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Oscars 2015: Shortlist „Bester Score“

Drachenzähmen leicht gemacht 2

Zugegebenermaßen kann man diese Shortlist nicht mehr wirklich „short“ nennen. In die Vorauswahl in der Kategorie „Bester Score“ hat es immerhin so ziemlich jeder Film geschafft, der sich auch nur ansatzweise ein wenig Mühe in der musikalischen Gestaltung gegeben hat. Das macht das Aussieben umso schwerer, doch glücklicherweise haben ja bereits diverse andere Filmpreise durchblicken lassen, mit welchen Kandidaten in dieser Kategorie im ehesten zu rechnen ist. Nun möchte auch ich mich an einer Oscar-Prognose versuchen. Mir viel Erfolg und meinen Lesern viel Spaß!

Der Score zum ersten Teil war bereits ein Kritikerliebling. Auch DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT 2 dürfte mit seinem ähnlich gelagerten Tonfall nun Chancen auf einen Oscar haben. Doch die starke Konkurrenz und die weniger epischen Klänge von John Powell dürften es diesem Kandidaten schwer machen. Nominierungschancen: Okay!

Der Score zum Steven-Hawking-Biopic DIE ENTDECKUNG DER UNENDLICHKEIT konzentriert sich ganz auf verspielte Pianoklänge ohne viel Effekthascherei. Dabei inszeniert Komponist Jóhann Jóhannsson seine Töne so klassisch zurückhaltend und harmonisch, dass ein derart bodenständiger Sound der Academy mehr als zusagen dürfte. Auch eine Chance auf den Golden Globe besteht – dort hat Jóhannsson seine Nominierung nämlich bereits sicher. Nominierungschancen: Gut!

Trent Reznor und Atticus Ross gewannen schon einmal den Oscar für ihren „The Social Network“-Score. Nun könnte mit ihrer Arbeit für den brillanten Fincher-Thriller GONE GIRL – DAS PERFEKTE OPFER der zweite folgen. Ihre minimalistische, dafür aber umso unheilvollere Musikuntermalung verleiht dem intensiven Ehe-Psychogramm einen Großteil seiner atmosphärischen Intensität, was auch die Hollywood Foreign Press Association bereits erkannte. Eine Golden-Globe-Nominierung hat der „Gone Girl“-Score von Reznor und Ross nämlich bereits in der Tasche. Entsprechend sicher dürfte also die Oscar-Berücksichtigung sein. Nominierungschancen: Gut!

Der sich stark an „2001: Odyssee im Weltraum“ anlehnende Bombastscore von Hans Zimmer hat in diesem Jahr wohl den höchsten Alleinstellungswert. INTERSTELLAR funktioniert über lange Strecken ausschließlich durch die punktgenaue Platzierung der Musik, was nicht nur Zimmer bereits einige Award-Nominierungen bescherte, sondern auch dem Publikum ein unglaubliches Filmerlebnis. Damit erweist sich der deutsche Komponist einmal mehr als Frontrunner dieser Kategorie. Nominierungschancen: Sehr gut!

Nur wenige haben James Newton Howards Score zum Thriller NIGHTCRAWLER auf dem Schirm und zugegebenermaßen gehört der potenzielle Anwärter auch zu den Außenseitern meiner Prognose. Aber ich vertraue einfach mal darauf, dass die Academy den Wert des Scores für den Film erkennt, denn Howards Klänge unterstreichen psychedelisch den manischen Charakter, den Jake Gyllenhaal ebenso oscarreif verkörpert. Mutig und mit Wiedererkennungswert. Nominierungschancen: Okay mit Außenseiterbonus!

Die Wermutstropfen:

Keine, denn in die Longlist hat es ja schließlich so ziemlich jeder geschafft!

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