Meine Lieblingsfilme 2025: Die Plätze 30 bis 21

Es ist vorbei! Das Kinojahr 2025 ist in ein paar Tagen Geschichte und hinterlässt zahlreiche Erinnerungen an jede Menge spannende, aufregende, besondere und natürlich auch weniger tolle Filme. Doch um diese soll es im Folgenden nicht gehen! Wen meine Flop 10 interessieren, der sei an anderer Stelle gut bedient. Hier folgen in den kommenden Tagen  meine 30 Lieblingsfilme des Jahres 2025. Und weil das in den letzten Jahren ja immer schon so gut geklappt hat, weise ich nun noch einmal auf Folgendes hin: Hierbei handelt es sich nicht um die aus Kritikersicht besten Filme des Jahres, sondern ausschließlich um meine ganz persönlichen, vollkommen subjektiv ausgewählten Lieblingsfilme!

Zur Auswahl standen diesmal mehr als 180 Titel aus den letzten 365 Tagen. So viele habe ich übrigens seit dem Jahr 2018 nicht mehr geschaut. Der Anfang des Jahres gefasste Vorsatz, wieder häufiger ins Kino zu gehen und mehr Filme zu gucken, wurde von mir also voll und ganz eingelöst. Doch nun genug der Vorrede. Hier kommen meine ersten zehn Lieblingsfilme, die zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2025 hierzulande im Kino, auf Blu-ray, als VOD-Titel oder auf einem Festival in Deutschland erschienen sind. Viel Spaß!

Platz 30

Es ist noch gar nicht so lange her, da war der Animationsfilm „Captain Underpants“ einer meiner absoluten Lieblingsfilme seines Jahrgangs. 2025 haben die Schöpfer hinter der Comicvorlage nachgelegt und einen weiteren, ungewöhnlichen Helden im Rahmen eines spektakulären Meta-Gewitters auf die Leinwand geholt: den „Dog Man“, eine krude Mischung aus Polizist und seinem treuen Polizeihund, die in bester Frankenstein-Manier zu einer Person zusammengenäht werden. Das ist die Prämisse von DOG MAN – WAU GEGEN MIAU, auf die in dieser anarchischen 3D-Welt alles fußt. Und es macht einfach nur einen Heidenspaß, dabei zuzuschauen, in was für absurde Humorgefilde sich die Macher hier alles vorwagen. In dem Moment, in dem der Hauptfigur erlaubt wird, alles, aber auch wirklich alles zu unternehmen, um den fiesen Schurken dingfest zu machen – und sei es eine Ermittlermontage – wusste ich: Das ist genau mein Film! Denn was soll ich sagen: Hier trifft „Dog Man – Wau gegen Miau“ einfach zu einhundert Prozent mein Komikzentrum.

Platz 29

Es ist ein Abschied, der genau weiß, worauf es im Herzen dieses Franchise immer angekommen ist: Atmosphäre, handwerklich präziser Grusel und vor allem die Warrens selbst. Vera Farmiga und Patrick Wilson tragen CONJURING 4: DAS LETZTE KAPITEL mit einer Wärme und emotionalen Verbundenheit, wie man sie im Horrorkino nur selten findet. Ihre Beziehung bildet erneut das Herzstück des Films und verleiht dem klassischen Geisterspuk eine erstaunliche Menschlichkeit. Die Geschichte nimmt sich bewusst Zeit, atmet, lässt Figuren und Situationen wirken. Das sorgt für ein fast episches Gefühl, das dem Finale der Hauptreihe absolut gerecht wird. Die ruhigen, alltäglichen Momente – Pancakes am Küchentisch, familiäre Nähe, sorgende Blicke – verstärken den Horror sogar noch, weil sie das Bedrohliche mitten ins Vertraute holen. Genau darin liegt die große Stärke von „Conjuring 4“: Der Schrecken entsteht nicht nur durch Dämonen, sondern durch die Angst, das eigene Zuhause und die eigene Familie nicht schützen zu können. Regisseur Michael Chaves liefert zudem ein Best-of des Haunted-House-Kinos, das auf bewährte Mittel setzt und sie mit sicherem Gespür einsetzt. Spiegel, Schatten, Geräusche und Raumkompositionen greifen präzise ineinander und erzeugen konstanten Druck. „Conjuring 4“ will das Rad nicht neu erfinden – und muss es auch nicht. Stattdessen schenkt der Film seinen Figuren einen ehrlichen, unzynischen Abschluss und verabschiedet sich als emotionaler, effektiver und würdiger Höhepunkt einer der prägenden Horrorreihen der letzten Jahre.

