Eigentlich wollte ich zuerst meine Kino-Favoriten 2012 raushauen, bevor ich meine Flops auf die Internetwelt loslasse. Doch Ausgerechnet „Life of Pi“ mag sich noch nicht so recht für eine Platzierung unter den Tops entscheiden. Daher präsentiere ich nun meine (natürlich vollkommen subjektiven) Fehlschläge des vergangenen Kinojahres. Möget ihr auf ewig ruhen – und bloß nicht irgendwann zum Kultklassiker werden!
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Zugegeben: EINMAL IST KEINMAL tut nicht wirklich weh. Was hingegen schmerzt ist die Tatsache, dass es tatsächlich Kinogänger gibt, die für diese banale Krimi-Komödie, in der sich die einst so charmant-talentierte Katherine Heigl zum wiederholten Male selbst demontiert (oder wie soll man es nennen, wenn es der ehemaligen Blondine scheinbar nichts ausmacht, Drehbuch-Lücken andauernd mit nackter Haut aufzuwiegen?), Geld ausgegeben haben. In Sachen Figurenzeichnung reiht sich ein Stereotyp an das nächste, für Crime ist der Streifen zu sanft, für Comedy zu wenig lustig und lediglich in den Nebenrollen findet man den einen oder anderen Gag, der es schafft, zu zünden. EINMAL IST KEINMAL wäre dank seiner Vorhersehbarkeit auch getrost als TV-Movie durchgegangen. So hat man damit halt Kinogänger malträtiert.
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Nein, diese Platzierung hat mit Sicherheit nichts mit einer Entscheidung aus Prinzip und nach dem Motto „pubertierende, unreife Jungs in einem Film über’s Saufen und Mädels aufreißen muss einfach schlecht sein“ zu tun. Im Gegenteil: Als großer Fan der „American Pie“-Reihe bin ich im Blödel-Genre eigentlich relativ schmerzfrei. Doch irgendwann ist auch meine Geduld zuende – und bei SEX ON THE BEACH dauerte es eine knappe halbe Stunde, bis ich merkte: Hier darf man keine intelligent durchdachten Gags, geschweige denn so etwas wie eine Handlung erwarten. Stattdessen gibt’s Fäkal- und Sexwitze, dargeboten von absolut unausstehlichen Darstellern, die weder zusammen noch alleine funktionieren und mit ihrer unreifen, tollpatschigen Art nicht sympathisch sondern einfach nur nervig sind.
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5
„Du wirst vor Angst schreien!“ – Damit warb THE PACT, ein Horrorstreifen, der hierzulande lediglich auf ausgewählten Filmfestivals zu sehen war. Doch warum sollte ich das tun, wenn ein Film anstatt spektakulärer, neuer Ideen nur einen langweiligen Genre-Brei bietet, der mit einer 08 15-Geschichte und schon tausendmal dagewesenen Schockeffekten daherkommt? Fast zwei Stunden lang kämpft sich die blasse Protagonisten durch einen Plot, dessen Ausgang meilenweit gegen den Wind zu riechen ist. Mit Spannung hat das alles nichts zu tun. Dank billig wirkender Kulissen erscheint das Ganze dann auch noch recht peinlich, erinnert es doch ungewollt an ein B-Movie. Da Regisseur Nicolas McCarthy jedoch augenscheinlich einen hochwertigen Streifen produzieren wollte, passt hier nix zusammen.
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3
Nein, Found Footage macht vor keinem Genre halt. Auch nicht vor der Möchtegern-Assi-Proll-Komödie. Mehrere heranwachsende Idioten begleiten ihre eigene, aus dem Ruder laufende Party und das Ganze kommt unter dem Namen PROJECT X ins Kino. Wie, wo die Handlung bleibt? Da war sie doch! Denn wer hier so etwas wie einen Plot erwartet, hat wohl eindeutig zu viel Dosenbier gesoffen. Der Streifen ist eine einzige Party. Blöd nur, dass neben all der auf Skandal getrimmten Feierei einfach alles andere auf der Strecke bleibt. Charakterzeichnung, Story, ja selbst für die technischen Spielereien hatte man nach diesem anspruchsvollen Drehbuch wohl keine Zeit mehr, sodass die Anarchokomödie nebenbei auch noch mies aussieht und mit ihrem Rap-RnB-Black-Soundtrack einfach nur nervt. Und ja – es wird einen zweiten Teil geben!
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1
Mit RED DAWN schafft es kurz vor Jahresende doch allen ernstes ein lupenreiner Kriegspropaganda-Film in die Kinos, der vor US-amerikanischem Patriotismus nur so überquillt. Besetzt wurde er dabei mit angesagten Youngstern, um seine gequirlte Scheiße in möglichst volle Kinosäle zu spritzen. Eine Handlung braucht er nicht. Um ein Alibi zu haben, sämtliche Koreaner (die hier durch Chinesen ersetzt wurden!) abzuknallen, hat man so etwas wie einen roten Faden geschaffen, der durch Sätze wie „Lasst mich allein zurück!“ immer wieder der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Zu allem Überfluss erfährt man nie etwas über die Hintergründe der Taten, wird wie mit dem Schlagstock auf die Seite der ach so coolen „Wolverines“ geprügelt und letzten Endes bleibt nur zu hoffen, dass das deutsche Kinopublikum derartigen Schrott nicht sehen will.
Aufmerksame Leser werden gemerkt haben: In dieser Aufzählung fehlten Rohrkrepierer wie TED oder DIE VERMESSUNG DER WELT. Doch im Vergleich zu diesen Top 10 hatten selbst eben genannte Streifen ihre Qualitäten – und wenn es nur die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen sind.

