Poker Night

Aus einem harmlosen Pokerspiel unter Polizisten wird blanker Horror, als der Hauptdarsteller Stan entführt wird und sich mithilfe von Anekdoten einem Rätsel stellen muss, das sein Leben und das einer Frau retten könnte. Mit dieser Prämisse arbeitet der Psychothriller POKER NIGHT von Regisseur Greg Francis, der im Jahr 2014 erschien und schon damals für gemischte Meinungen sorgte. Mit einer Starbesetzung durch Ron Perlman und Giancarlo Esposito punktete der Film bei vielen Cineasten und zählt bis heute zu einem der besten Streifen mit Spielanalogie. Hier gibt es alle Details zum Film!

Spannung und Mystery verpackt in einen interessanten Plot

Stan ist erst seit Kurzem als Polizist im Einsatz, als er von ein paar eingesessenen Cops zum Pokerspiel eingeladen wird. Hier wird jedoch nicht nur Karten gespielt, denn die Männer wollen Stan darauf vorbereiten, was ihn in dem Job erwartet. Nach der Reihe packen sie deshalb über spannende Mordfälle aus und erzählen, wie sich damals alles abgespielt hat. Stan erfährt, wie jeder Polizist einen Mörder überführt hat und versucht, aus ihren Erfahrungen zu lernen. Zu diesem Zeitpunkt weiß er jedoch noch nicht, wie wichtig diese Informationen später für ihn sein werden. Als Stan eines Tages von einem unbekannten Angreifer überwältigt wird und sich in Gefangenschaft neben einer Frau, die sich als Amy, der Tochter eines Cops herausstellt, wiederfindet, muss er seine Erfahrungen von dem gemeinsamen Pokerspiel einsetzen, um das Rätsel seiner Entführung zu lösen und einen Weg in die Freiheit zu finden. Die Regie des Films übernahm Greg Francis, der vor allem aus Dokuserien wie „FBI Criminal Pursuit“ und „Sins and Secrets“ bekannt ist. „Poker Night“ ist einer seiner wenigen Filme und das Drehbuch ist gemeinsam mit dem Drehbuchautor Doug Buchanan entstanden. Man spürt allerdings auf jeden Fall die Erfahrungen von Greg Francis im True Crime-Genre, die er auch in den Spielfilm einfließen lässt. Der junge Cop und Protagonist Stan wird von Beau Mirchoff verkörpert, der durch seine Rolle in der Serie „Awkward“ ekannt wurde und ebenfalls im Kinofilm Flatliners einen kleinen Part übernehmen durfte. Auch unter den erfahrenen Polizisten in der Pokerrunde finden sich echte Hollywood-Größen. Ron Perlman, der als roter Comicheld „Hellboy“ die Kinos eroberte, übernimmt einen Platz am grünen Filz und auch Giancarlo Esposito darf von einem Mordfall berichten. Er wurde durch seine Rolle als Schurke Gustavo Fring in der Kultserie Breaking Bad weltbekannt und durfte in der Anschlussserie „Better Call Saul“ erneut zum gefürchteten Bösewicht werden. Seinen Ruf als Weltklasseschauspieler hat er sich damit wohlverdient und auch in „Poker Night“ punktet er mit Authentizität und Talent.

