Nach den erst kürzlich veröffentlichten Top 20 meiner ganz persönlichen Kinocharts 2012, gibt es hier nun die Top-Platzierungen. Wieder vollkommen subjektiv und ohne Rücksicht auf Kritikerstimmen, Einspielergebnisse oder darauf, wie sämtliche Streifen bei der Allgemeinheit ankamen.
10
Tja, Pixar – Die Konkurrenz war groß in diesem Jahr! Mit deinem „Merida“ magst Du gewiss viele Zuschauer erfreut haben und zugegeben: Der hat wirklich nett ausgesehen. Berührt haben mich in diesem Jahr hingegen andere. Auf Platz 10 meiner Top 20 trifft man nun endlich ein kunterbuntes CGI-Abenteuer an. DIE HÜTER DES LICHTS aus dem Hause Dreamworks mochte zwar nicht alle Zuschauer überzeugen, ich habe mich jedoch regelrecht in das niedliche Kinderhelden-Zusammentreffen verliebt – allen voran natürlich in die tollpatschigen Elfen. Sicherlich hat auch die Tatsache, dass der Tag des Kinobesuches auf den Tag des ersten Schnees fiel ein wenig ihren Teil zu der Platzierung beigetragen, doch wen interessiert’s? Hier geht es um Träume!
9
Waren einige Platzierungen in diesem Jahr doch arg vorauszusehen, geht der Sonderpreis an die größte Überraschung ganz klar an DIE TRIBUTE VON PANEM – THE HUNGER GAMES. Ich erwartete ein Jugend-Blockbuster-Spektakel im Stil von „Harry Potter“ und Konsorten. Stattdessen präsentiert sich „The Hunger Games“ fast arthouse-like. In einer sehr ruhigen Atmosphäre, ohne besonders aufgemotzt zu wirken, handelt es sich bei der Story um eine knallharte Mediensatire im Fantasygewand. Jennifer Lawrence verkörpert eine tolle Hauptfigur. Die Kulissen sind beeindruckend. THE HUNGER GAMES ist Fantasyunterhaltung mit Köpfchen und macht Dank eines angedeuteten Cliffhangers Lust auf einen zweiten Teil, der – wie bereits bekannt – bereits Ende nächstes Jahr erscheinen wird.
8
7
Während an vielen Stellen Unmut darüber aufkam, dass Ridley Scotts PROMETHEUS nicht wie angekündigt als reines „Alien“-Prequel angelegt ist, vergessen Kritiker darüber wohl, dass der Streifen auch allein stehend einen ungeheuren Unterhaltungswert besitzt. Nicht nur, dass der Sci-Fi-Thriller großartige Schauwerte aufweisen kann, auch die Story besticht durch Einfallsreichtum, ein hohes Tempo und die Verweise in Richtung der Mutter aller Sci Fi-Filme. Damit mausert sich PROMETHEUS zum modernen Klassiker. Und obwohl das Ende nahezu nach einem Sequel schreit, so käme der Film auch wunderbar ohne ein solches aus. Immerhin können offene Fragen erst recht spannend sein, wenn man sie so stehen lässt…
6
5
Drei Stunden: Die können mit zähem Filmstoff ganz schön anstrengend werden. Nicht so CLOUD ATLAS, die wuchtige Verfilmung des gleichnamigen Weltbestsellers. Auch wenn die Geschichte stellenweise tatsächlich äußerst komplex und nicht immer leicht nachzuvollziehen ist, so ist sie dank herausragender Schnittarbeit und einem fesselnden Drehbuch derart straff erzählt, dass einem die 172 Minuten vorkommen wie ein Augenblick. Die faszinierenden Bilder, die innovative Erzählweise, die hochkarätigen Darsteller: Das alles zusammengeführt und inszeniert von Tom Tykwer und den Wachowski-Geschwistern passt wie die berühmte Faust auf’s Auge, wodurch CLOUD ATLAS neben „Argo“ und „Lachsfischen im Jemen“ zu meinen Award-Favoriten 2013 gehört.
4
Das absurdeste Kinoerlebnis steuerten in diesem Jahr die Macher der Horrorkomödie THE CABIN IN THE WOODS bei. Die altbekannte Backwood-Story um heranwachsende Waldcamper bedarf keiner großen Erklärung. Zu sehr würden Inhaltsangaben und ausführliche Kritiken dieses großartige Filmerlebnis zerstören. THE CABIN IN THE WOODS vereint viele Attribute, die bereits alleinstehend für eine hohe Platzierung in dieser Liste sorgen könnten. Die Story ist voller Überraschungen, die Anspielungen auf Horrorklassiker springen einem nur so entgegen. Der Streifen hat die absolut richtige Prise Humor, um nicht albern zu werden, punktet dabei aber auch auf der Horror-Schiene. Vor allem in der letzten halben Stunde werden die Splatter-Effekte zum Fest eines jeden Horrorfans. Hinzu kommt zu guter Letzt eine stimmige Besetzung.
3
2
Viele waren enttäuscht von Christopher Nolans Abschluss der Batman-Trilogie. Auch ich fand mich zunächst zwischen den Stühlen wieder. Zu viel erwartet? Das Falsche erwartet? Falsch, überhaupt etwas erwartet zu haben? Doch THE DARK KNIGHT RISES wirkt nach. Die großartigen Bilder setzen sich in einem fest. Trotz Längen ist der Streifen nie langweilig. Besonders die exzellente Besetzung holt das Optimum aus dem Drehbuch heraus und Hans Zimmer sorgt mit seinen unvergleichlichen Scores für Gänsehaut. Mit Bane wählte Nolan einen ebenbürtigen Gegner für seinen Helden aus und traf mit dieser Wahl voll ins Schwarze. In der Auswahl der Nebencharaktere schaffte der Regisseur es zudem, dass niemand es wagen würde, Batman die Show zu stehlen. Feinstes Popcorn-Kino der anspruchsvolleren Art – ein verdienter zweiter Platz!
1
Nein, es ist keine Überraschung. Jeder, der sich im vergangenen Jahr mit mir über Film und Fernsehen unterhalten hat, ist an einem Thema nicht vorbeigekommen: dem Siegeszug von MARVEL’S THE AVENGERS! Der weltweit erfolgreichste Film 2012 hat es geschafft, auch in meinen ganz persönlichen Kinocharts die Spitze zu erklimmen. Die Story ist intelligent, aber nicht zu anspruchsvoll. Die Figuren sind hervorragend charakterisiert. Die Darsteller präsentieren sich spitze. Mit großartigen Kamerafahrten und einem phänomenalen 3D (!!) ist das erste Stelldichein der Marvel-Superhelden nicht nur für mein tollstes Kinoerlebnis 2012 verantwortlich, sondern bereitet auch beim mehrmaligen Anschauen immer noch eine unfassbare Freude.
Mit ein wenig Wehmut, aber viel Vorfreude auf ein neues (Kino-)Jahr wünsche ich nun allen, die sich tapfer durch diese Top 20 geschlagen haben, ein frohes, neues Jahr!

