft eines „Ostwind“ oder die Reife eines „Rock My Heart“. Ob sich die Zielgruppe allzu sehr daran stören wird, ist fraglich, obwohl viele prägnante Dinge aus dem „Wendy“-Kosmos für den Film geändert wurden. Was allerdings nicht bloß den Erwachsenen sauer aufstoßen dürfte, sind sowohl die schwachen Darstellerleistungen, als auch die Tatsache, dass es – für einen Pferdefilm – überraschend wenige der edlen Vierbeiner zu sehen gibt. Da gab es in diesem Jahr weitaus spannendere Konkurrenz in den Kinos zu sehen.

7

Marion Cottilard ist eine der faszinierendsten Schauspielerinnen der aktuellen Stunde, doch obwohl sie DIE FRAU IM MOND ganz allein auf ihren Schultern tragen muss, kann auch sie dieses unerträglich seichte, um Anspruch bemühte Melodram nicht davor bewahren, sich der reinen Lächerlichkeit preiszugeben. Es geht darin um eine Frau, die ein Wellnesshotel in den Schweizer Alpen besucht („A Cure for Wellness“ lässt grüßen!), damit dort ihrer bislang unentdeckten Krankheit auf den Grund gegangen werden kann. Dieser Besuch wird für sie zu einer Art Sinnsuche, in der sie gleichermaßen über ihre Vergangenheit grübelt, wie einen charismatischen Mitpatienten kennenlernt und sich plötzlich zwischen zwei Stühlen wiederfindet. Das klingt erstmal harmlos, entwickelt sich allerdings zu einem Rührstück, das nicht bloß aufgrund seiner Banalitäten verärgert, sondern mit einem Dreh ins Übernatürliche schließlich vollends in sich zusammenfällt. Und so lustlos wie hier hat man Marion Cottilard auch noch nie gesehen. Platz sieben meiner Flops und ein Rohrkrepierer an den Kinokassen sind da leider hochverdient.

6

Was zur Hölle sollte das denn sein? Das auf englisch gedrehte, jedoch in Gänze mit österreichischen Mitteln finanzierte Science-Fiction-Abenteuer MINDGAMERS stellte mich in diesem Jahr vor die größte Herausforderung. Von der ersten bis zur letzten Sekunde dieses „Was passiert, wenn man alle Gehirne der Welt miteinander verknüpft?“-Szenarios habe ich tatsächlich so gut wie nichts davon verstanden, was sich Regisseur Andrew Goth damit vorgenommen hat. Er etabliert einen Haufen unausstehlicher, am Reißbrett entworfener Young-Adult-Figuren und lässt sie unter dem Deckmantel von Wissenschaft und Kirche obskure Experimente durchführen – oder so ähnlich. Dabei kann der Cast sogar mit solchen Namen wie Sam Neill oder Tom Payne aufwarten, doch letztlich ist „Mindgamers“ – aller visueller Qualitäten zum Trotz – ein vollkommen wirres Unterfangen, das mit Sehvergnügen nichts zu tun hat. Das lächerlichste Finale in Form eines riesigen Flashmobs gibt’s obendrauf – ebenso wie Platz sechs meiner Flopliste 2017.

5

Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich einen Film wie FEUERWEHRMANN SAM – ACHTUNG AUßERIRDISCHE! überhaupt in meinen Jahrescharts mitaufnehmen soll, oder ob ich sie nicht weiter berücksichtige. Immerhin sind solche Filme nicht für Leute wie mich gemacht, sondern sollen lediglich den simplen Zweck der Kinderbespaßung erfüllen. Doch nach der Sichtung des ähnlich verortbaren „Bob, der Baumeister“-Films habe ich mich dazu entschlossen, diesen Vertreter hier eben doch wie jeden anderen Film zu betrachten, denn wo man anhand von „Bob“ sehen konnte, wie sich die Macher mit viel Liebe für ihre Figuren und damit auch im Umkehrschluss für die kleinen Zuschauer interessieren, ist der „Feuerwehrmann Sam“-Kinofilm auf sämtlichen Ebenen missraten und offenbart damit, dass der eigentliche Sinn und Zweck solcher Filme eben doch darin besteht, den Zuschauern möglichst viel Geld aus der Tasche zu sehen. Und dann ist da ja auch noch diese lausige Animation, die dem Fass den Boden ausschlägt. Auch, wenn ich so einen Film privat wohl niemals geschaut hätte, gehört er diesmal doch ganz deutlich in meine Flops.

4

Ein Film wie HEREINSPAZIERT! fällt weniger durch seine dilettantische Machart auf, als vielmehr durch seine vollkommen fehlgeleitete Botschaft. Die französische Komödie vom Erfolgsteam von „Monsieur Claude und seine Töchter“ schreibt sich auf die Fahnen, mit Vorurteilen aufräumen und Partei für Nächstenliebe und ethnische Vielfalt ergreifen zu wollen. Das, was hier rund um Hauptdarsteller Christian Clavier in Wirklichkeit aufgefahren wird, ist allerdings das genaue Gegenteil. „Hereinspaziert!“ befeuert die Unterschiede, macht sich über Migranten lustig und inszeniert sogar ganz neue Vorurteile, indem etwa behauptet wird, Sinti und Roma würden Maulwürfe jagen und anschließend verspeisen. Das ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten und letztlich auch nicht wirklich lustig. Das Gefährlichste an einem Film wie diesem ist allerdings, dass er ungefiltert vor allem Applaus von einer Seite bekommt: der der Rechten. Damit hoffe ich einfach nur, dass „Hereinspaziert!“ schnell in Vergessenheit gerät; mein Platz vier der schlechtesten Filme 2017 sollte da die Richtung weisen.

