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Oscars 2014: Longlist „Bester Song“

Von einer Shortlist kann man bei dieser Auswahl gewiss nicht mehr sprechen. Die Vorauswahl in der Kategorie „Bester Song“ besteht aus insgesamt 75 musikalischen Beiträgen. Bei einer derart großen Auswahl an Songs geht eine richtige Prognose fast schon in Richtung Hellsehen. So möchte auch ich mich auf meine Vorschläge nicht festnageln lassen, sehe in diesen fünf Songs allerdings diejenigen, die eine Chance hätten, nominiert zu werden.

Die Vorauswahl:

Zu LET IT GO aus „Die Eiskönigin“ muss man kein Wort mehr verlieren. Der Song ist gesetzt und hat bei den Golden Globes nur aus purem Pech keinen Preis abgeräumt. Der Song fesselt, reißt die komplette Szenerie innerhalb des Films an sich und hat sich innerhalb der cineastischen Fangemeinde bereits jetzt zum modernen Klassiker entwickelt. Die Nominierung dürfte sicher sein.

Nachdem YOUNG AND BEAUTIFUL von Lana Del Rey bei den diesjährigen Golden Globe Awards schlichtweg übergangen wurde, zweifelte ich kurz an der geistigen Zurechnungsfähigkeit der abstimmungsberechtigten Auslandspressemitglieder. Die melancholische Ballade, die sich wie ein roter Faden durch Buz Luhrmanns Romanverfilmung „Der große Gatsby“ zieht, ist ganz großes Kino und passt tonal hervorragend zu den Oscars. Sollte der Song nominiert werden, stellt dieser auch gleichzeitig meinen persönlichen Favoriten in dieser Kategorie.

Ed Sheerans I SEE FIRE mauserte sich hierzulande schnell zum Charterfolg. Bereits dies ist beachtlich, gelingt dieses Kunststück doch nur wenigen Filmmelodien. Die ruhige Ballade, welche die „Hobbit“-Fortsetzung „Smaugs Einöde“ textlich zusammenfasst und abschließt, dürfte wohl eher als Geheimtipp gelten. Ich finde sie äußerst rund, wundervoll gesungen und vielleicht kann sich Ed Sheeran (der optisch nicht weit vom Hobbit entfernt ist), ja auch in die Herzen der Academy-Mitglieder schmachten.

Wahrscheinlicher als der Song zum Mittelerde-Abenteuer ist STAY ALIVE von José Gonzalez, der erste Abspann-Song aus „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“. Dynamisch, eingängig und zu minimalistischer Musikuntermalung begleitet der Song den Zuschauer ganz sanft aus dem Film hinaus und rundet die fantasievolle Weltreise wunderbar ab. Mit „Stay Alive“ befindet sich der stärkste Song aus „Walter Mitty“ in der Vorauswahl – wäre doch schade, wenn dann ausgerechnet dieser nicht nominiert wird.

Bei meinem fünften Vorschlag bin ich unschlüssig. Daher verlasse ich mich auf die stärksten Filmbeiträge dieser Award-Season und komme halbherzig zu dem Schluss, dass MY LORD SUNSHINE (SUNRISE) aus „12 Years a Slave“ eine Chance haben könnte. Er treibt die Szene energisch voran, verlässt sich auf sein gesangstarkes Ensemble und ordnet sich angenehm unaufdringlich, jedoch eindringlich dargeboten in den Film ein.

Die Wermutstropfen: 

Heute nicht.

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