Platz 28

In der beliebten Netflix-Krimireihe ist WAKE UP DEAD MAN: A KNIVES OUT MYSTERY der vielleicht reifste und dadurch mutigste Teil. Erneut beweist Regisseur Rian Johnson, dass ein Whodunit weit mehr sein kann als ein quirliges Star-Puzzle mit Pointen-Taktung. Statt die Absurdität weiter hochzuschrauben, entscheidet er sich bewusst für Tiefe, Atmosphäre und einen starken emotionalen Kern. Das Ergebnis ist ein Kriminalfilm, der nicht laut um Aufmerksamkeit buhlt, sondern sich Zeit nimmt, um seine Figuren, ihre Widersprüche und ihre inneren Konflikte ernsthaft zu durchdringen. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht allein der brillante Benoit Blanc, sondern ein Priester, dessen Ankunft in einer eingeschworenen Gemeinde Risse sichtbar macht, die schon lange unter der Oberfläche schlummern. Josh O’Connor trägt diese Perspektivverschiebung mit enormer Präsenz. Johnson verhandelt Themen wie Macht, Glauben, Stillstand und Erneuerung mit erstaunlicher Sensibilität, nie belehrend, sondern neugierig und empathisch. Dass dabei Humor, Spannung und cleveres Rätseldenken keineswegs verloren gehen, spricht für die erzählerische Souveränität des Films. Großartig besetzt, ruhig erzählt und voller kluger Beobachtungen, fühlt sich „Wake Up Dead Man“ weniger wie ein Gag-getriebener Krimi an, sondern wie ein echtes Statement.

Platz 27

Ich habe eine Vorliebe für ein (Sub-)Genre, das sich noch nicht vollends etabliert hat. Von dem ich allerdings glaube, dass man es in einigen Jahren als spezifische Strömung des modernen deutschen Kinos anerkennen könnte: die „Neue norddeutsche Melancholie“. Spätestens mit Lars Jessens grandiosem „Mittagsstunde“ habe ich ein Faible für tragisch-spröde Geschichten aus dem hohen Norden entwickelt – und wenn der Regisseur von ebenjener „Mittagsstunde“ einen neuen Film macht, bin ich natürlich ganz Ohr! Mit dem TV-Film PRANGE – MAN IST JA NACHBAR begeht Jessen erneut das von mir präferierte Terrain, begibt sich dabei aber stärker in Komödiengefilde. Seine Geschichte über den von Bjarne Mädel gespielten Titelhelden, der in einer Barmbeker Wohnung das Tagesgeschehen seiner Nachbarinnen und Nachbarn beobachtet, spiegelt und kommentiert, ist voller großartiger Alltagsbeobachtungen, subtilem Witz, Hau-Drauf-Gags, Charakterdrama und Liebesgeschichte – und dabei durch und durch authentisch. Hinzu kommt: Die ganze Geschichte spielt um die Weihnachtszeit. Und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass ich „Prange“ in Zukunft jedes Jahr im Advent schauen werde. Denn auch wenn es der Film zu Beginn gar nicht erahnen lässt: Es kommt der Moment, in dem plötzlich die Harmonie Einzug erhält. Und die fühlt sich nicht etwa behauptet-konstruiert, sondern absolut echt, da hochverdient an.

Platz 26

Endlich wird wieder kreativ gestorben! FINAL DESTINATION: BLOODLINES ist die längst überfällige Wiederbelebung eines Kultfranchises. Und zwar eine, die genau verstanden hat, warum diese Reihe bis heute so präsent ist. Vierzehn Jahre Pause haben der Serie nicht geschadet, im Gegenteil: Selten war der Tod so verspielt, so gemein und gleichzeitig so unterhaltsam wie hier. Mit jeder Minute entwickelt der Film seinen ganz eigenen, tödlichen Rhythmus und beweist auf beeindruckende Weise, dass hier echte Fans am Werk waren. Wie ich zu der ganzen „Blutlinien“-Thematik stehe, weiß ich selbst nicht so genau. Immerhin verhindert sie, dass der Film sich nicht allzu sehr in verklärender Nostalgie verliert. Denn statt plumper Rückbezüge setzt „Bloodlines“ auf Weiterentwicklung – und gewinnt dadurch enorm! Die tödlichen Kettenreaktionen gehören zu den kreativsten der gesamten Reihe: perfide aufgebaut, herrlich unvorhersehbar und durchzogen von einem schwarzen Humor, der genau den Nerv der Marke trifft. Man lacht – und zuckt im nächsten Moment zusammen. Außerdem beinhaltet der Film einen meiner liebsten Kinomomente des gesamten Filmjahres: den letzten, zutiefst bewegenden Auftritt von Tony Todd, der dem Film eine ungeahnt melancholische Note verleiht und dem Franchise einen würdigen, emotionalen Anker schenkt.

