Meine Lieblingsfilme 2025: Die Plätze 10 bis 1

Es ist vorbei! Das Kinojahr 2025 ist Geschichte und hinterlässt zahlreiche Erinnerungen an jede Menge spannende, aufregende, besondere und natürlich auch weniger tolle Filme. Doch um diese soll es im Folgenden nicht gehen! Wen meine Flop 10 interessieren, der sei an anderer Stelle gut bedient. Außerdem findet ihr hier die Plätze 30 bis 21 sowie an dieser Stelle die Plätze 20 bis 11. Jetzt noch einmal zur Erinnerung: Hierbei handelt es sich nicht um die aus Kritikersicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme!

Zur Auswahl standen diesmal mehr als 180 Titel aus den letzten 365 Tagen. So viele habe ich übrigens seit dem Jahr 2018 nicht mehr geschaut. Der Anfang des Jahres gefasste Vorsatz, wieder häufiger ins Kino zu gehen und mehr Filme zu gucken, wurde von mir also voll und ganz eingelöst. Doch nun genug der Vorrede. Hier kommen meine ersten zehn Lieblingsfilme, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2025 hierzulande im Kino, auf Blu-ray, als VOD-Titel oder auf einem Festival in Deutschland erschienen sind. Viel Spaß!

Platz 10

Nach all den Diskussionen um Marvel-Müdigkeit hätte ich selbst nicht mehr damit gerechnet, dass mich ein MCU-Film noch einmal so mitreißen würde. Und dann kam THUNDERBOLTS* – und traf mich völlig unerwartet mit voller Wucht. Dieser Film fühlt sich an wie ein Befreiungsschlag: weniger Weltuntergang, mehr Figuren, mehr Gefühl, mehr echtes Kino. Die Action ist endlich wieder greifbar, roh und handgemacht, und man spürt förmlich die Lust hinter jeder Explosion und jedem Stunt. Aber was mich wirklich begeistert hat, ist der Fokus auf die Charaktere. Yelena, Bucky, Walker & Co. sind keine Witzfiguren, sondern gebrochene Menschen, deren Tragik ernst genommen wird. Emotionale Momente dürfen atmen, ohne sofort von einem Gag erstickt zu werden. Das ist im MCU fast schon revolutionär. Dazu kommt ein perfekt getimter, figurenspezifischer Humor und ein Cast, der sichtbar alles gibt. „Thunderbolts“* hat mir gezeigt, dass Marvel es doch noch kann – und warum ich diese Welt nie ganz aufgegeben habe.

Platz 9

Es gibt diese seltenen Kinoerlebnisse, bei denen ich sofort spüre, dass sie größer sind als alles andere im Filmjahr. Genau so ging es mir mit DER BRUTALIST. Trotz seiner epischen Laufzeit hat mich dieser Film keine Sekunde losgelassen. Brady Corbet erschafft ein fiktionales Leben, das sich erschreckend echt anfühlt. Voller Widersprüche, Schmerz und schöpferischer Kraft. Adrien Brody liefert eine der intensivsten Performances seiner Karriere ab – leise, stolz, gebrochen und doch voller innerem Feuer. Es ist eine tief beeindruckende Idee, Architektur hier zur Lebensader zu machen. Zum Ausdruck von Identität, Trauma und Überlebenswillen. Jede Einstellung strahlt Ehrfurcht aus, jede Figur besitzt Tiefe und moralische Ambivalenz. Guy Pearce und Felicity Jones setzen weitere emotionale Höhepunkte, die lange nachhallen. „Der Brutalist“ ist forderndes, überwältigendes Kino, das Vertrauen ins Publikum hat – und genau dafür liebe ich diesen Film. Ein monumentales Werk, das man nicht einfach schaut, sondern erlebt.

Platz 8

Hype im Horrorkino macht mich normalerweise skeptisch – umso mehr hat mich überrascht, wie kompromisslos mich dieser Film gepackt hat. Zach Cregger beweist hier endgültig, dass er einer der spannendsten Genre-Erzähler seiner Generation ist. Was als rätselhaftes Verschwinden beginnt, entfaltet sich zu einem albtraumhaften Puzzle aus Trauma, Paranoia und eskalierendem Horror, das mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen hat. Besonders begeistert hat mich die episodische Struktur: Jede Perspektive fühlt sich wie ein eigener emotionaler Schlag an. Jede neue Figur erweitert das Grauen um eine weitere Facette. Dabei kippt WEAPONS – DIE STUNDE DES VERSCHWINDENS mühelos zwischen Drama, schwarzem Humor und okkulter Bedrohung, ohne je auseinanderzufallen. Julia Garner und Josh Brolin liefern erschütternde Performances, die dem Horror echtes Gewicht verleihen. Und das Amy Maddigan aktuell zu den ganz großen Favoritinnen im Award-Rennen gehört, hat sich dieser Film redlich verdient.

