Minions

Die Welt sieht gelb! Seit die „Ich – Einfach unverbesserlich“-Reihe vor wenigen Jahren zu einem der Kino-Überraschungshits avancierte, kann sich die Welt an den gelben MINIONS nicht satt sehen. Nun kommt ihr erstes, simpel aber passend betiteltes, Solo-Abenteuer in die Kinos und wird erwartungsgemäß zum absoluten Minion-Overkill. Mehr zum Film erfahrt Ihr in meiner Kritik.

Minions

Der Plot

Seit Anbeginn der Zeit existieren die Minions als kleine gelbe Einzeller. Im Laufe der Evolution suchten sie sich immer wieder die übelsten Bösewichter als Herren  – vom Tyrannosaurus Rex bis zu Napoleon. Doch irgendwann ging die Herrschaft eines jeden Superschurken zu Ende. Ohne einen Meister, dem sie dienen konnten, verfielen  die kleinen Latzhosenträger in eine tiefe Depression. Doch dann hat ein Minion namens Kevin einen Plan! Gemeinsam mit dem rebellischen Stuart und dem liebenswerten Bob macht er sich auf in die weite Welt, um einen neuen Anführer für sich und seine Mitstreiter zu finden. Die Drei begeben sich auf eine aufregende Reise, die sie schließlich zu ihrem nächsten potenziellen Meister führt: Scarlet Overkill (im Deutschen: Carolin Kebekus), die als erste weibliche  Superschurkin die Weltherrschaft an sich reißen will. Von der kalten Antarktis über das New York der 60er Jahre führt der Weg von Kevin, Stuart und Bob bis ins hippe London. Dort müssen sie ihre bisher größte Herausforderung meistern: die Rettung aller Minions!

Kritik

Dass sich Sidekicks gerade in Animationsfilmen gern mal als die eigentlichen Stars erweisen, macht man sich spätestens seit der „Timon und Pumba“-Trickserie aus dem Hause Disney zunutze, indem man die offiziell lediglich als Nebencharaktere angelegten Sketch-Lieferanten zwecks Eigenvermarktung gleich direkt in den Vordergrund drängt. Zuletzt versuchte sich Dreamworks Animation mit „Die Pinguine aus Madagaskar“ an einem Leinwandabenteuer für die vier beliebten Frackträger aus der „Madagaskar“-Reihe. Das hatte zwar Erfolg, denn die Einspielergebnisse des Spin-Offs waren immerhin zufriedenstellend, denen des Franchises konnten sie jedoch nicht annähernd das Wasser reichen. Nun warten wir gespannt auf die ersten Zahlen des lang erwarteten „Minions“-Filmes, denn spätestens seit der Fortsetzung zu „Ich – Einfach unverbesserlich“ steht fest: Die Welt sieht gelb! Die vor sich hin brabbelnden Bananenliebhaber, die in ihrem äußeren Erscheinungsbild an das Innere eines Überraschungseis erinnern, haben Zuschauern jedes Alters auf der ganzen Welt den Kopf verdreht. Sie bereicherten die „Despicable Me“-Filme zunächst nur als drollige Handlanger des im Mittelpunkt stehenden Superschurken Gru, doch mittlerweile hat der Hype um die Viecher schier unbegrenzte Ausmaße angenommen. Das Merchandising reicht über Bettwäsche, Shirts und Plüschtieren bis hin zu Keksen und Weingummis in Minion-Form; und nahezu jeder kennt und liebt sie. Umso spannender ist es da, wie sich die ersten Leinwandeskapaden der Ein- und Zweiäuger denn wohl inhaltlich schlagen, denn Hollywood kennt genug Beispiele, in denen der Versuch, aus den Neben- selbst Hauptfiguren zu machen, schief ging.