Mehr als nur ein Pokerspiel

Die Idee des Films ist alles andere als simpel. Zunächst denken wohl viele Zuschauer, dass es sich um ein harmloses Pokerspiel unter Kollegen handelt, doch bald schon erkennen sie, dass die Pokerrunde als eine Metapher für das restliche Geschehen dient. Der gemeinsame Spieleabend ist für den jungen Cop Stan eine wichtige Schule, denn hier lernt er nicht nur richtig Poker zu spielen, sondern auch verschiedene Techniken anzuwenden, die sowohl im Spiel als auch in der Realität entscheidend sind. Er muss seinen Gegner durchschauen, ihn bluffen und trotz seiner „schlechten Hand“ als gefesselter Gefangener das Beste aus der Situation machen. Genau aus diesem Grund ist es für Stan umso wichtiger, mit voller Konzentration bei der Sache zu sein. Auch hier sieht man wieder die Gemeinsamkeiten mit Poker, denn ein unkonzentrierter Spieler kann fatale Fehler begehen. Viele Dinge am Pokertisch können für Ablenkung sorgen, egal ob man sich in einer Spielbank befindet oder online Texas Hold’em spielt. Das Ziel ist es daher, sich auf die wenigen, relevanten Details zu fokussieren. Auch die Frustration über verlorene Spiele oder der Rausch des Gewinns können zu Ablenkungen führen – genauso wie die Angst während der Entführung im Fall von Stan. Das Geheimnis liegt also darin, sich von den Gefühlen in der Situation abzuspalten und mit dem rationalen Teil des Gehirns zu arbeiten. Für manche klingt das vielleicht unmöglich, tatsächlich ist es aber nur eine Frage der Übung. Für einen Polizisten sollte auch diese Hürde leicht überwindbar sein, schließlich muss sich Stan in seinem Beruf vielen stressigen Situationen stellen. Da er jedoch erst am Anfang seiner Karriere ist, muss er auf das Wissen seiner Kollegen vertrauen und aus ihren Geschichten schlau werden. Und das lässt den Filmablauf besonders spannend werden!

Gemischte Meinungen über Poker Night

Während einige den Film als frische Idee und spannende Prämisse anerkannten, waren andere von dem Ergebnis eher enttäuscht. Stark kritisiert wurde das Übermaß an Rückblenden, das den Film etwas langsam macht und für Verwirrung sorgt. Immer wieder findet sich der blutüberströmte Gefangene auf dem Pokertisch und muss sich weitere Anekdoten von den Polizisten anhören. Dabei ist es nicht immer einfach, die Spannung aufrechtzuerhalten, denn oft will man einfach nur wissen, wie es nun endlich weitergeht. Der gesamte Film fokussiert sich dadurch stark auf die Kombinationsgabe des Cops und so können Zuschauer quasi in Echtzeit miterleben, wie er die rätselhaften Ereignisse auseinander pflückt. Auch der Täter mit Ledermaske wird durch Rückblenden vorgestellt und soll dabei die Zuschauer zum Fürchten bringen. Im Laufe des Films müssen sich diese auch immer wieder fragen, was tatsächlich passiert ist und was an Stans Situation nicht stimmen kann – denn wie sich bald herausstellt, sind nicht mehr alle Cops am Pokertisch am Leben. Auch die blutigen Szenen, die mit einer Prise schwarzem Humor ausgestattet sind, sind nicht jedermanns Geschmack. Obwohl der Film wohl eher als Psychothriller eingestuft werden kann, hat er dadurch einige Horrorelemente, die nichts für schwache Nerven sind. Hochgelobt wurde jedoch die schauspielerische Leistung der wichtigsten Charaktere, die besonders durch die Starbesetzungen aufgepeppt wurden. Mit Schauspielern wie Ron Perlman und Giancarlo Esposito kann man wohl kaum etwas falsch machen. Auch der Bösewicht – verkörpert von Michael Eklund – beweist schauspielerisches Talent. Der Kanadier ist bekannt für seine Rollen als Psychokiller und wird nur zu gerne als Bösewicht gecastet. Wir verstehen jetzt, wieso!

Fazit

„Poker Night“ ist ein solider Film, der mit einer starken Prämisse beginnt. Die Charaktere funktionieren und werden durch großartige Schauspieler verkörpert. Leider haben die zahlreichen Rückblenden einen etwas ermüdenden Effekt und bremsen den Spannungsbogen immer wieder ein. Würde die Geschichte zumindest in großen Teilen linear verlaufen, hätte man wahrscheinlich deutlich mehr aus der Storyline holen können. Trotzdem ist der Streifen sicherlich einen Abend wert – vielleicht auch in Verbindung mit einem Pokerabend mit Freunden. Holt die Jetons und Spielkarten heraus und schon wird der Filmabend zu etwas Besonderem!

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