Alles bleibt beim Alten und doch kein Stein auf dem anderen. Das History-Gemetzel SPARTACUS kehrt mit zweiter Staffel zurück und erreicht ihren vorläufigen Höhepunkt. Mit neuem Hauptdarsteller, alten Skandalen und viel Wehmut, aufgrund des viel zu frühen Krebstods von „Spartacus“-Darsteller Andy Whitfield.
Der Plot
Nachdem Spartacus (neu in seiner Rolle: Liam McIntyre) zu seinem Bedauern festellen muss, von Gladiatorenmeister Batiatus (John Hannah) dreist hinters Licht geführt worden zu sein, zettelt er einen Aufstand an. Einst versprach sein Mentor, ihm auf der Suche nach seiner verlorenen Frau Sura zu helfen, hegte dabei aber lediglich eigene Interessen und benutze Spartacus für seine Zwecke. Der Gladiator begibt sich mit Verbündeten auf einen blutigen Rachefeldzug, aus dem sich schließlich das noch viel größere Vorhaben entwickelt, sämtliche Sklaven zu befreien. Doch Spartacus wird zum Gejagten: Der zum Prätor aufgestiegene Gaius Glaber (Craig Parker) macht es sich zur obersten Priorität, Spartacus gefangen zu nehmen, da dieser zur Belastung für Glabers politischen Aufstieg zu werden droht.
Kritik
Mit der Ausstrahlung von Staffel eins der gewagten History-Serie „Spartacus“ gelang ProSieben vor einigen Monaten ein Überraschungserfolg. Die actionreiche Serie mit dem Untertitel „Blood and Sand“ aus dem Hause Starz holte am Freitagabend regelmäßig überdurchschnittliche Marktanteile und auch die als Prequel angelegte Miniserie „Gods of the Arena“ kam mit nur leicht schwächeren Werten daher. Somit verwundert es wenig, dass auch der auf der Handlungsebene direkt an die erste Staffel anknüpfende Nachfolger ab sofort auf dem üblichen Sendeplatz am Freitag um 22:35 Uhr laufen wird.
Die wohl auffälligste Änderung, die einem bei „Spartacus: Vengeance“ ins Auge fällt, ist die notgedrungene Auswechslung des ehemaligen Hauptdarstellers Andy Whitfield. Dieser zeigte in der ersten Staffel vor allem in den dramatischen Szenen eine beachtliche Leistung, verlor jedoch im September 2011 den tragischen Kampf gegen den Krebs. Ab sofort ist der weitestgehend unbekannte, australische Schauspieler Liam McIntyre („The Pacific“, „Nachbarn“) in der Rolle des titelgebenden Gladiators zu sehen. Auch er macht seine Sache nicht schlecht und findet einen eleganten Weg, seine Figur gleichzeitig respekteinflößend wie zerbrechlich darzustellen. Jedoch birgt vor allem die unfassbare Ähnlichkeit zu seinem Vorgänger eine gewisse Tragik. Sich für einen gänzlich anderen Typ zu entscheiden, um sich so bewusst von Whitfields Darstellung abzugrenzen, wäre ohne Zweifel falsch gewesen. Dennoch öffnet die optische Übereinstimmung zu McIntyres Vorgänger mühelos Tür und Tor für jedwede Art von Vergleich. So zeigt sich der Australier seiner Rolle entsprechend gut aufgelegt, kommt jedoch bei Weitem nicht an die elegante und detailreiche Darstellung eines Andy Whitfield heran. Besonders in den ruhigeren Momenten zeigt sich McIntyre oftmals zu bemüht, als dass er gänzlich überzeugen könnte. Das wirkt umso tragischer, wenn man die Umstände des Darstellerwechsels berücksichtigt und sich der leichte qualitative Abfall von Spartacus‘ Darstellung bemerkbar macht. Ein wenig relativiert wird dieser Umstand durch die vielen neuen Gesichter, die einen in «Spartacus: Vengeance» erwarten. Sie schaffen es allesamt, sich gut in den Plot einfügen und passen von ihrem Auftreten her gut in den Handlungsverlauf.