3

Betreten wir das Treppchen dieser wenig vorteilhaften Chartliste und wundern uns gemeinsam darüber, was nur in den „Nightwatch“-Macher Ole Bornedal gefahren ist. Mit SMALL TOWN KILLERS inszeniert er eine schwarze Komödie, die munter gegen sämtliche Minderheiten austeilt. Von schwul über schwarz bis hin zu Frauen im Allgemeinen ist in dieser Geschichte über zwei frustrierte Männer, die ihre Ehefrauen mithilfe eines Auftragskillers loswerden wollen, Niemand sicher. Das Problem daran: Eine solche Aggression gegen alles und jeden ist in „Small Town Killers“ nicht etwa lustig, geschweige denn inhaltlich relevant. Es ist letztendlich einfach nur dummdreist und bemüht provokant, sodass es mir äußerst schwer gefallen ist, diesen Film bis zum bitteren Ende anzuschauen. Nun mag man anführen, dass hier ja ausgleichende Gerechtigkeit stattfindet. Schließlich planen die Frauen im Gegenzug ihren Mord an den Gatten. Doch es fehlt Ole Bornedal schlicht an erzählerischer Finesse, um seine Story satirisch zu unterfüttern. Was bleibt, ist einfach nur ein absolut ätzender Film!

2

Ich glaube, man kann mir – ganz ohne, dass ich es darauf abgesehen hätte – eine starke Antipathie gegenüber Dany Boon attestieren. Zum wiederholten Mal hat es sich der französische Komiker und Schauspieler ganz oben in meiner Flopliste des Jahres gemütlich gemacht, denn, so leid es mir auch tut, ich finde seine Art von Humor auch in diesem Jahr vor allem peinlich und eben nicht lustig. In NICHTS ZU VERSCHENKEN spielt er einen Geizhals, wie er im Buche steht. Unsympathisch, unreif und widerlich. Als seine Tochter, von der er bislang nichts wusste, plötzlich bei ihm vor der Tür steht, bringt Regisseur Fred Cavayé eine vermeintlich rührende Vater-Tochter-Geschichte aufs Parkett, die mir allerdings völlig egal ist. Warum sollte ich mit einem Zeitgenossen mitfiebern, der sich vorab in erster Linie mit anstrengend-nervigem Verhalten hervorgetan hat? Hinzu kommen Gags zum Fremdschämen, in denen man sich direkt aus dem Kinosaal wünscht. Nur einem einzigen Film ist es gelungen, einen solch schlechten Eindruck noch einmal zu überbieten…1

Ich war seit Anfang März sehr gespannt, ob es tatsächlich noch einen Film geben würde, der mich in diesem Jahr mehr aufregt, als Stuart Hazeldines Familiendrama DIE HÜTTE – EIN WOCHENENDE MIT GOTT. Doch nun ist tatsächlich eingetreten, was ich mir schon fast dachte: Die endlos verkitschte und mit fragwürdiger Moral vollgepumpte Romanverfilmung hat sich wacker an der Spitze meiner Flops gehalten und gehört für mich tatsächlich zu jenen Produktionen, bei denen ich mich in diesem Jahr gefragt habe, weshalb so etwas überhaupt in die Kinos kommen darf. Nicht wegen der religiösen Moral an sich – mit dem richtigen Fingerspitzengefühl und ohne erhobenem Zeigefinger funktioniert auch in Filmen die Verbreitung christlicher Werte. Nicht so in „Die Hütte“, in dem wie mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer eingedroschen wird, bis er sein Leben schließlich ganz auf die Sanftmut Gottes ausgerichtet hat. Neben einer entsetzlich zuckerigen Inszenierung lasse ich mir ungern vorschreiben, was ich zu denken, zu fühlen und wie ich wann wem zu vergeben habe. Ein schrecklich moralinsaurer Film, der keine zweite Meinung duldet.

4 Kommentare

  • Ich habe (zum Glück) keinen der aufgeführten Filme gesehen. Nur so aus Interesse. Hast du „The House“ (Casino Undercover) gesehen?

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    • Oh! Und was ist mit „Rings“? 🙂

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      • Dann hast Du ja wirklich ein feines Näschen bewiesen, wenn Du glücklicherweise keinen der aufgeführten Filme geschaut hast! 🙂 „Casino Undercover“ habe ich gesehen; ich fand ihn zu Beginn nett und dann wurde er mit der Zeit immer dröger und hatte dann auch so plötzliche Gewaltspitzen drin, was ich recht crazy fand. Ist bei mir, wenn Du es genau wissen willst, auf Platz 225 gelandet 😀 . „Rings“ war leider auch echt nicht gut, allerdings hatte er eine passable Grundidee, auf die man hätte aufbauen können. Leider sehr unbeholfen inszeniert und für einen Horrorfilm einfach erschreckend ungruselig. Trotzdem weil ich das Franchise mag, ich mich prinzipiell auf eine Rückkehr ins „Ring“-Universum gefreut habe und es hier ja nicht zwingend um Qualität sondern ums reine Mögen geht, „nur“ auf Platz 146.

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      • Ach du liebe Zeit 😁😁😁
        Ich muss mal meine Liste machen. Aber die beiden von mir genannten dürfen ziemlich weit vorne landen. Ich habe aber dieses Jahr auch nur ganz wenig Filme gesehen

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