Platz 25

WAS IST LIEBE WERT – MATERIALISTS ist ein kluger, unangenehm ehrlicher und gerade deshalb so faszinierender Film über Beziehungen im Zeitalter ökonomischer Vernunft. Celine Song beweist nach „Past Lives“ erneut ein bemerkenswertes Gespür für emotionale Zwischentöne und gesellschaftliche Sollbruchstellen. Was zunächst wie eine klassische New-York-RomCom wirkt, entpuppt sich schnell als scharf beobachtete Studie über Dating als Markt, Liebe als Investition und Nähe als Kosten-Nutzen-Rechnung. Geschickt unterläuft Song gängige Liebesfilm-Klischees, bis jedweder romantischer Idealismus entzaubert wird. Und zwar ohne dabei die Sehnsucht nach Nähe lächerlich zu machen.  Stattdessen legt der Film offen, wie tief materielle Aspekte, Statusdenken und Vergleichslogik unsere intimsten Entscheidungen prägen. Pedro Pascal und Chris Evans ergänzen das Dreiecksgefüge um Dakota Johnson mit Charisma und emotionaler Klarheit, ohne je zu einfachen Projektionsflächen zu verkommen. Und trotz aller Nüchternheit erlaubt sich „Materialists“ immer wieder Momente leiser Hoffnung. Genau darin liegt seine große Stärke: Der Film stellt unbequeme Fragen, urteilt nicht – und traut seinem Publikum zu, selbst weiterzudenken. Ein moderner Liebesfilm, der lange nachwirkt, weil er nicht vertröstet, sondern ernst nimmt.

Platz 24

Mutig, verstörend schön und zugleich erstaunlich mitfühlende: THE UGLY STEPSISTER ist die Neuerfindung eines der bekanntesten Märchen überhaupt. Emilie Blichfeldt nutzt den vertrauten „Aschenputtel“-Rahmen lediglich als Sprungbrett, um eine radikale Perspektivverschiebung vorzunehmen: Der Blick gilt nicht der strahlenden Heldin, sondern jener Figur, die bislang zur Karikatur degradiert wurde. Das Ergebnis ist ein Bodyhorror-Drama von großer emotionaler Wucht, das tief unter die Haut geht. Lea Myren trägt den Film mit beeindruckender Entschlossenheit. Ihre Elvira ist verletzlich, ehrgeizig, verzweifelt und zunehmend gefangen in einem System aus Anerkennung, Optimierungszwang und Selbstverleugnung. Besonders faszinierend ist, wie „The Ugly Stepsister“ Schönheit nicht als Ziel, sondern als temporäre Illusion entlarvt – teuer erkauft, schmerzhaft und stets vom Verfall bedroht. Die drastischen Bilder sind schockierend, dienen jedoch nie dem reinen Effekt, sondern verstärken die innere Reise der Hauptfigur. Blichfeldt inszeniert zeitlos, fast entrückt, und trifft damit einen Nerv unserer Gegenwart. Der Film ist Anklage, Märchen, Körperstudie und Coming-of-Age zugleich – kompromisslos in seiner Bildsprache, aber überraschend versöhnlich in seiner Haltung.

