Wie bereits 2012 werde ich auch diesmal einen cineastischen Rückblick auf das vergangene Jahr werfen. In meinen Flop 20 habe ich Euch bereits an meinen diesjährigen Totalausfällen des Kinojahres teilhaben lassen, dennoch beende ich das Jahr gern versöhnlich. In meinen Top 30 präsentiere ich Euch nun meine ganz persönlichen Lieblingsfilme, die mir in diesem Jahr die unterhaltsamsten, einprägsamsten und wirkungsvollsten Film- und Kinoerlebnisse bescherten. Dabei sagt die Platzierung nichts über die Qualität des Filmes aus, sondern darüber, wie lieb ich persönlich diese Streifen gewonnen habe. Denn trotz meiner mehrjährigen Tätigkeit als Kritikerin habe ich mir die Fähigkeit nicht nehmen lassen, zu unterscheiden, wie ich einen Film finde und wie ein Film ist! Viel Spaß mit den ersten zehn Platzierungen, gewählt aus 151 Filmen!
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Steven Soderbergh gelang mit dem Künstlerportrait LIBERACE ein kleiner Geniestreich. Soderbergh erzählt das Leben des kongenialen Pianisten und Entertainers Valentino Liberace genau so nach, wie es der 1987 an Aids gestorbene Lebemann vermutlich selbst getan hätte. Das in Pomp und Extravaganz fast ertrinkende Künstlerdrama wird von Michael Douglas und Matt Damon getragen, die – auch durch exzellentes Make-Up – ganz in ihren starken und facettenreichen Figuren aufgehen. Sogar dann, wenn Soderbergh riskiert, dass sein Werk aufgrund der konsequenten Inszenierung an Glaubwürdigkeit verliert (Stichwort: Ende), bleibt „Liberace“ ein absolut authentisches Biopic, welches das Leben und Wirken seiner Hauptfiguren perfekt einfängt. Ohne Effekthascherei, dafür von entwaffnender Ehrlichkeit.
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Weiter geht es in meinen Jahrescharts mit einer kleinen Indie-Produktion, die hierzulande nur in ausgewählten Kinos zu sehen war. Und das, obwohl die Coming-of-Age-Tragikomödie GANZ WEIT HINTEN mit Superstars nicht geizt. Neben Steve Carell, der höchst sehenswert einmal ganz fernab seiner preferierten Comedy-Rollen agiert, ist die rührende Geschichte über einen Außenseiter, der im Sommerurlaub endlich lernt, aus sich herauszukommen, vor allem eine Sam-Rockwell-Show. Das Zusammenspiel zwischen ihm und Liam James ist geprägt von einer unübersehbaren Harmonie, welche die lethargische Melancholie innerhalb der Erzählung immer wieder treffend durchbricht – und so dafür sorgt, dass sich Komödie und Drama perfekt die Waage halten.
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26
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Die Coen-Brüder erzählen vom Leben eines erfolglosen Folkmusikers. Mit INSIDE LLEWYN DAVIS kam dabei die melancholische, wenn auch nie pessimistische Geschichte über den titelgebenden Antihelden heraus, der sich mit einer Mischung aus ruppigem Charme und raffinierter Coolness in die Herzen der Zuschauer spielt. Immer an seiner Seite: eine Katze. Die musikalische Sinnsuche ist gespickt mit allerhand Stars. John Goodman darf wieder einmal einen echten Miesmacher spielen, während sich Justin Timberlake als spießiger Rollkragenpulliträger als das beweist, was er schon immer war: ein begnadeter Sänger. Oscar Isaac nimmt uns mit auf eine Odyssee durch die USA, musikalisch untermalt von wunderbaren Folkmelodien, allesamt live performt. So schön kann Tristesse sein.
24
Das Thema „Remake“ im Horrorfilm wird von Genrefreunden stets kritisch beäugt. Der Trend zur hochglänzenden Neuverfilmung nimmt dem Original meist den einstigen Charme. Anders bei EVIL DEAD, dem – laut Werbeplakat – „schockierendsten Film, den du jemals sehen wirst“. Ganz so schockierend ist das von den Machern des Originals beaufsichtigte Unterfangen dann zwar nicht geworden, dennoch liefert Newcomer Fede Alvarez mit seinem Langfilm-Debüt ein herrlich altmodisches Splatterfest ab, das zwar nicht ganz ohne die üblichen Klischees auskommt, diesen Wehrmutstropfen mit handgemachten Effekten und jeder Menge Blut jedoch wieder wett macht. Trotz starker Konkurrenz im Horror-Segment sichert sich der Horrorspaß somit den Platz 24 meiner Charts.
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Das Märchen schien in seiner reinen Darstellung schon aus dem Kino verschwunden. Auch wenn Filmemacher immer wieder auf Grimm’schen Stoff zurückgreifen, so nutzen sie diesen mittlerweile fast nur noch, um Unfug zu treiben. Aus der Feder der Grimm-Brüder stammt DIE FANTASTISCHE WELT VON OZ zwar nicht, dennoch gelingt es dem bildgewaltigen Fantasyspektakel, einen gewissen Märchen-Charme auszustrahlen. Hexen, Feen, Zauberer und wundersame Wesen sind die Hauptfiguren in diesem atemberaubenden 3D-Abenteuer, das in puncto Dreidimensionalität neue Maßstäbe setzt. Vor allem der ist es zu verdanken, dass es „Die fantastische Welt von Oz“ auf einen 23. Rang in diesen Charts schafft. Wer das Glück hatte, den Film im Kino zu erleben, kam in den Genuss eines magischen Ausflugs, mitten in die fantastische Welt von Oz.
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21
In den kommenden Tagen findet Ihr an dieser Stelle die Plätze 20 bis 11.