Eines gleich vorweg: „Minions“ macht seinem Namen erwartungsgemäß alle Ehre. Wenngleich eigentlich die Antagonistin, die Superschurkin Scarlet, mit dem passenden Nachnamen gesegnet ist, so ist das als Prequel zu den „Ich – Einfach unverbesserlich“-Filmen angelegte Animationsabenteuer ein regelrechter Minion-Overkill. Ganz nach dem Motto „Ihr wolltet Minions, also bekommt ihr Minions!“ konzentrieren sich die Regisseure Kyle Balda und Pierre Coffin („Ich – Einfach unverbesserlich 1 und 2“) fast ausschließlich auf die Eskapaden der Gelblinge. Menschen haben in diesem Abenteuer fast kaum mehr etwas zu suchen und spätestens, wenn im Finale ein überdimensionaler Riesen-Minion auf die britische Hauptstadt losgelassen wird, wünscht man sich bisweilen fast ein wenig die (menschliche) Ordnung herkömmlicher Animationsfilme herbei. Auch deshalb, weil in „Minions“ fast ausschließlich mithilfe einer gebrabbelten Fantasiesprache kommuniziert wird, die lediglich in Ansätzen von existenten Worten unterbrochen wird, um das Publikum nicht vollends mit Fragezeichen über den Köpfen zurückzulassen.

Ohne Atempause rasen Kevin, Stuart und Bob von einer Station zur nächsten. Dadurch erweckt das Skript immer wieder den Eindruck, das Publikum hätte es bei „Minions“ mit einer Art Kurzgeschichtensammlung zu tun, die nur durch einen schwachen, rosafarbenen Faden zu so etwas wie einer Chronologie findet. Dabei erweisen sich die Storyfetzen innerhalb der Minion-Gemeinschaft sowie der Einstieg in die Minion-Evolution als mit Abstand lustigste Episode innerhalb des rund 80-minütigen Filmes. Es folgen ein Road-Trip in Richtung Superschurken-Expo und schließlich der Schlussakt im schönen London. Die Kulissen sind abwechslungsreich gewählt, doch den Eindruck einer zusammenhängenden Geschichte, bei welcher der Plot auch tatsächlich im Vordergrund steht, erweckt der Film nicht. Dies war bei einem alleinigen Minion-Abenteuer aber auch nicht zu erwarten, denn in allererster Linie möchte „Minions“ einfach nur Spaß bereiten. Und trotz der Anstrengung, welche die überhöhte Minion-Präsenz auf der Leinwand bisweilen mit sich bringt, erweisen sich die gelben Eierköpfe nach wie vor als hervorragende Gag-Lieferanten. Wenngleich auch die einzelnen Sketch-Szenerien von purem Selbstzweck sind, so legt Drehbuchautor Brian Lynch („Der gestiefelte Kater“) doch ein hervorragendes Fingerspitzengefühl dafür an den Tag, wenn es darum geht, mit den gelben Figuren witzige und teils unerwartete Pointen abzuliefern. Dabei konzentriert man sich in Ermangelung einer verständlichen Sprache vorzugsweise auf Slapstick, doch auch das Kokettieren mit menschlichen Eigenheiten, die aus der Sicht der Minions nicht weniger kurios sind als deren Verhalten für uns, sind einfallsreich und urkomisch.

Minions

In der deutschen Fassung wird der einzig wichtige, menschliche Part innerhalb des „Minions“-Filmes von Comedian Carolin Kebekus gesprochen. Die Komikerin leiht der Schurkin Scarlet Overkill ihre Stimme, die im Original von Sandra Bullock gesprochen wird. Kebekus‘ Attitüde passt beachtlich zu der toughen Scarlet, deren Intention zwischen Naivität und Größenwahn schwankt. Es macht Spaß, ihrer Figur zuzusehen, doch die Abwesenheit von Gru als Protagonist respektive Antiheld wirkt sich durchaus bremsend auf „Minions“ aus. Es gelingt den gelben Helferlein nicht vollends, eine ganze Filmhandlung auf ihren Schultern zu tragen, sodass der Film gen Ende tatsächlich anstrengende Züge annimmt. Es bleibt aber immer noch das Staunen ob der technischen Umsetzung, denn nicht nur visuell haben die Macher ganze Arbeit geleistet und jedem Minion ein eigenes Aussehen mit individuellen Eigenheiten zugestanden. Allen voran die musikalische Untermalung ist mit einem Potpourri bekannter Evergreens ein echter Hit – und damit wohl der Part, für den bei der „Minions“-Produktion am meisten Geld ausgegeben wurde.

Fazit: „Minions“ macht Spaß, sieht toll aus und prescht mit einem enormen Tempo über die Leinwand. Die Nachhaltigkeit der „Ich – Einfach unverbesserlich“-Filme ist diesem Film allerdings nicht vergönnt. Dazu fehlt es der knallgelben Sketchparade schlussendlich doch an Substanz.

„Minions“ ist ab dem 2. Juli bundesweit in den Kinos zu sehen – Auch in exzellentem 3D!

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