Platz 7

Diesem Film eilte ebenfalls ein Hype voraus. Und er hat ihm standgehalten! Paul Thomas Anderson entfesselt in ONE BATTLE AFTER ANOTHER einen atemlosen Rausch aus Action, Politik, schwarzem Humor und existenzieller Verzweiflung, der mich regelrecht überfahren hat. Vor allem begeisternd: diese kompromisslose Energie. Jede Szene wirkt wie ein weiterer Schlag, jede Wendung wie ein neuer Adrenalinstoß. Leonardo DiCaprio ist grandios als zutiefst kaputter, aber überraschend sympathischer Antiheld, während Sean Penn eine erschreckend reale, abgrundtiefe Bedrohung verkörpert. Trotz aller Rasanz verliert „One Battle After Another“ nie seine thematische Schärfe. Es geht um die Auseinandersetzung mit Macht, Gewalt und Erinnerung. Visuell überwältigend, musikalisch gnadenlos antreibend und emotional erstaunlich berührend, vor allem im Zusammenspiel zwischen Vater und Tochter, ist dieser Film für mich pures Kino im besten Sinne. Mit einer der besten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte!

Platz 6

Manchmal trifft ein Film genau diesen seltenen Punkt, an dem Leichtigkeit und Ernst perfekt ineinandergreifen. So wie im Falle von GOOD FORTUNE – EIN GANZ SPEZIELLER SCHUTZENGEL. Aziz Ansari gelingt ein reifes, warmherziges Regiedebüt, das mich gleichermaßen zum Lachen gebracht und nachdenklich zurückgelassen hat. Mit hoher Sensibilität fängt der Film den Druck der modernen Arbeitswelt ein, ohne jemals belehrend zu wirken. Die Figuren sind keine Karikaturen, sondern Menschen mit Widersprüchen, Schwächen und echter Entwicklung. Keanu Reeves ist als naiver Schutzengel eine einzige Herzensangelegenheit, während Seth Rogen und Ansari selbst ihre Rollen mit unerwarteter Tiefe füllen. Trotz klarer Haltung zu sozialer Ungleichheit bleibt „Good Fortune“ durchweg charmant, verspielt und zutiefst empathisch. Kleine Beobachtungen, liebevoller Humor und eine zarte Romanze sorgen dafür, dass sich dieser Film lange nach dem Abspann warm anfühlt. Für mich ist das Feel-Good-Kino mit Haltung – klug, menschlich und überraschend berührend.

Platz 5

Es gibt Horrorfilme, die schocken. Und dann gibt es jene, die sich langsam, unerbittlich unter die Haut graben. Genau so ein Erlebnis war BRING HER BACK für mich. Die Philippou-Brüder beweisen mit ihrem zweiten Film nach „Talk To Me“ endgültig, dass sie keine Zufallserscheinung, sondern echte Meister darin sind, emotionales Drama und gnadenlosen Psychohorror miteinander zu verschränken. Im Zentrum stehen Figuren, die einem sofort wichtig sind: zwei traumatisierte Geschwister, deren Beziehung das emotionale Rückgrat der Geschichte bildet. Gerade deshalb treffen die Grausamkeiten später umso härter. Sally Hawkins ist dabei schlicht brillant! Liebevoll, verstörend, zutiefst menschlich und zugleich abstoßend. Selten hat mich eine Figur so sehr zwischen Empathie und Ablehnung hin- und hergerissen. „Bring Her Back“ ist brutal, dabei aber nie selbstzweckhaft. Grausam, aber immer getragen von echter Tragik. Dieser Film will nicht nur Angst machen, er will wehtun – und genau das macht ihn für mich zu einem der intensivsten Kinoerlebnisse des Jahres.

