Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von WESSELS‘ WEEKLY. Diese Woche geht es um den 26. August 2021, an dem mit „Candyman“ ein Film startet, über den wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht Näheres verraten dürfen. Doch schon in wenigen Stunden erfahrt ihr mehr über einen der wichtigsten Filme des Jahres. Trösten wir uns bis dahin mit ein paar netten Worten zu „Reminiscence“, einem starken Science-Fiction-Film-Noir, oder damit, dass endlich das oscarprämierte Anthony-Hopkins-Vehikel „The Father“ in die deutschen Kinos kommt. Und der Rest? Der geht vielleicht in das sehr vergnügliche Animationsabenteuer „Bigfoot Junior 2“!?
Wenn Ihr mehr zu den einzelnen Filmen wissen wollt, klickt einfach auf’s Plakat und entdeckt dort entweder die Kritik oder den dazugehörigen Trailer. Bei Produktionen, die ich vorab nicht sichten konnte, liefere ich Euch auch diesmal wieder eine Zusammenfassung der Handlung. Übrigens: Das erste Mal in „Wessels‘ Weekly“-Zeiten gibt es diese Woche keinen Heimkinotipp. Es startet einfach nichts… Ich wünsche Euch natürlich trotzdem viel Freude mit dieser neuen Ausgabe und natürlich viel Spaß im Kino!
CANDYMAN | Regie: Nia DaCosta | CAN/USA 2021
In seiner stilistisch herausragenden Mischung aus abgebrühtem Killerfilm, Rassismusanklage und Psychodrama um einen von seiner Muse vereinnahmten Künstler ist „Candyman“ einer der besten Filme des Jahres und mit Sicherheit der Startschuss für eine spannende Karriere der Regisseurin Nia DaCosta.
REMINISCENCE: DIE VERGANGENHEIT STIRBT NIE | Regie: Lisa Joy | USA 2021
Hätte Christopher Nolan Filme wie „Blade Runner“, „Total Recall“ und sein eigenes Werk „Inception“ genommen, durch einen Mixer gedreht und anschließend als Film Noir neu aufgelegt, wäre dabei wahrscheinlich ein derart berauschendes Kinoerlebnis wie „Reminiscence“ herausgekommen.
THE FATHER | Regie: Florian Zeller | UK/FR 2020
Florian Zeller gelingt mit „The Father“ das rührende Porträt einer Vater-Tochter-Beziehung, das von der Demenzerkrankung des Vaters intensiv durchgerüttelt wird. Anthony Hopkins und Olivia Colman meistern ihre Rollen hervorragend und helfen dem Film im Gesamten über kleine und größere Holprigkeiten hinweg.
BIGFOOT JUNIOR | Regie: Jeremy Degruson, Ben Stassen | BEL/FR 2020
Eine wasch(bären)echte Überraschung: War der Vorgänger „Bigfoot Junior“ schon ein grundsolides Animationsabenteuer mit hübscher Pubertätsparabel, hinterlässt die gleichermaßen rasante als auch amüsante Fortsetzung richtig Eindruck, macht Spaß und ist obendrein sogar richtig lehrreich. Vor allem aber sieht sie, gemessen, an den weitaus geringeren Budgets, den europäischen Animationsfilmern zur Verfügung stehen als US-Produktionen, auch noch richtig stark aus.
KILLER’S BODYGUARD 2 | Regie: Patrick Hughes | USA/UK 2021
Alles größer, alles lauter, alles verrückter – aber immerhin auch alles noch weniger ernst. „Killer’s Bodyguard 2“ ist ein typisches Sequel, das dem gängigen „Höher, schneller, weiter“-Schema folgt. Da der augenzwinkernde Tonfall des Vorgängers hier nochmal zur Geltung kommt, ist das nicht grundsätzlich negativ. Doch vor allem Samuel L. Jackson und Salma Hayek gehen diesmal ziemlich auf den Keks.
TIDES | Regie: Tim Fehlbaum | DE/CH 2021
Mit einem packenden Science-Fiction-Thriller auf internationalem Niveau meldet sich Regisseur Tim Fehlbaum zurück. Nach seinem Erfolgsdebüt „Hell“ stellt er erneut unter Beweis, dass er zu den visionären Genre-Regisseuren Deutschlands zählt.
In „Wonder Woman 1984“ kollidieren drei verschiedene Filme. Einer davon funktioniert sehr gut, einer immerhin zur Hälfte und der dritte – ausgerechnet der wichtigste rund um die Titelheldin – kaum. Dieses Aufeinanderprallen drei grundverschiedener Tonfälle hat seinen Reiz, ist aber auch anstrengend. Hinzu kommt, dass Actionfans mit dem Film kaum auf ihre Kosten kommen werden. Alles in allem sind die Veröffentlichungsumstände und ihre Folgen für die Filmbranche spannender als der insgesamt noch solide Film, der damit immer noch deutlich besser ist als Teil eins.