Platz 23

Mit EDDINGTON meldet sich Ari Aster so kompromisslos und visionsgetrieben zurück, wie man es sich von ihm erhofft. Nur diesmal nicht als reiner Horrormeister, sondern als schonungsloser Chronist einer Gesellschaft im Ausnahmezustand. Der Neo-Western entfaltet eine düster-satirische Wucht, die weniger auf Schrecken setzt als auf ein permanentes Unbehagen. Aster seziert mit messerscharfem Blick Angst, Spaltung und digitale Radikalisierung und verwandelt die Pandemie-Kulisse in ein universelles Sinnbild kollektiver Überforderung. Dabei ist „Eddington“ ambitioniert bis zur Selbstüberforderung – und gerade deshalb so elektrisierend. Joaquin Phoenix verliert sich einmal mehr mit beängstigender Hingabe in einem Strudel aus Paranoia, Machtfantasien und moralischem Verfall, während Pedro Pascal seinem Gegenpart ein unerwartet ruhiges, charismatisches Gegengewicht verleiht. Besonders beeindruckend ist, wie Aster gesellschaftliche Diskurse nicht erklärt, sondern eskalieren lässt. Der Film beobachtet, wie Ideologien sich verselbstständigen, wie Online-Wahrheiten reale Gewalt gebären und wie schnell ein Gemeinwesen kippen kann. „Eddington“ ist kein gefälliger Film, aber ein hochaktueller, mutiger und provokanter – ein Werk, das aneckt, herausfordert und lange nachhallt.

Platz 22

Das auf wahren Ereignissen beruhende Drama SING SING packt einen ganz langsam – und trifft am Ende umso stärker. Zumindest mich. Was zunächst wie ein nüchtern beobachtetes Gefängnisdrama beginnt, entfaltet sich zu einer zutiefst menschlichen, hoffnungsvollen Erfahrung über Kunst als Rettungsanker. Greg Kwedar verlegt den Fokus konsequent weg von Gewalt und Eskalation hin zu Kreativität, Selbstreflexion und Gemeinschaft. Das Theater wird hier nicht zur Freizeitbeschäftigung, sondern zum Raum, in dem Identitäten neu verhandelt werden dürfen. Colman Domingo ist dabei schlicht überragend: ruhig, charismatisch, verletzlich und ohne jede Schauspiel-Eitelkeit. Die Proben sind dabei das emotionale Herzstück des Films, Voller Humor, Spannung und leiser Offenbarungen. Wenn sich die Insassen spielend öffnen, ihre Rollen wählen und langsam Vertrauen fassen, erzählt „Sing Sing“ mehr über Freiheit als viele Filme, die außerhalb von Gefängnismauern spielen. Die dokumentarische Anmutung verstärkt die Wirkung enorm, insbesondere wenn man realisiert, wie nah Fiktion und Wirklichkeit hier beieinanderliegen. Das Finale hat mich mit einer emotionalen Ehrlichkeit getroffen, die nicht manipuliert, sondern verdient ist.

Platz 21

Dass das deutsche Gesundheitssystem an allen Ecken und Ende krankt, merkt man spätestens dann, wenn man einen Facharzttermin sucht und ein halbes Jahr auf einen freien Platz warten muss. Doch im Vergleich zu den Vereinigten Staaten sind wir hierzulande noch gut bedient. Diese Eindruck hinterlässt jedenfalls der schwer definierbare Genrehybrid aus morbider Komödie, Actionfilm und bitterböser Satire: In CODE 3 geht es dem US-amerikanischen Gesundheitssystem an den Kragen. Und zwar aus der Perspektive eines abgebrühten Rettungssanitäters, der eigentlich nur seine aller letzte Schicht hinter sich bringen will. An der Seite der von „The Office“-Star Rainn Wilson gespielten Hauptfigur erleben wir hautnah, wie – pardon – abgefuckt der Job des Rettungssanitäters sein kann. In einem halsbrecherischen Tempo rasen wir von Einsatz zu Einsatz. Was wir da sehen, geht häufig auf keine Kuhhaut. Und dann ist da immer wieder das Wissen darum, dass all das hier genauso passieren könnte. Mir ist das Lachen mehr als einmal im Hals stecken geblieben. Doch mindestens genauso oft war ich zutiefst beeindruckt davon, mit welcher Sicherheit hier ein System angeprangert wird, an dem sich – leider – auch nach diesem Film kaum etwas ändern wird.

 

Schon ganz bald geht es an dieser Stelle mit meinen Plätze 20 bis 11 weiter…

One comment

  • Super! Es macht immer Spaß mir bei solchen Listen Tips zu holen, die ich dann über die Feiertage nachholen und streamen kann. Code 3 und Dog Man sind schon mal notiert. Freue mich schon auf die Plätze 11-20.

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