Platz 4

Neunzig Minuten Daueranspannung, ohne dabei laut oder effekthascherisch zu werden. Denn was hier erzählt wird, ist Alltag – und genau darin liegt die enorme Wucht des Dramas HELDIN. Ich war von der ersten Minute an gefesselt von diesem atemlosen Rhythmus, diesem Gefühl, dass keine Sekunde verschenkt werden darf. Leonie Benesch ist schlicht herausragend: aufmerksam, kontrolliert, erschöpft und dennoch voller Würde. Man glaubt ihr jede Bewegung, jeden Blick, jede kleine Geste. Der Film macht aus Routine einen Thriller, aus scheinbar banalen Handgriffen Momente existenzieller Bedeutung. „Heldin“ verzichtet dabei auf große Reden und dramatische Zuspitzungen – und trifft gerade deshalb mitten ins Herz. Die wenigen Augenblicke der Ruhe sind kostbar, fast überwältigend, und sagen mehr über Menschlichkeit aus als jede explizite Botschaft. Dieser Film urteilt nicht, es beobachtet auf respektvolle, präzise und zutiefst empathische Weise eine Branche in der Krise. Für mich ein stilles Meisterwerk und eines der intensivsten Filmerlebnisse des Jahres.

Platz 3

Es gibt Filme, die einem keine bequeme Position anbieten. Ein entspannter Kinobesuch sieht ganz gewiss anders aus. Aber genau das macht für mich den Reiz von AFTER THE HUNT aus. Ein Werk, das einen permanent herausgefordert, die eigenen moralischen Reflexe zu hinterfragen, nur um einen dabei immer wieder ins Leere laufen zu lassen. Luca Guadagnino inszeniert ein nervös vibrierendes Thrillerdrama, das weniger Antworten liefert als bohrende Fragen. Julia Roberts ist eine absolute Offenbarung: kühl, widersprüchlich, egoistisch und zugleich erschreckend menschlich. Auch Andrew Garfield und Ayo Edebiri spielen ihre Rollen mit einer Ambivalenz, die jede einfache Einordnung unmöglich macht. Was mich besonders gepackt hat, ist die konsequente Weigerung des Films, sich moralisch festzulegen. „After the Hunt“ seziert Macht, Selbstschutz und gesellschaftliche Dynamiken mit chirurgischer Präzision und lässt einen auch nach dem Abspann nicht los. Dieses Kino will nicht gefallen, sondern irritieren. Für mich eines der unbequemsten, klügsten und nachhaltigsten Filmerlebnisse des Jahres.

Platz 2

Manchmal fühlt sich ein Sequel nicht wie ein Pflichttermin an, sondern wie ein echtes Geschenk. Und genau dieses Gefühl hatte ich hier von der ersten Minute an. Die Rückkehr nach Zootropolis hat mich sofort wieder komplett abgeholt, weil dieser Film nicht einfach mehr vom Gleichen liefert, sondern seine Welt mutig erweitert. Neue Stadtviertel, neue Figuren und eine Geschichte, die erneut weit über einen klassischen Kriminalfall hinausgeht. Ebenfalls toll: die emotionale Weiterentwicklung von Judy und Nick. Ihr Zusammenspiel wirkt reifer, ehrlicher und stellenweise überraschend verletzlich. Gleichzeitig sprüht ZOOMANIA 2 vor Witz, visueller Fantasie und cleveren Details, die man unmöglich alle beim ersten Schauen erfassen kann. Der Humor zündet konstant, die gesellschaftlichen Untertöne sind erneut klug eingebettet, und Figuren wie Gary De’Snake gehören für mich zu den großen Highlights des Kinojahres. Dieses Sequel beweist, wie zeitlos, relevant und lebendig diese Welt ist – und warum ich Zootropolis jederzeit wieder besuchen möchte.

Platz 1

Es gibt Filme, bei denen ich merke, dass sie tiefer gehen als reine Begeisterung. Sie fühlen sich wie ein Stück Zuhause an. Genau so ein Erlebnis war dieser hier. Mit einer bemerkenswerten Selbstverständlichkeit gelingt es Regisseur Tim Dünschede mit DIE DREI ??? UND DER KARPATENHUND, meine jahrzehntelange Liebe zu dieser Welt ernst zu nehmen und zugleich etwas Eigenständiges daraus zu machen. Endlich bin ich wirklich in Rocky Beach angekommen, mit all seinen Figuren, Schauplätzen und kleinen Details, die sich wie liebevolle Umarmungen für Fans anfühlen. Gleichzeitig funktioniert der Film auch als spannender, wunderbar erzählter Detektivstoff. Die Dynamik zwischen Justus, Peter und Bob trägt, die Nebenfiguren sind großartig besetzt, und visuell fühlt sich alles genau richtig an. „Die drei ??? und der Karpatenhund“ ist für mich mehr als die beste Verfilmung der Reihe. Es ist der Film, von dem ich nie sicher war, ob er überhaupt möglich ist. In diesem Jahr kann meine Nummer eins nur so aussehen!

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